Airline-Hauptversammlung „Falsche Politik belastet Lufthansa“

Lufthansa-Chef Christoph Franz beklagt finanzielle Belastungen durch politische Vorgaben. Die Luftverkehrsabgabe, das Nachtflugverbot und der Emissionshandel würden sein Unternehmen mit 700 Millionen Euro belasten.
Update: 08.05.2012 - 13:03 Uhr 9 Kommentare
Lufthansa-Chef Christoph Franz. Quelle: Reuters

Lufthansa-Chef Christoph Franz.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Köln Lufthansa-Chef Christoph Franz hat finanzielle Belastungen durch die aus seiner Sicht falschen politischen Vorgaben beklagt. Die Lufthansa Group werde allein in diesem Jahr mit rund 700 Millionen Euro belastet, die man dringend für Investitionen in die Flotte bräuchte, sagte der Vorstandschef am Dienstag bei der Hauptversammlung der Lufthansa in Köln.

Zu den Belastungen zählte er die deutsche Luftverkehrsabgabe, den Emissionshandel in Europa, fehlende Abstimmung der Flugsicherung im europäischen Luftraum und das Nachtflugverbot am Drehkreuz Frankfurt.

Aktionärsvertreter fanden in ihren Redebeiträgen offene Worte: „Wir machen uns sehr große Sorgen um unsere Gesellschaft. Und das, was sie uns hier vorstellen, hat uns nicht gerade beruhigt“, sagte Marc Tüngler, Rechtsanwalt und Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): „Wir unterstützen Sie beim Sparprogramm. Wo wir Sie nicht unterstützen können, ist die Hektik in der Öffentlichkeit der letzten Wochen. Das geht so nicht.“

Tüngler stellte die Frage, ob die Lufthansa „mal wieder einen Steigflug“ hinlege. „Sie maulen über die Konkurrenz etwa einer Emirates. Sagen Sie uns lieber, was sie denen entgegensetzen.“

Axel Zühlke, der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, stieß ins selbe Horn: Zum Verkauf der Tochter BMI fragte er: „Kann es sich Lufthansa als national Carrierer leisten, die europäischen Verkehre weitgehend aufzugeben?“ Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Bitte legen sie den selben Maßstab auch bei der AUA an.

  • dpa
  • jkn
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9 Kommentare zu "Airline-Hauptversammlung: „Falsche Politik belastet Lufthansa“"

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  • Dann bin ich ja froh, dass die zunehmenden Unwetter in Wirklichkeit nur Phantasie sind und die wirtschaftliche Entwicklung ja auch nicht belasten werden.

  • Auf die Politik schimpfen ist einfach.
    Bei der HV gestern wurde dann aber zu vorgerückter Stunde zugegeben, daß im BMI-Desaster 1,2 Mrd.€ versenkt wurden.
    Bei AUA, Brussels & Co. sieht es nicht viel besser aus. Der Größenwahn unter Mayrhuber scheint wohl eher das Problem zu sein. Jetzt müssen Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre dafür bezahlen.

  • Wie soll das mit der LH auch was werden, wenn deren Vorstand an einer Vergesslichkeit von Krankheitswert leidet? Genau dieser Vorstand hat vor Roland Kochs Wortbruch in Sachen Nachtflugverbot eben diesem zugestimmt, wenn im Gegenzug eine Flughafebpnerweiterung stattfindet. Dies ist erfolgt. Hat die Unternehmensleitung damals etwa eine falsche Entscheidung getroffen? Dann muss man das aber anders kommunizieren, indem die wahren Schuldigen benannt werden!! Die Aktionärsvertreter zumindest scheinen das Spiel zu durchschauen.

  • Aber nicht auf ihrer Heimatbasis!

  • Er hat recht...
    Ich verstehe unsere Regierung auch nicht, die den hochsubventionierten Airlines aus den Golfdiktaturen überproportional viele Slots in Deutschland auf Kosten der LH gewährt. Andere EU-Staaten sind da restriktiver.

  • Zum Glück lebt Herr Franz auf einem anderen Planeten. Es können ja nicht alle ihr Auskommen aus nachhaltig falschen, esoterischen Zukunftsprognosen bestreiten.

  • Das Grundproblem der Ludthansa is die Inzucht, oder wie es Herr Weber formuliert, die Kontinuitaet in der Fuehrung. Jede Mange tapferer Lufthanseaten, die zwar gut Lufthansa koennen, aber nicht unbedingt die Industrie verstehen. Und as Grundproblem von Herrn Franz ist, dass er nicht aus Kundensicht denkt und handelt. Das hat ihn vor ein paar Jahren den Vortsndsjob bei der Bahn gekostet...

  • Die Lufthansa unter Herrn Franz scheint definitiv auf einem anderen Planeten zu leben als z.B. der Club of Rome.

  • Dann soll Herr Franz sich doch nach anderen Drehkreuzen umsehen. Andere Fluggesellschaften haben mit den gleichen Vorgaben zu kämpfen.

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