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Airline Norwegian beantragt auch in norwegischer Heimat Gläubigerschutz

Die Fluglinie strebt einen Umstrukturierungsprozess nach norwegischem Recht an. Der Konzern muss mittlerweile gegen Milliardenschulden ankämpfen.
08.12.2020 Update: 08.12.2020 - 12:08 Uhr Kommentieren
Die Airline kämpft seit Monaten mit großen wirtschaftlichen Problemen. Quelle: dpa
Fluglinie Norwegian

Die Airline kämpft seit Monaten mit großen wirtschaftlichen Problemen.

(Foto: dpa)

Oslo Die in Turbulenzen befindliche Billigfluglinie Norwegian erhält auch in ihrem Heimatland Norwegen Gläubigerschutz. Ein Gericht in Oslo stimmte einem Antrag der hoch verschuldeten Airline für einen „Umstrukturierungsprozess“ am Dienstag zu.

Wie das Unternehmen mitteilte, soll dieses Verfahren ergänzend zu demjenigen in Irland laufen – dort hatte ein Gericht mehreren Norwegian-Töchtern am Montag Gläubigerschutz gewährt.

„Ein zusätzlicher Umstrukturierungsprozess nach norwegischem Recht wird allen Parteien zugutekommen und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ergebnisses erhöhen“, erklärte Norwegian-Chef Jacob Schram am Morgen in einer Konzernmitteilung, ehe das Gericht wenige Stunden später grünes Licht für diesen Prozess gab.

Ziel sei es, Arbeitsplätze im Unternehmen zu sichern und zur Sicherung wichtiger Infrastruktur und Wertschöpfung in Norwegen beizutragen, so Schram. Die beiden Verfahren sollen keine Auswirkungen auf den aktuellen Betrieb der Fluglinie haben.

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    Während Norwegians wichtigste Tochterunternehmen in Irland gemeldet sind, hat der Mutterkonzern seinen Sitz in Norwegen. Der gewährte Gläubigerschutz verschafft dem Konzern letztlich mehr Zeit, um gegen seine Milliardenschulden anzukämpfen und am Ende als Unternehmen – wenn auch vermutlich deutlich kleiner – wirtschaftlich zu überleben.

    Ein Problem der Fluglinie ist, dass ihr die norwegische Regierung über bereits bewilligte drei Milliarden norwegische Kronen (rund 280 Millionen Euro) an garantierten Krediten hinaus keine weitere finanzielle Unterstützung gewähren will.

    Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 17. Dezember will Norwegian ihre Aktionäre um Vollmachten dafür bitten, weitere Schulden in Eigenkapital umwandeln sowie sich auf anderen Wegen neues Kapital beschaffen zu können. Nach Angaben des Osloer Gerichts beliefen sich die Schulden der Airline Ende des dritten Quartals auf rund 66,8 Milliarden norwegische Kronen (6,3 Milliarden Euro).

    Norwegian kämpft seit Monaten mit großen wirtschaftlichen Problemen: Im Zuge ihres jahrelangen Expansionskurses hat die Airline Schulden in Milliardenhöhe angehäuft und muss zudem mit den Folgen der Corona-Krise für die Luftfahrtbranche fertig werden. Die Norwegian-Aktie hat in diesem Jahr erheblich an Wert verloren. Tausende Mitarbeiter sind beurlaubt worden, derzeit sind nur noch sechs Norwegian-Flieger auf Inlandsrouten in Norwegen in Betrieb.

    Mehr: Regierung verweigert Billigflieger Norwegian weitere Finanzhilfe.

    • dpa
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