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Airline Tuifly könnte bald Langstrecke fliegen – und zur Eurowings-Alternative werden

Die Ferienfluggesellschaft will mit neuen Dreamliner-Jets Langstreckenflüge anbieten. Damit der Mutterkonzern Geld gibt, müssen die Mitarbeiter produktiver werden.
04.10.2019 - 13:50 Uhr 1 Kommentar
Thomas-Cook-Pleite: Tuifly erwägt Einstieg in den Langstreckenmarkt Quelle: dpa
Tuifly

Die Airline muss sich bis Jahresende entscheiden, ob sie in den Langstreckenmarkt einsteigen will.

(Foto: dpa)

Frankfurt Tui-Chef Friedrich Joussen will nach dem Scheitern des Rivalen Thomas Cook nicht tatenlos zuschauen, wie der Markt neu verteilt wird. Der frühere Vodafone-Manager ist offensichtlich bereit, ins finanzielle Risiko zu gehen, um bei der Konsolidierung des Reisemarktes mitzumischen.

Nach Informationen des Handelsblatt kann sich Joussen vorstellen, der Airline-Tochter Tuifly die notwendigen Mittel für den Aufbau einer eigenen touristischen Langstrecke zur Verfügung zu stellen. Das geht aus einer internen Information der Arbeitnehmervertreter im Tuifly-Aufsichtsrat hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

„Wir möchten Euch erfreut darüber berichten, dass der Tui-Konzern unserer Tuifly eine Expansion ermöglichen und finanzieren möchte“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Dies beinhaltet auch einen umfangreichen Markteintritt im Langstreckenverkehr mit modernen Flugzeugen Boeing 787.“

Die Zusage ist allerdings an eine wichtige Bedingung geknüpft: Die Arbeitnehmer müssen dem Management beim Thema Kosten Zugeständnisse machen. „Uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tuifly muss ganz unmissverständlich klar sein, dass der Mutterkonzern Tui im Gegenzug (…) durch höhere Produktivität der Tuifly Kostenentlastungen verlangt“, schreiben die Arbeitnehmervertreter.

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    Ein Sprecher von Tuifly bestätigte auf Anfrage, dass es entsprechende Überlegungen gäbe. In der Vergangenheit habe es immer wieder das Angebot gegeben, weiteres Wachstum bei entsprechender Kostenentlastung zu finanzieren. Bisher sei das aber an der Umsetzung einer höheren Produktivität gescheitert. Zu weiteren Details wollte sich der Sprecher nicht äußern.

    Aus dem Unternehmensumfeld ist aber zu hören, dass schon in der kommenden Woche mit den Arbeitnehmervertretern erste Gespräche über eine mögliche Expansion geführt werden sollen. „Das Aus von Thomas Cook sowie die Digitalisierung sorgen für einen nie dagewesenen Marktumbruch, der ganz neue Antworten erfordert, auch auf Mitarbeiterseite“, sagt eine Führungskraft des Unternehmens.

    Man stehe der Offerte durchaus positiv gegenüber, heißt es in Belegschaftskreisen. Auch deshalb, weil es wohl nicht um Dinge wie Entgeltkürzungen gehen soll. Das Management hat vor allem eine höhere Produktivität etwa des fliegenden Personals im Sinn.

    „Die Karotte war noch nie so nah und frisch“, sagt ein Mitarbeiter von Tuifly. Die Aussicht, auf die Langstrecke gehen zu können, ist gerade für Piloten sehr attraktiv. Erst recht, wenn das mit neuem Gerät wie der 787, dem sogenannten Dreamliner geschieht. Vor allem junge Piloten – viele bei Tui haben sich sehr bewusst für die Ferien-Airline und nicht etwa für Lufthansa entschieden – wünschen sich eine langfristige Perspektive für die eigene Weiterentwicklung.

    Der Langstreckenjet 787 ist im Tui-Reich zwar bereits im Einsatz. Die 17 Flugzeuge sind allerdings bisher dem britischen Ableger vorbehalten und werden ausschließlich in Großbritannien, den Niederlanden und Belgien eingesetzt. Eine eigene Langstrecke aus Deutschland heraus wäre für Tui und Tuifly ein Novum. Doch es gibt dafür strategisch gute Argumente.

    Reiseveranstalter befürchten zu starke Eurowings-Abhängigkeit

    Nach der Pleite von Thomas Cook muss sich der Markt komplett neu sortieren – auch im Luftfahrtbereich. Die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor fliegt zwar weiter. Sie braucht aber einen Investor. Bislang ist unklar, ob und in welchem Umfang dieser auch an der Langstrecke von Condor Interesse haben wird. Diese hängt etwa in Frankfurt stark davon ab, von Lufthansa mit Passagieren „gefüttert“ zu werden.

    Die „Hansa“ hat aber über Eurowings bereits begonnen, die Condor-Verbindungen selbst zu bedienen. Jeder, der bei Condor in die Langstrecke investieren will, muss also entweder Lufthansa mit ins Boot holen oder versuchen, gegen Europas größte Airlines zu arbeiten. Ein heikles Unterfangen.

    Gleichzeitig sorgen sich Reiseveranstalter wie DER Touristik, FTI Group, Schauinsland oder Alltours, nach der Pleite von Thomas Cook künftig mehr oder minder von einer Airline abhängig zu sein, die die Preise diktieren kann: Eurowings. Tatsächlich geht man bei dem Lufthansa-Ableger davon aus, künftig deutlich mehr Anfragen von diesen Reiseveranstaltern zu bekommen. Eine stärkere Tuifly wäre für die Reisebranche eine attraktive Alternative. Entsprechend könnte Tuifly auf Unterstützung von anderen Veranstaltern hoffen.

    Vor allem, weil die Digitalisierung und ein neues Konsumentenverhalten den Markt massiv verändern. Fest gebündelte Reisepakete sind immer weniger gefragt. Die Reisenden wollen sich im Internet selbst ihre Pauschalreise zusammenstellen – aus einer Vielzahl an Optionen. Das erfordert umfangreiche Partnerschaften in der Reiseindustrie. Ein einzelner Veranstalter kann gar nicht alle Angebote selbst vorhalten.

    Arbeitnehmer zeigen sich offen
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    1 Kommentar zu "Airline: Tuifly könnte bald Langstrecke fliegen – und zur Eurowings-Alternative werden"

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    • Boeings letzte Flugzeuge, die 787(Batteriebrände), die 737 Max(300+ Tote wegen Sotftwareproblem) und die noch nicht eingesetzte 777X(Frachttür platzt bei Tests aus dem Rumpf - fatal im Flug) haben alle teils erhebliche technische Probleme. Boeings Attitüde zu Betriebssicherheit scheint rein Profit gesteuert zu sein. Probleme werden erst zugegeben wenn der Druck groß genug wird. Die amerikanische FAA gibt ihre Kontrollaufgabe an Boeing ab und macht sich damit selbst überflüssig. In Folge muss die 737 Max in anderen Märkten als den USA neu zertifiziert werden, weil die FAA ihr Vertrauen verspielt hat. Ich setze derzeit kein Vertrauen in die neueren Boeing Modelle.

      Unter diesen Umständen werde ich auf Jahre keinen Fuß in eine 787, 737Max oder 777X setzen, bis die Betriebssicherheit dieser Flugzeuge klar fest steht. Das heisst beim Buchen achte ich darauf mit welchen Flugzeugen geflogen wird. Als Passagier muss ich mich sowieso darauf verlassen das die Airline trotz Sparen an allen Ecken noch sicher unterwegs ist. Wenn dann noch Zweifel am Flugzeug dazu kommen ist da aus meiner Sicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

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