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Airline United Airlines investiert 40 Millionen in Wagnis-Fonds für alternative Treibstoffe

Der Lufthansa-Partner will dem Flugschämen in den USA zuvorkommen. Auf der Transatlantik-Route zählt jedoch vor allem der Preis. Bei den 737-Max-Maschinen wartet United ab.
26.10.2019 - 09:18 Uhr Kommentieren
United Airlines ist auf der Suche nach alternativen Treibstoffen: Die US-Fluggesellschaft investiert 40 Millionen Dollar in einen Fonds für Start-ups, die mit ihren Technologien den CO2-Ausstoß reduzieren. Quelle: Reuters
United Airlines

United Airlines ist auf der Suche nach alternativen Treibstoffen: Die US-Fluggesellschaft investiert 40 Millionen Dollar in einen Fonds für Start-ups, die mit ihren Technologien den CO2-Ausstoß reduzieren.

(Foto: Reuters)

Chicago Die US-Fluggesellschaft United Airlines setzt einen Fonds mit 40 Millionen Dollar für Start-ups auf, die mit ihren Technologien den CO2-Ausstoß reduzieren. Damit reagiert der Lufthansa-Parnter der Star Alliance auf die wachsende Kritik am Fliegen, das für 2,5 Prozent des CO2-Ausstoßes weltweit verantwortlich sind.

„Wir haben in den USA zwar noch kein Flugschämen“, erklärt Oscar Munoz, der Vorstandsvorsitzende von United am Rande einer Medienveranstaltung in Chicago. „Aber wir wollen dem zuvorkommen, damit das gar nicht erst passiert.“

United hatte bereits zuvor angekündigt, bis 2050 seinen CO2-Ausstoß gegenüber 2005 zu halbieren. Außerdem tankt United schon heute am Flughafen in Los Angeles bis zu 50 Prozent alternative, nachhaltige Treibstoffe. Diese stammen vor allem aus Tier-Abfällen. Vor vier Jahren hat sich United mit 30 Millionen Dollar an dem Start-up Fulcrum beteiligt, das Treibstoff aus Haushaltsabfällen herstellen will.

Bisher sind alternative Treibstoffe deutlich teurer als herkömmliches Flugbenzin. „Aber es hat auch bei der Ölindustrie Jahrzehnte gedauert, bis wir die effiziente Infrastruktur hatten, die wir heute haben“, gibt Munoz zu bedenken. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Fluggesellschaften an der Forschung und Entwicklung beteiligen, damit wir möglichst bald skalierbare Lösungen haben, die auch ökonomisch Sinn machen.“ Vor wenigen Tagen habe er in Kanada mit dem Lufthansa-CEO Carsten Spohr erneut darüber gesprochen.

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    Tatsächlich arbeiten auch andere Fluggesellschaften an Lösungen, ihren Ausstoß zu reduzieren – durch neue Treibstoffe, leichtere Flugzeuge, effizientere Motoren und weniger Einweg-Verpackungen. Die US-Billig-Airline Jet Blue hat versprochen, ab 2020 nur noch CO2-neutral zu wachsen.

    „Nachhaltige Treibstoffe kosten noch sehr viel und es gibt noch kein großes Angebot“, sagte der Jet-Blue-Vorstandsvorsitzende Robin Hayes beim Bloomberg-Nachhaltigkeits-Gipfel am Mittwoch in New York. Dennoch setzt auch Jet Blue auf alternative Treibstoffe. Denn: „Kompensationszertifikate sind gut, aber sie sind nur eine Zwischenlösung“, meint Hayes.

    Branchen-Berater von Atmosphere Research Henry Hartveldt beobachtet in seinen Umfragen, „dass auch in den USA Klimawandel gerade bei den jüngeren Passagieren ein wichtiges Thema ist“. Er gibt aber auch zu bedenken, dass die Amerikaner wegen der großen Distanzen meist nicht einfach auf den Zug umsteigen können. „Wir sind auf Fliegen angewiesen“, sagt er. Alternative Treibstoffe seien da eine von vielen Lösungen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

    United ist mit einem Umsatz von 41,3 Milliarden Dollar nach Delta und American die drittgrößte US-Airline, und Lufthansa ist der wichtigste transatlantische Partner. Noch vor zwei Jahren hat die Fluggesellschaft noch eine schwere Krise durchgemacht, als ein Video sich auf den sozialen Medien verbreitete, in dem zu sehen war, wie ein Passagier aus dem Flugzeug gezerrt wurde. Heute dagegen steht United deutlich besser dar und freut sich über gesundes Wachstum und Auszeichnungen. In den kommenden zwei Jahren will United 34.000 neue Mitarbeiter einstellen. Vor Kurzem hat die Fluggesellschaft Direktflüge nach Südafrika, Nizza und Palermo angekündigt.

    Preiskampf über dem Atlantik

    Gerade bei den Flügen über den Atlantik geht es den Kunden bisher vor allem um den Preis und nicht so sehr um das Klima. Die Fluggesellschaften haben dort unter einem starken Preiskampf zu leiden. „Die Ticket-Preise haben da oft nicht die Kosten gedeckt“, erläutert United-Präsident Scott Kirby. Deshalb seien einige Billig-Anbieter zuletzt auch vom Markt verschwunden. „Ich denke, wir werden weiter einen harten Wettbewerb über dem Atlantik erleben. Aber die Preise werden wieder leicht anziehen und die Kosten decken“, ist Kirby überzeugt.

    Um der Nachfrage nach billigen Flügen nach Amerika entgegenzukommen, hat die Lufthansa erst am Donnerstag ihre neue „Economy Light“-Klasse für Flüge zwischen Europa und Amerika und anderen Langstrecken angekündigt. Bei diesen Tickets können Passagiere nur ihr Handgepäck mitbringen. Wenn sie doch einen Koffer einchecken wollen, zahlen sie extra – ähnlich wie bei der Low-Cost-Tochter Eurowings.

    United bietet diese Tickets für Nur-Handgepäck-Flieger schon heute innerhalb den USA an und geht sogar noch einen Schritt weiter: Bei „Basic Economy“ dürfen die Passagiere nicht einmal einen Trolley in die Kabine mitnehmen, sondern nur ein kleines Gepäckstück, das nicht höher als 45 Zentimeter und nicht tiefer als 25 Zentimeter ist.

    Bei 737 Max steht die Sicherheit an erster Stelle

    Wann United seine 15 737-Max-Maschinen von Flugzeugbauer Boeing wieder in Betrieb nehmen kann, die in der Folge von zwei Abstürzen mit insgesamt fast 400 Toten am Boden bleiben, darüber mag der United-CEO Munoz nicht spekulieren. Boeing-Chef Dennis Muilenburg hielt zwar vor wenigen Tagen daran fest, dass die Flugzeuge bis zum Ende des Jahres wieder von der FAA zugelassen werden. Aber United hat die Maschinen vorsichtshalber nicht in seinem Winterflugplan berücksichtigt. „Bei uns steht die Sicherheit an erster Stelle. Egal wie lange es dauert“, sagte Munoz. Auch wenn die 737-Max-Flugzeuge wieder zugelassen sind, will er den Kunden die Möglichkeit geben, kostenlos umzubuchen.

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