Airlines for Europe gegründet EU-Airlines greifen Flughäfen wegen Gebühren an

Billigflieger und etablierte Airlines tun sich zusammen: Fluggesellschaften wie Lufthansa und Ryanair gründen einen neuen Verband. Die erste Tat: Eine Attacke auf die Flughäfen. Doch „A4E“ hat eine große Schwäche.
Trotz aller Gegensätze gibt es nun einen gemeinsamen Verband von Billig- und etablierten Airlines. Quelle: picture alliance/dpa
Ryanair und Lufthansa

Trotz aller Gegensätze gibt es nun einen gemeinsamen Verband von Billig- und etablierten Airlines.

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AmsterdamDie Zahl hinterlässt Eindruck. Die Gebühren an den 21 größten europäischen Flughäfen sind in den zurückliegenden zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen. Das jedenfalls behauptet eine Studie des neu gegründeten Airlineverbandes A4E, Airlines for Europe. An den zehn größten Airports betrage die Steigerung sogar 90 Prozent. Im gleichen Zeitraum seien die Ticketpreise um 20 Prozent gesunken, heißt es in einem Statement des Verbandes.

Die Botschaft ist klar: Die Gebühren an den europäischen Flughäfen müssen runter. „Wir bitten die EU dringend, dafür zu sorgen, dass die Gebühren gesenkt werden, in dem sichergestellt wird, dass Monopol-Flughäfen bei der Entgeltgestaltung effektiv reguliert werden“, forderten am Mittwoch die Chefs von Lufthansa, IAG (British Airways und Iberia), Air France-KLM, Ryanair und Easyjet auf ihrer ersten gemeinsamen Pressekonferenz nach Gründung des Verbandes am niederländischen Flughafen Amsterdam Schipol.

Der Ort und die Zeit dieser Botschaft sind bewusst gewählt. Derzeit findet in Amsterdam der EU Aviation Summit unter der Niederländischen Ratspräsidentschaft statt. Mit dabei ist unter anderem Violeta Bulc, die EU-Verkehrskommissarin. Sie hatte im Dezember angekündigt, ein Luftverkehrskonzept zu erarbeiten.

Nun versucht jeder in der Branche, das Beste für sich herauszuholen. Und so meldete sich am Mittwoch auch die Konkurrenzorganisation, die Association of European Airlines (AEA), zu Wort. Auch sie forderte von der EU mehr Ehrgeiz bei der Formulierung konkreter Ziele für den Luftverkehr. Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden, heißt es in einem Statement, das allerdings keine weiteren Details nennt.

Mehr konkreten Druck baut dagegen der neue Verband auf. Er argumentiert geschickt mit den in den Augen der EU so wichtigen Verbraucherpreisen. Der Gebührenzuwachs bedeute, dass die Fluggäste in den zurückliegenden zehn Jahren 5,4 Milliarden Euro mehr für Gebühren berappt hätten. Die höchsten Gebühren pro Passagier würden mit 44 Euro in Großbritannien anfallen, gefolgt von der Schweiz (38 Euro) und Deutschland (35 Euro).

Lufthansa, IAG, Air France-KLM, Ryanair und Easyjet hatten sich im vergangenen Sommer erstmals an einen Tisch gesetzt. Bis dato hatten die etablierten Anbieter und die Billig-Airlines vor allem gegeneinander gearbeitet. Jede Gruppe hat eine eigene Interessensvertretung. Doch angesichts immer neuer Auflagen für die europäischen Fluggesellschaften wie etwa die Pflicht, Emissionsrechte zu erwerben, oder Nachtflugeinschränkungen hatten die Chefs der Gründungs-Unternehmen das Gefühl, dass die Branche stärker mit einer Stimme sprechen muss.

Die IAG und auch die deutsche Air Berlin sind mittlerweile sogar aus der AEA ausgetreten. Die Schwäche der neuen Organisation: Bei ebenfalls wichtigen Themen wie etwa dem Umgang mit den aggressiv wachsenden Golf-Airlines ist man sich uneins – sie sind von vornherein ausgeklammert.

Die fünf Gründungsmitglieder stehen für gut 460 Millionen Passagiere pro Jahr, etwa die Hälfte aller Reisenden in Europa. Betrieben werden rund 2100 Flugzeuge, der addierte Umsatz liegt bei 85 Milliarden Euro im Jahr.

„Eine unhygienische Kloake von Flughafen“
Platz 10 – London Luton Airport, England
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Platz zehn geht an den Londoner Flughafen Luton. Nach Heathrow, Gatwick und Stansted ist dies der viertgrößte Airport der britischen Hauptstadt und liegt etwa 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Hauptkritikpunkt am Flughafen ist, dass für so ziemlich alles extra obendrauf bezahlt werden muss. So kostet schon die Einfahrt auf das Flughafengelände zweieinhalb Pfund Gebühr, auch die Benutzung eines Koffertrolleys und Wlan schlagen extra zu Buche. An den Schaltern bilden sich oft lange Schlangen, auch das Essen am Airport wird als schlecht bewertet.

Regelmäßig küren die User der Bewertungswebseite „The Guide to Sleeping in Airports“ in einer großen Umfrage den miesesten Flughafen der Welt. Dabei haben diesmal mehr als 26.000 Reisende teilgenommen. Sie bewerteten ihre besuchten Flughäfen nach dem Gesamteindruck, der Sauberkeim im Terminal, den Einkaufsmöglichkeiten, dem Service, dem Komfort und der Möglichkeit, auf dem Flughafen zu schlafen.

Platz 9 – Flughafen Bergamo, Italien
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Am Flughafen Bergamo scheinen sich vor allem Diebe wohl zu fühlen, aber keine Flugpassagiere: „Leute laufen durch den Flughafen und beklauen schlafende Passagiere“, schreibt ein Reisender auf sleepinginairports.net. Dabei soll die Security wenig Interesse an Diebstählen haben. Manche Reisende berichten, dass die Sicherheitsleute die Gäste dafür oft aus dem Schlaf reißen, damit sie gefälligst selbst auf ihre Sachen aufpassen.

Platz 8 – Flughafen Brüssel-Charleroi, Belgien
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Was treibt der Flughafen Brüssel-Charleroi nur mit seinen Fluggästen? Die Kommentare lassen absolut nichts Gutes erahnen: „Ich habe das Gefühl, dieser Flughafen tut alles dafür, dass man ihn hasst“, schreibt da jemand. Der Airport, 50 Kilometer von Brüssel entfernt, wird vor allem von Billigfliegern angeflogen. Hier gibt es nicht genug Sitzmöglichkeiten, zu wenig Einkaufsmöglichkeiten – und die Heizung streikt auch regelmäßig. Außerdem gibt es nachts keine Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Brüssel.

Platz 7 – Flughafen Rom-Ciampino, Italien
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Hier fliegt auch mal der Papst ab – und wartet auf dem Rollfeld: Der Flughafen Rom-Ciampino ist hinter dem Airport Fiumicino der kleinere Flughafen der italienischen Hauptstadt und wird eher von Billig-Airlines genutzt. Fluggäste bemängeln hier vor allem die düstere Atmosphäre, lange Schlangen und wenig Sitzmöglichkeiten. so schreibt ein Gast in seiner Bewertung: „Es gibt nirgends genug Sitze für die Anzahl der Leute, die diesen Flughafen nutzen.“

Platz 6 – Flughafen Korfu, Griechenland
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So schön Korfu auch ist: der Flughafen der Insel ist es nicht. In einer Bewertung eines Reisenden auf „The Guide to Sleeping in Airports“ findet sich ein sehr drastischer Vergleich für die Verhältnisse auf dem Airport: „Unsere Gefangenen haben im Vergleich zu dieser unhygienischen Kloake von Flughafen wahre Luxusstandards beim Essen, Unterhaltung und Komfort.“ Weitere Mängel sind zu wenig Sitzgelegenheiten, schlechte Beleuchtung, kaum Restaurants und andere Shopping-Möglichkeiten.

Platz 5 – Flughafen Berlin-Schönefeld, Deutschland
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Der Flughafen Berlin-Schönefeld hat die zweifelhafte Ehre, der einzige deutsche Vertreter im Ranking zu sein. Der ehemalige DDR-Flughafen direkt neben der Großbaustelle BER ist ordentlich in die Jahre gekommen, internationale Reisende fühlen sich hier nicht wirklich wohl. So lange der Hauptstadtflughafen noch auf sich warten lässt, müssen Reisen in Schönefeld ebenfalls mit zu wenig Restaurants und Shops auskommen.

Platz 4 – Flughafen Iraklio, Kreta, Griechenland
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Wieder Griechenland, wieder ein grausamer Flughafen. Dieses Mal geht es um den Flughafen Iraklio auf Kreta. Hier bilden sich Schlangen vom Terminal bis hinaus auf dem Parkplatz. Kommentar eines Reisenden: „Das ist der schlechteste Flughafen, an dem ich jemals war. Unfähiges Personal und ein lächerliches System, bei dem die meiste Zeit nur ein Gepäckscanner im Einsatz ist.“ Zumindest zwei Sofas auf der zweiten Etage können im ungünstigen Fall einer Flughafen-Übernachtung genutzt werden, doch hier ist Eile geboten: Die Security des Airports lungert hier auch gerne rum.

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