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Airlines Luftfahrt rechnet wegen Corona mit jahrelanger Krise

Anders als in früheren Krisen verläuft die Erholung der Branche schleppender als geplant. Branchenvertreter warnt vor einer langen Durststrecke.
19.08.2020 Update: 19.08.2020 - 11:57 Uhr Kommentieren
Viele Geschäftsreisen werden nach Einschätzung des BDL auch nach der Pandemie durch digitale Veranstaltungen ersetzt. Quelle: AP
Geparkte Lufthansa-Flugzeuge

Viele Geschäftsreisen werden nach Einschätzung des BDL auch nach der Pandemie durch digitale Veranstaltungen ersetzt.

(Foto: AP)

Frankfurt Die Hoffnung auf eine rasche Erholung des Luftverkehrs schwindet immer stärker. Im Juli habe die Nachfrage noch etwas an Fahrt aufgenommen, erklärte Peter Gerber, Präsident der Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), am Mittwoch: „Aber mit dem beginnenden Ende der Ferienzeit kommt es im August schon wieder zu einer nachlassenden Nachfrage.“ Die neuen Reisewarnungen etwa für Spanien hätten dabei einen deutlich negativen Effekt.

Damit zeichnet sich ab, dass diese Krise anders verläuft als frühere. Erst 2024 dürften die Passagierzahlen nach Einschätzung des Verbands wieder den Stand von 2019 erreichen.

Der Luftverkehr ist traditionell sehr anfällig für externe Faktoren wie etwa geopolitische Krisen oder Pandemien. Doch in der Vergangenheit hat sich die Branche stets recht zügig wieder erholt. Corona sei keine lokale Angelegenheit wie etwa vor einigen Jahren die Lungenkrankheit Sars, so Gerber. Die habe man noch weitgehend lokal kontrollieren können.

„Vor uns liegt eine lange, lange Durststrecke“, so Gerber. Das gelte selbst dann, wenn positive Entwicklungen wie etwa ein neuer Impfstoff so kämen wie erwartet. Die Aussagen decken sich mit der Einschätzung vieler Airline-Manager. „Die Aussichten bleiben für alle eher trüb“, hatte Jens Bischof, der Chef des Lufthansa-Ablegers Eurowings, am Dienstag gesagt. „Diese Krise wird länger dauern als die Terrorattacken vom 11. September 2001 oder die Finanzkrise.“

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    Ein großes Problem: Die immer noch für weite Teile der Welt geltenden Reisebeschränkungen behindern die Erholung vor allem auf den wichtigen Langstrecken. „Der Luftverkehr ist weiterhin zu bis zu 70 Prozent blockiert“, sagte Gerber. Diese Beschränkungen müssten aufgehoben werden, solle der Luftverkehr wieder in der Lage sein, sich selbst zu finanzieren.

    Langstreckenverkehr ist bisher kaum möglich

    Die Branche arbeitet weltweit deshalb an einem Pilotprojekt, bei dem der Langstreckenverkehr auf ausgewählten Strecken etwa von Europa nach Nordamerika unter gewissen Bedingungen erprobt werden soll. Dazu zählt etwa die Vorlage eines negativen Coronatests. Doch erst müssen noch die Behörden zustimmen. Einen Zeitpunkt für den Start eines solchen Projektes wollte Gerber deshalb nicht nennen.

    Die Folgen der Pandemie lassen sich in der Halbjahresbilanz des BDL ablesen. Danach verzeichneten die Fluggesellschaften in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Minus bei den Passagieren von 58 Prozent. In Europa betrug der Rückgang 62 Prozent, in Deutschland sogar 65 Prozent. Ähnlich groß ist das Minus an den Flughäfen. Nur die Luftfracht blieb mit minus 15 Prozent vergleichsweise stabil.

    Wegen der massiven Ausfälle befinden sich nach wie vor rund 80 Prozent der im Luftverkehr tätigen Mitarbeiter in Kurzarbeit. Alleine bei den deutschen Airlines sind das 83.000 Mitarbeiter. Für das Gesamtjahr verweist der BDL auf die Prognosen des Weltairlineverbandes IATA. Der sagt für Deutschland einen Rückgang bei den Passagierzahlen in Deutschland um 63 Prozent aus.

    Rasche Besserung ist nicht in Sicht. „Auch 2021 wird der Luftverkehr in der Verlustzone bleiben“, erklärte Gerber.

    Mehr: „Epochaler Umbruch“ in der Luftfahrt: So soll der Branche der Neustart gelingen

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