Aktie im Sturzflug Macy's streicht über 10.000 Stellen

Für die US-Kaufhauskette Macy's beginnt das Jahr mit schlechten Neuigkeiten: Nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft werden massiv Stellen gestrichen und Filialen geschlossen. Die Aktie reagiert sofort.
Update: 05.01.2017 - 08:13 Uhr Kommentieren
Strauchelnde Ikone: das berühmte Kaufhaus Macy´s in New York. Quelle: AP
USA

Strauchelnde Ikone: das berühmte Kaufhaus Macy´s in New York.

(Foto: AP)

CincinnatiDie US-Kaufhauskette Macy's hat nach einem überraschend schwachen Weihnachtsgeschäft einen großen Jobabbau angekündigt. Das Unternehmen senkte am Mittwoch seine Gewinnprognose und gab bekannt, mehr als 10 000 Stellen zu streichen. Das Traditionsunternehmen machte einem Teil der betroffenen Mitarbeiter jedoch Hoffnung, ihnen neue Jobs anbieten zu können.

Im November und Dezember schrumpften die Verkäufe in etablierten Macy's-Filialen verglichen mit dem Vorjahreswert um 2,1 Prozent. Vorstandschef Terry Lundgren räumte ein, mit besseren Ergebnissen gerechnet zu haben. Der Geschäftsausblick wurde gekürzt - Macy's geht für 2017 nun von einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 2,95 und 3,10 Dollar aus. Zuvor waren es noch 3,15 bis 3,40 Dollar gewesen.

Anleger reagierten geschockt. Die Aktie fiel nachbörslich um zehn Prozent.

Der Stellenabbau ist Teil eines Sparprogramms, das die Schließung von 100 der zuletzt 730 Filialen, Verkäufe von Immobilien in Konzernbesitz und Umstrukturierungen von Geschäftsbereichen umfasst.

Die Filialschließungen, von denen drei schon erfolgt sind und 65 bis Mitte des Jahres folgen sollen, hatte Macy's bereits im August angekündigt. Dieser Teil des Sparpakets betrifft dem Unternehmen nach 3900 Jobs. Man werde versuchen, den betroffenen Mitarbeitern neue Beschäftigung in nahe gelegenen Filialen anzubieten - sofern möglich. Bei weiteren etwa 6200 Stellen bestehe diese Hoffnung nicht.

Durch das Sparprogramm sollen die jährlichen Kosten ab 2017 um etwa 550 Millionen Dollar gesenkt werden. Zunächst werden die Kündigungen und Abfindungen aber ins Geld gehen: Die Bilanz für das vierte Quartal werde deshalb mit 250 Millionen Dollar belastet, so Macy's. Die Filialschließungen dürften den Absatz im laufenden Geschäftsjahr um etwa 575 Millionen Dollar drücken.

Das sind Europas Luxuskaufhäuser
Traditionelles Shopping
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Staunend schieben sich Menschenmassen wie vor Jahrzehnten durch Europas exklusive Konsumtempel, zu denen zum Beispiel Harrods und das KaDeWe zählen. Die Häuser setzen auf Tradition und meiden zugleich Stillstand. Ein Überblick. (Quelle: dpa)

Harrods in London
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Eine Schachtel handgemachte Schokolade für umgerechnet mehr als 10.000 Euro oder ein Baby-Elefant, den der spätere US-Präsident Ronald Reagan für einen Parteitag bestellte – im Londoner Luxus-Kaufhaus Harrods war und ist vieles möglich. Exotische Tiere werden dort zwar schon lange nicht mehr verkauft, aber das schillernde Angebot der Touristenattraktion zieht jeden Tag bis zu 300 000 Gäste an. Nicht nur in der Weihnachtszeit klingeln die Kassen kräftig. Viele Araber entfliehen im Sommer der Wüstenhitze und kaufen – angesichts der Entbehrungen des bevorstehenden Ramadans – für enorme Summen Juwelen oder Designer-Handtaschen im Harrods ein.

Harrods
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Eine Gedenkstätte im Gebäude erinnert an Prinzessin Diana, die mit ihrem Freund Dodi Al Fayed bei einem Autounfall starb. Dessen Vater Mohamed Al Fayed gehörte das Luxus-Kaufhaus – bis der ägyptische Milliardär es 2010 an den Investor Qatar Holding des Emirats Katar verkaufte. Das Motto des Konsumtempels: Omnia, Omnibus, Ubique – Alles, für jeden, überall. Beim Dresscode werden allerdings engere Grenzen gesetzt: Schon eine Punkfrisur reichte in der Vergangenheit aus, um nicht in die heiligen Hallen eingelassen zu werden.

KaDeWe
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Für viele Berliner und Touristen ist das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) die Einkaufsinstanz in der Hauptstadt. Doch der kaiserzeitliche Konsumtempel ist in die Jahre gekommen. Zwar glänzen in der Luxusabteilung Läden von Gucci bis Rolex. Doch wer weiter in das Gebäude vordringt, steht vor Reihen gleichförmiger Kleiderständer mit Blusen und Strickjacken, wie es sie auch anderswo gibt. Inzwischen kommen manche Berliner Einkaufszentren ähnlich vornehm daher wie das KaDeWe – nicht zu schweigen von Vorzeigeläden der Markenartikler, von Apple über Boss bis Gerry Weber.

KaDeWe
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Das KaDeWe wird deshalb seit etwa einem halben Jahr grundlegend umgebaut. Besucher merken nicht viel davon, weil die Arbeiter hinter Gipskarton werkeln. Doch in den nächsten Jahren wird das KaDeWe praktisch neu erfunden: vier Kaufhäuser unter einem Dach, jedes angeordnet um eigene Treppenhäuser. Ganz oben auf das Dach kommt ein Gartenrestaurant. Ein dreistelliger Millionenbetrag wird investiert, damit das Haus eine Attraktion bleibt. Der Slogan dazu: „Cities change – so do we“ („Städte ändern sich – wir auch”).

La Rinascente in Mailand
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Eleganz wird noch immer großgeschrieben im Traditions-Warenhaus La Rinascente in Europas Modehauptstadt Mailand. In Toplage direkt an der Piazza des berühmten Doms zieht das 2016 als „bestes Warenhaus weltweit“ ausgezeichnete Flaggschiff der Handelsgruppe Touristen wie Einheimische an. Hinter schlichter Fassade wartet La Rinascente auf 14 Ebenen mit dem typischen Sortiment eines Luxuskaufhauses auf: Es gibt einen Gourmet-Supermarkt, Mode von italienischen und internationalen Designern bis hin zu Wellness- und Kosmetikprodukten.

La Rinascente in Mailand
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Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten in Italien scheint das Konzept des 1865 gegründeten Unternehmens noch zu funktionieren: 2015 vermeldete Chef Alberto Baldan einen Umsatz auf dem Heimatmarkt von mehr als 500 Millionen Euro. La-Rinascente-Häuser gibt es in zehn italienischen Städten. Das Angebot wird ständig erweitert und das Haupthaus immer wieder renoviert. 2015 stieg die Rinascente-Gruppe bei der KaDeWe Group ein. Mit der deutschen Warenhauskette und dem Illum in Kopenhagen erzielte die Gruppe 2015 laut CEO Baldan einen Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro. Seit 2011 gehört La Rinascente zur thailändischen Central Group.

Die US-Shopping-Ikone Macy's, gegründet 1858, ist nicht zuletzt für ihre New Yorker Flaggschiff-Filiale am Herald Square weltberühmt. Doch das Unternehmen leidet wie der gesamte klassische Einzelhandel unter verschärfter Konkurrenz durch Online-Rivalen wie Amazon. Der Konzern, zu dem auch die Luxuskette Bloomingdale's gehört, versucht schon länger, mit Stellenabbau und Filialschließungen dagegenzuhalten.

  • dpa
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