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Albert Kreuz Was Mann drunter trägt

Schlichte Unterhemden mit einem tiefen V-Ausschnitt für den Anzug tragenden Geschäftsmann: Uwe Schmidt entwirft unter der Marke Albert Kreuz Business-Unterwäsche für Herren. Einblicke in ein schlüpfriges Geschäft.
08.07.2016 - 12:20 Uhr
Uwe Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von Albert Kreuz, präsentiert ein hautfarbenes Unterhemd aus seiner Kollektion. Quelle: PR
Unterwäsche für den Mann

Uwe Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von Albert Kreuz, präsentiert ein hautfarbenes Unterhemd aus seiner Kollektion.

(Foto: PR)

Düsseldorf Heino Ferch und Samuel Finzi tragen sie im neuen Film über den legendären Regisseur Fritz Lang. Die beiden Schauspieler zeigen sich in Unterwäsche der Marke Albert Kreuz. Auf diese Promiwerbung ist Uwe Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der kleinen Marke aus Teltow bei Berlin, stolz.

Denn Albert Kreuz ist ein kleines Unternehmen mit knappem Budget. „Wir haben uns auf Unterwäsche für Geschäftsleute konzentriert“, erklärt Schmidt die Marktnische, in der sich seine Firma bewegt. Er meint damit Unterhemden, die extrem dünn sind, einen tiefen V-Ausschnitt haben, und die er nicht im üblichen Weiß, sondern in Hautfarbe liefert. „Sie sollen möglichst unsichtbar sein“, sagt Schmidt.

Das Geschäft mit der speziellen Unterwäsche für Herren läuft. Im vergangenen Jahr hat Schmidt schon rund 35.000 Teile verkauft und einen Umsatz von rund 700.000 Euro erzielt. Davon blieben am Schluss 67.000 Euro Gewinn vor Steuern übrig. In diesem Jahr könnte der Umsatz auf 1,2 Millionen und der Vorsteuergewinn auf rund 100.000 Euro steigen, erwartet der Geschäftsführer.

Auf die Idee mit der Business-Unterwäsche für den Mann kam der 47-Jährige vor acht Jahren. Damals arbeitete er als Projektleiter in einer Versicherung. Er ärgerte sich, dass er keine glatten, unauffälligen Unterhemden fand mit einem möglichst tiefen V-Ausschnitt, der bei offenem Hemd unsichtbar war.

Sein Arbeitgeber hielt Schmidt ein Jahr seine alte Stelle frei. Und die Industrie- und Handelskammer half dem Quereinsteiger, einen Businessplan zu erstellen und seine Lieferanten zu finden. Mit einer Berliner Designerin entwarf er dann einen Prototypen und ließ ihn in einem Textilunternehmen in Hartmannsdorf produzieren.

Die WM der Supermodels
Supermodel-WM
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Die Victoria’s Secret Fashion Show ist so etwas wie die Weltmeisterschaft der Supermodels. Etwa zwei Dutzend junge Frauen – alle möglichst unter 30 Jahren und definitiv unter 60 Kilo – laufen ein paar Meter, und die ganze Welt schaut zu.

(Foto: ap)
Jubiläum
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Einmal im Jahr schickt Victoria’s Secret seine „Engel“ kurz vor Weihnachten ins Licht der Scheinwerfer und einmal im Jahr steht die Branche Kopf wegen der Frauen, der Unterwäsche oder einfach der Show mit viel Glitzer und noch mehr Prominenz. In diesem Jahr wurde die „Victoria's Secret Fashion Show“ 20 Jahre alt.

(Foto: AFP)
Das „Apple“ der Unterwäsche
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Im Grunde ist es einfach nur ein Einzelhändler, der seine Produkte zeigt. Doch ähnlich wie Apple hat es Victoria’s Secret geschafft, aus der jährlichen Präsentation ein Weltereignis zu machen – und Prominente, Medien und nicht zuletzt Zuschauer und Kunden machen gern mit.

(Foto: AFP)
Kult trotz Kritik
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Selbst wenn es Vorwürfe über angebliche Kinderarbeit bei Zulieferern oder Schadstoffe in den Textilien gibt (vor Gericht abgewiesen), selbst wenn es Klagen über mangelnde Qualität oder wie jüngst schlecht manipulierte Werbefotos gibt, auf denen eine Frau nur eine Pobacke hatte (im Internet nachgewiesen) – „VS“ ist Kult und nichts besseres kann einer Marke passieren.

(Foto: Reuters)
Problematisches Frauenbild
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Das Paradoxe ist, dass die selben Kreise, die die Modenschauen als Hochämter zelebrieren, auch die sind, die sich über ein angeblich unrealistisches Frauenbild in den Modenschauen erregen.

(Foto: AFP)
Dünner als der Durchschnitt
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Tatsächlich hat die Universität von Kalifornien herausgefunden, dass die Models in der Regel satte 13 Zentimeter größer (1,78 Meter) und trotzdem ebenso satte 13 Kilo leichter (53,5 Kilo) sind als die Durchschnittsamerikanerin.

(Foto: AFP)
Kaum jemand isst zu wenig
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Aber überrascht es wirklich jemanden, dass man zur Präsentation seiner Waren, zumal Unterwäsche, die Schönsten nimmt? Freunde von Victoria’s Secret, ebenso wie die von Barbie und Miss-Wettbewerben, erinnern zudem daran, dass Fehlernährung zwar Dutzende Millionen Menschen betrifft – aber nur ein verschwindender Bruchteil von ihnen isst zu wenig, jedoch mehr als jeder dritte Amerikaner viel zu viel.

(Foto: dpa)

Schmidt investierte 50.000 Euro und nahm einen Mikrokredit von 12.000 Euro auf, den er inzwischen zurückgezahlt hat. Seitdem finanziert er sich nach eigenen Angaben nur über den Cashflow. Er hat zwar zeitweise nach Investoren gesucht, ist heute aber froh, dass sich damals niemand fand. „Ich will lieber aus eigenen Mitteln ein nachhaltiges Geschäft aufbauen und habe keinen Druck von Investoren.“

Er lässt die Unterwäsche nicht irgendwo in Asien oder in Ost- oder Südeuropa nähen, sondern in Deutschland. „Rund um Chemnitz gibt es noch eine Textilindustrie, die fast lückenlos ist“, beschreibt er die Region, in der viele seiner Zulieferer sitzen. Stoffe und Bänder kommen aus Österreich.

Hauptabsatzmarkt ist das Online-Geschäft. Nur einen kleinen Teil der Ware verkauft er in einem kleinen eigenen Laden in Treptow und bei ausgewählten Textilhändlern.

Für den „fast ästhetikverliebten und extrem körperbewussten Mann“
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