Albrecht-Familie Theo Albrecht bangt um Milliardeninvestition von Aldi Nord

Aldi Nord will mit dem Projekt „Aniko“ seine Filialen modernisieren. Dafür nimmt der Discounter mehr als fünf Milliarden Euro in die Hand. Doch ein Streit im Albrecht-Clan könnte das Vorhaben noch bremsen.
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Heller, freundlicher, großzügiger - so sollen Filialen von Aldi Nord nach den Modernisierungen von den Kunden wahrgenommen werden. Quelle: dpa
Aldi-Markt der Zukunft

Heller, freundlicher, großzügiger - so sollen Filialen von Aldi Nord nach den Modernisierungen von den Kunden wahrgenommen werden.

(Foto: dpa)

EssenIm Familienstreit wirbt Aldi-Erbe Theo Albrecht jetzt auch persönlich für die geplanten Milliardeninvestitionen des Discountriesen. „Aniko ist eine der bedeutendsten unternehmerischen Entscheidungen in der Geschichte von Aldi-Nord“, erklärte Theo Albrecht junior, Sohn des Unternehmensgründers, der Deutschen Presse-Agentur. Unter diesem Code-Namen läuft intern ein Projekt, mit dem für 5,2 Milliarden Euro europaweit die Filialen von Aldi Nord umgebaut werden sollen. Nach dem Vorbild einer Test-Filiale in Herten sollen die Märkte heller, freundlicher und auch ein Stück weit großzügiger werden.

Doch ein Streit innerhalb der Eigentümerfamilie bremst zurzeit das Vorhaben. Denn die Milliardeninvestitionen müssen noch eine wichtige Hürde nehmen. Der Discounter ist im Besitz von drei Stiftungen, die den Plänen einstimmig zustimmen müssen. Doch es fehlt bislang grünes Licht von der Jakobus-Stiftung, in der die Witwe des Gründersohns Berthold Albrecht und ihre Kinder das Sagen haben. Deshalb befürchtet die Seite von Theo Albrecht, dass die Pläne in die seit über einem Jahr andauernden Auseinandersetzungen zwischen den zerstrittenen Familienstämmen – auf der einen Seite Theo Albrecht junior, auf der anderen Seite Babette Albrecht und ihre Kinder – hineingezogen werden könnten.

Der Rechtsanwalt von Babette Albrecht, Andreas Urban, wies den Vorwurf, den Konzern zu bremsen, allerdings entschieden zurück. „Der Vorstand der Jakobus-Stiftung trifft seine Entscheidungen entsprechend seiner Verantwortung für das Ihm anvertraute Vermögen und im Einklang mit den bestehenden rechtlichen Vorgaben dann, wenn alle für die Entscheidungsfindung notwendigen Informationen vollständig vorliegen", teilte Urban mit.  Dies sei jedoch derzeit noch nicht der Fall. „Wir können nicht auf Basis unvollständiger Informationen entscheiden. Es geht ja um viel Geld.“

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Kampf um die Macht in der Jakobus-Stiftung, in die Gründersohn Berthold seinen Teil der Unternehmensanteile eingebracht hat. Vor seinem Tod hatte Berthold die Satzung der Stiftung so geändert, dass seine Erben nicht mehr über die Auszahlungen entscheiden konnten. Seine Witwe und ihre Töchter hatten das vor Gericht in erster Instanz erfolgreich angefochten. Deshalb stellen sie nun zusammen mit Anwalt Urban den Vorstand und können zumindest vorläufig in der Jakobus-Stiftung alle Entscheidungen fällen.

Das ist Aldis neuer Look
Regionaler Touch
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Der neugebaute Testmarkt von Aldi Nord im nördlichen Ruhrgebiet hat 1200 Quadratmeter Fläche – 500 mehr als sein Vorgänger. Er soll Vorbild für alle neuen Filialen werden.

Erweitertes Angebot
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Zahlreiche neue Produkte finden die Kunden künftig bei Aldi Nord. So auch ein größeres Sortiment an Snacks und fertig zubereiteten Salaten.

Mehr Information
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Videobildschirme informieren über die Angebote auf der Aktionsfläche. Große Hinweise auf die Bereiche erleichtern das Zurechtfinden im Laden.

Neue Ware
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Ein Extra-Regal präsentiert Neuzugänge im Sortiment. Rund 2500 verschiedene Produkte führt ein Aldi-Nord-Markt im Schnitt, wenn man alle Varianten mitrechnet.

Heiße Getränke
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Im Eingangsbereich des Marktes können Kunden sich verschiede Kaffeezubereitungen aus dem Automaten ziehen. Die Bohnen dafür hat Aldi natürlich selbst geröstet.

Freie Hände
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Im Testmarkt haben alle Einkaufswagen einen Halter für den Kaffeebecher - damit nichts den Kunden vom Einkaufen abhält.

Brot und Brötchen
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Auch das Sortiment an Backwaren wurde noch einmal um 13 Sorten aufgestockt. Alles wird in den Öfen hinter dem Regal frisch gebacken - oder zumindest aufgebacken.

Für die weitere gerichtliche Auseinandersetzung vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig gibt es noch keine Termine. Strittig ist unter anderem, ob der damals schon schwer kranke Berthold zum Zeitpunkt der Satzungsänderung geschäftsfähig war.

Das Projekt Aniko läuft bei Aldi Nord schon seit gut zwei Jahren. Der Vorstand der Jakobus-Stiftung war aber offenbar erst vor kurzem in Details der Milliardeninvestitionen einbezogen worden. Die Kernfrage der Diskussion zwischen den Parteien ist, mit welchen Prioritäten, in welchen Ländern und in welchen zeitlichen Rhythmen vorgegangen wird. Strittig ist Familienkreisen zufolge auch, ob es ein differenziertes Konzept für die verschiedenen  Länder gibt. Zuletzt war Aldi Nord beispielsweise in Dänemark in Probleme geraten und hat dort mehr als 30 Filialen geschlossen.

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1 Kommentar zu "Albrecht-Familie: Theo Albrecht bangt um Milliardeninvestition von Aldi Nord"

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  • Niemand braucht einen "Edel"-Aldi. Für diese Art der Abzocke gibt es schon mehrere andere Laden-Ketten. Das wäre der nur der Anfang vom Ende oder ein letztes Aufbäumen vor dem Untergang.

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