Aldi gegen Wal-Mart Wie Aldi die Preisschlacht gewinnt

Der Discounter Aldi breitet sich in den USA rasant aus. Besonders der Handelsriese Wal-Mart gerät dadurch immer stärker unter Druck. Mit Sparsamkeit und einer cleveren Strategie hängt der Discounter den Platzhirsch ab.
Der Discounter hatte in den vergangenen Jahren sein US-Geschäft nahezu unbemerkt auf fast 13 Milliarden Dollar ausgebaut.
Aldi-Filiale in North Carolina

Der Discounter hatte in den vergangenen Jahren sein US-Geschäft nahezu unbemerkt auf fast 13 Milliarden Dollar ausgebaut.

Im kalifornischen Städtchen Beaumont muss seit kurzem jeder, der beim Einzelhandelsriesen Wal-Mart einkaufen will, erst mal an einem neuen Aldi vorbeifahren. Die Deutschen wetten darauf, dass es die meisten Leute niemals bis zum Wal-Mart schaffen.

So wie hunderte andere Aldi-Märkte, die in den vergangenen Jahren in den USA eröffnet haben, befindet sich auch jener in Beaumont an einer strategischen Stelle, um Wal-Mart-Kunden abzufangen. Gelockt wird dabei mit Lebensmittelpreisen, die im Durchschnitt bis zu 20 Prozent unter denen des Platzhirschs liegen können.

Aldi-Läden sind zwar nur etwa ein Zehntel so groß wie eine durchschnittliche Filiale von Wal-Mart und verzichten auf viele in den USA bekannte Marken. Dennoch: Die rasante Ausbreitung der Aldi-Läden in den USA und deren Fähigkeit, die Preise von Wal- Mart zu schlagen, setzen den US-Giganten aus Arkansas unter Druck. Dabei hat dieser bereits genügend andere Probleme.

„Das ist wie tausend Schnitte“, sagt Leon Nicholas von dem Beratungsunternehmen Kantar Retail. „Sie werden beeinflusst von Aldi, von Amazon, von den Dollar-Läden – und all das macht sich in der Summe bemerkbar.“

Wal-Mart, dessen Aktien in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 16 Prozent gefallen sind, ist nicht der einzige Lebensmittelriese, der durch den Wettbewerb mit Aldi und regionalen Ketten wie Kroger in die Enge getrieben wird.

So sieht der Edel-Aldi aus
Kirchseeon nahe München
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Aldi Süd testet ein neues Ladendesign. In Kirchseeon nahe München hat der Discounter dafür im November 2015 einen Konzeptmarkt eröffnet. Halb Flaggschiff-Filiale, halb Handelslabor enthält der Markt all jene Elemente, die Aldi Süd sonst allenfalls einzeln und an unterschiedlichen Standorten testet.

Eingangsbereich
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Schon der Eingangsbereich ist ungewohnt. Durch eine breite Glasfront flutet Licht. Neben dem Eingang zeigt ein digitales Werbedisplay aktuelle Aktionsangebote sowie lokale Informationen wie eine Wettervorhersage.

Sitzbank
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Vor oder nach dem Einkauf können shoppingmüde Kunden ihre Kräfte auf der Sitzbank sammeln und sich an einem Kaffee aus dem Automaten laben. Einen Euro kostet die Aldi-Heißgetränkekreation.

Neue Fliesen und Holzoptik
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Der Markt selbst ist heller und freundlicher gestaltet als ältere Filialen. Neue Fliesen und Holzoptik an Deckenstreben und Rückwänden prägen das Bild.

Rezeptvorschläge
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Zu den Neuerungen, die Aldi Süd hier testet, zählt ein Automat, der auf Knopfdruck Zutatenlisten für Rezepte ausdruckt, die sich mit Aldi-Produkten kochen lassen. Auch die Schriftzüge etwa am Weinregal wurden überarbeitet.

Backwaren
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Backautomaten gibt es nahezu flächendecken in fast allen Aldi-Filialen. Allerdings wurde der Brötchengeber im Konzeptmarkt optisch etwas – nun ja – aufgebrezelt.

Kühle Getränke und Snacks
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Neben dem Backautomaten steht ein Kühlgerät für Getränke und Snacks wie Salate und Sandwiches.

Great Atlantic & Pacific Tea, das Läden unter den Marken A&P und Food Emporium betrieb, musste im vergangenen Jahr die Zahlungsunfähigkeit anmelden. Nur drei Jahre zuvor hatte sich das Unternehmen noch aus dem Gläubigerschutz befreit. Und die Fairway Group könnte in diesem Jahr ebenfalls in Richtung Pleite rutschen, weil die Expansion in der Region New York nicht nach Plan verläuft.

Aldi setzt auf Sparsamkeit
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