Aldi, Lidl und Co. Die Discounter schlagen zurück

Aldi und Lidl überzeugen nicht nur mit günstigen Preisen. Bei einer Umfrage punkten sie auch mit der Qualität der Frischwaren. Experten trauen ihnen deshalb Marktanteilsgewinne zu – auf Kosten etablierter Supermärkte.
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Aldi, Lidl, Penny: Die Discounter schlagen zurück Quelle: dpa
Aldi Nord

Der Discounter investiert fünf Milliarden Euro in die Modernisierung der Märkte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfImmer wenn es auf das Wochenende zugeht, bombardieren die Discounter ihre Kunden mit Sonderangeboten. Lidl ruft dann den „Super Samstag“ aus, Wettbewerber Netto kontert mit den „Samstagskrachern“. Und die Rewe-Tochter Penny hat gar den „Framstag“ erfunden, um die Kunden gleich an zwei Tagen zu locken.

Die lassen sich gerne ködern. Aber das liegt nicht nur an den niedrigen Preisen. Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman zeigt, dass die Kunden auch der Qualität des Sortiments sehr gute Noten geben. Nach einer aktuellen Konsumentenbefragung erreichen Aldi, Lidl und Co. schon heute fast die gleichen Zufriedenheitswerte wie die Supermarktketten Rewe oder Edeka.

So seien beispielsweise 47 Prozent der Lidl-Kunden überzeugt, dort die besten Frischeprodukte zu bekommen. Bei den Vollsortimentern liegt dieser Wert je nach Anbieter zwischen 46 und 74 Prozent. Oliver-Wyman-Partner Rainer Münch erwartet, dass sich die Supermarktketten dem Druck der Billigheimer nicht entziehen können. „Nur mit einem exzellenten Frischeangebot zu konkurrenzfähigen Preisen können sich die Supermärkte auf Dauer im Wettbewerb behaupten“, warnt Münch.

Das Urteil der Kunden kommt nicht überraschend, haben doch alle großen Discounter massiv in eine Verbesserung des Angebots investiert. Neben einer gezielten Einlistung von Markenprodukten haben sie insbesondere die Obst- und Gemüsetheken ausgebaut und auch bei Fleisch und Fisch nachgelegt.

Bestes Beispiel ist Aldi Nord. Das Unternehmen hat im Juli das Projekt „Aniko“ (Aldi Nord Instore Konzept) gestartet und investiert dabei mehr als fünf Milliarden Euro in die Modernisierung der Märkte. Ein erster Test in der Filiale in Herten hatte gezeigt, welches Potenzial in dem Programm steckt. „Die Kunden nehmen die Neuerungen sehr gut an und honorieren vor allem unser vergrößertes Angebot an Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch“, betonte Aldi-Nord-Geschäftsführer Kay Rüschoff.

Jetzt wird Aniko europaweit ausgerollt. Jede Woche werden bis zu 30 Filialen umgebaut. Die Kunden seien anspruchsvoller geworden, beobachtet Aldi-Manager Rüschoff. Deshalb werde auch das Angebot an Bio-Artikeln und Backwaren erweitert.

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1 Kommentar zu "Aldi, Lidl und Co.: Die Discounter schlagen zurück"

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  • „Bei einer Umfrage punkten sie auch mit der Qualität der Frischwaren. Experten trauen ihnen deshalb Marktanteilsgewinne zu“

    Ich auch. Der Preis dürfte bei Kaufentscheidungen immer noch die Hauptrolle spielen, aber wenn zugleich bei Qualität und Frische nicht einmal Abstriche in Kauf genommen werden müssen, ist das ein wirklich „schlagendes“ Argument.

    Und es gibt glücklicherweise offenbar Anlass zur Hoffnung, dass ein dritter Aspekt – die „Nachhaltigkeit“, also faire Produktionsbedingungen und Handel, Ressourcenschonung, Artenvielfalt, Tierwohl u.v.a.m. – in Zukunft auch bei den (zunehmend besser informierten) „ganz normalen“ Verbrauchern immer schneller - und noch weitaus stärker als heute - eine wichtige Rolle spielen wird. Was den Discountern sicher nicht entgangen ist.

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