Aldi, Norma, Edeka Käse und Butter werden billiger

Aldi hat den Anfang gemacht, nun folgt die Konkurrenz um Edeka und Rewe: Discounter und Supermärkte senken ihre Preise für Butter und Käse. Die Bauern reagieren erbost.
Update: 04.04.2016 - 16:14 Uhr
Die Preise für Käse sind zum Teil um bis zu 15 Prozent gesunken. Quelle: dpa
Käse wird billiger

Die Preise für Käse sind zum Teil um bis zu 15 Prozent gesunken.

(Foto: dpa)

Essen/MülheimDie Preise für Käse und Butter fallen in Deutschland auf breiter Front. Nachdem am Wochenende bereits die Discounter Aldi und Norma mehrere Milchprodukte vom Gouda-Käse bis zur irischen Butter günstiger angeboten hatten, kündigten am Montag auch zahlreiche Konkurrenten an, dem Beispiel zu folgen. Beim Deutschen Bauernverband stieß die Rotstiftaktion auf scharfe Kritik.

Aldi hatte am Wochenende unter anderem den Preis für die 250-Gramm-Packung jungen Gouda um gut 15 Prozent auf 1,09 Euro gesenkt. Irische Butter verbilligte sich beim Discount-Marktführer ebenso wie bei Norma um gut 8 Prozent auf 1,09 Euro. Norma betonte, das Unternehmen wolle mit der Senkung Preisvorteile an den internationalen Einkaufsmärkten an die Kunden weitergeben.

Edeka, Rewe, Lidl, Netto und Penny kündigten am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur an, der Marktentwicklung folgen zu wollen. Das ist nicht ungewöhnlich, denn viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich an Aldi.

Beim Deutschen Bauernverband stieß das Vorgehen der Handelsketten auf scharfe Kritik. „Der Deutsche Bauernverband hat kein Verständnis für erneute Preissenkungen“, betonte dessen Sprecher Michael Lohse. Die Milchpreise befänden sich schon auf einem desolat niedrigen Niveau, so dass sie für die Milchbauern existenzgefährdend seien. Erst vor knapp zwei Wochen hatten Landwirte mit einem bundesweiten Aktionstag gegen den Preisverfall bei Lebensmitteln protestiert und an Verbraucher und Supermärkte appelliert, den Trend zu stoppen.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Allerdings ist die Schuldzuweisung an den Lebensmittelhandel auch unter Landwirten nicht unumstritten. Hans Foldenauer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter meinte im Gespräch mit dpa, man könne Aldi keinen Vorwurf machen, wenn das Unternehmen die gesunkenen Rohstoffpreise an die Endverbraucher weitergebe. Notwendig seien Maßnahmen, um die Milchproduktion auf EU-Ebene zu senken.

Aldi Nord betonte, das Unternehmen sei sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Doch bilde sich der Einkaufspreis von Milch und Käse aufgrund von Angebot und Nachfrage. Der Lebensmitteleinzelhandel könne diese preisbildenden Faktoren nicht beeinflussen. Aldi gebe nur gemäß seiner Preispolitik die dadurch erzielten Einsparungen an die Kunden weiter. Die aktuelle Lage der Milchbauern sei ein Thema, dass alle Beteiligten der Wertschöpfungskette angehe und nicht nur den Lebensmittelhandel.

Der Marketingexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU glaubt denn auch nicht, dass das Ansehen der Discounter durch die neue Preisaktion leidet. Im Gegenteil: „Die Preissenkungen bei Käse und Butter stärken das Preisimage. Die meisten Verbraucher werden die Rotstiftaktion trotz aller Bauernproteste positiv bewerten.“

  • dpa
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