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Alessandro Bogliolo Der Tiffany-Chef landet mit dem Verkauf an LVMH den ganz großen Coup

Seit zwei Jahren führt Alessandro Bogliolo den US-Juwelier Tiffany. Seit seinem Antritt setzt der Italiener auf ungewöhnliches Marketing und mehr Nachhaltigkeit.
25.11.2019 - 18:37 Uhr Kommentieren
Unter seiner Führung wächst der Umsatz von Tiffany wieder. Quelle: AFP
Alessandro Bogliolo

Unter seiner Führung wächst der Umsatz von Tiffany wieder.

(Foto: AFP)

New York Als LVMH mit dem US-Juwelier Tiffany verhandelte, hatten es die Franzosen nicht nur mit Amerikanern zu tun. Im Gegenteil: An der Spitze von Tiffany steht mit Alessandro Bogliolo ein Italiener. Der Vorstandsvorsitzende hat zuvor mehr als zehn Jahre für den italienischen Juwelier Bulgari gearbeitet, der heute auch zum LVMH-Imperium gehört.

Bogliolo ist vor zwei Jahren zu Tiffany gekommen, das zu dem Zeitpunkt führungslos war und nach einer neuen Strategie für die angestaubte Marke suchte. Tiffany war zwar immer noch ein starker Name. Aber gerade die jungen Menschen können mit „Frühstück bei Tiffany‘s“ nichts anfangen. Die türkis-farbenen Schachteln verbinden sie mit ihren Eltern oder Großeltern.

Seit seinem Antritt setzt Bogliolo auf ungewöhnliches Marketing und mehr Nachhaltigkeit. Unter anderem hat der italienische Vorstandsvorsitzende beschlossen, die Herkunft aller seiner Diamanten zu veröffentlichen. Schließlich wollen immer mehr Konsumenten wissen, wo ihre Produkte herkommen. Bei Diamanten ist das Thema besonders akut, weil sie aus Kriegsgebieten stammen oder mit Kinderarbeit hergestellt werden könnten.

Unter Bogliolos Führung hat sich die Marke bereits leicht erholt, und der Umsatz wächst wieder. Mit LVMH landet er nun den ganz großen Coup. Das Konglomerat werde „weiter gehende Unterstützung, Ressourcen und Momentum“ mitbringen, um „nachhaltiges, langfristiges Wachstum“ zu garantieren, teilte er mit.

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    „Das ist ein Gewinn für beide Seiten: für LVMH und für Bulgari“, ist auch Armando Branchini, Präsident der Luxusberatung Intercorporate in Mailand, überzeugt. Er weist darauf hin, dass Bagliolo nicht der einzige Italiener gewesen sei, der seine Finger im Spiel hatte. Im Aufsichtsrat von Tiffany sitzt schließlich auch der Bulgari-Erbe Francesco Trapani.

    Verlobungsringe als Klassiker

    Der hatte sein Familienunternehmen bereits vor acht Jahren an LVMH verkauft und einen Teil des Geldes in Tiffany investiert. Außerdem ist er der persönliche Berater des LVMH-Chairman Bernard Arnault in Sachen Schmuck.

    „Francesco Trapani hat bei der Übernahme von Tiffany durch LVMH eine entscheidende Rolle gespielt“, ist der Berater Branchini überzeugt. Er sei es gewesen, der Bogliolo vor zwei Jahren an Bord geholt habe, den er schon von Bulgari kannte. Und er sei es auch gewesen, der bei der jüngsten Übernahme als Fürsprecher in beiden Unternehmen aktiv wurde.

    Tiffany sei heute noch zu sehr auf den Einstiegskunden konzentriert, meint Branchini. In den USA ist ein Verlobungsring von Tiffany ein Klassiker, ebenso wie eine kleine türkisfarbene Box zum Abschluss der Highschool oder der Universität. „Aber Tiffany hat sich immer noch auf Diamanten, Weißgold und Platinum spezialisiert“, erklärt Branchini.

    „Cartier und Bulgari dagegen haben ihr Sortiment auf andere farbige Steine und raffiniertere Colliers ausgeweitet“, erklärt er. Tiffany hat im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden Dollar umgesetzt. Aber der Luxusexperte Branchini ist überzeugt, dass die Marke noch viel mehr Potenzial hat. Schließlich sei das Unternehmen bisher vor allem in Nordamerika stark und habe noch viel Raum, um vor allem in Asien zu expandieren.

    Das historische Erbe der Marke Tiffany sei da überhaupt kein Hindernis, sondern eher das Gegenteil: „Das Geschäft auf der 5th Avenue, das Buch von Truman Capote ‚Breakfast at Tiffany‘s‘ und der Film. Das alles bietet Material für jahrelanges Story-Telling“.

    Mehr: Der französische Luxusriese kauft den US-Schmuckhersteller Tiffany. Die Franzosen werden auch in diesem Segment Weltmarktführer und stärken sich in den USA.

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