Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Alexander Doll Bahn-Finanzvorstand verlässt den Konzern – Abfindung wohl siebenstellig

Der Machtkampf im Bahnvorstand ist entschieden: Finanzchef Alexander Doll hat einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Der Abgang kommt den Staatskonzern teuer zu stehen.
Update: 15.11.2019 - 12:11 Uhr Kommentieren
Doll war erst im April vergangenen Jahres in den Vorstand berufen worden. Quelle: dpa
Alexander Doll

Doll war erst im April vergangenen Jahres in den Vorstand berufen worden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach nur eineinhalb Jahren bei der Deutschen Bahn steht Finanzvorstand Alexander Doll vor dem Abgang. Der Manager hat am Freitag nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen seinen Auflösungsvertrag unterschrieben. Die Nachrichtenagentur dpa hatte zuerst darüber berichtet.

Der Aufsichtsrat müsse dem Schritt in einer Sondersitzung am Montag noch zustimmen, hieß es. Wer den Posten übernimmt, war am Freitag zunächst unklar. Die Bahn verwies auf die Aufsichtsratssitzung und kommentierte die Information zunächst nicht. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Bahnchef Richard Lutz, der selbst lange Finanzvorstand des Unternehmens war, die Aufgaben vorübergehend übernehmen wird.

Doll wird vermutlich eine siebenstellige Abfindung kassieren. Sein Vertrag war erst zu Jahresbeginn um das Finanzressort erweitert worden. Der 48-jährige ehemalige Investmentbanker führte seit dem Frühjahr 2018 bereits den Bereich Logistik und Güterverkehr.

Für die Bahntochter DB Cargo wird ab Januar 2020 die bisherige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe, Sigrid Nikutta, verantwortlich sein. Nikutta war erst vor zwei Wochen zur Güterverkehrschefin ernannt worden. Vorausgegangen war ein Streit zwischen Bahnchef Lutz und Doll. Doppelvorstand Doll sollte das Finanzressort abgeben.

Für einen Abgang Dolls hatte sich auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hinter den Kulissen starkgemacht. Doll wird für den verpatzten Verkauf der Bahn-Auslandstochter Arriva verantwortlich gemacht. Doll habe außerdem das Vertrauen des Bahn-Aufsichtsratschefs sowie einer großen Mehrheit seiner Vorstandskollegen verloren, heißt es.

FDP kritisiert Abgang

In seiner Funktion als Finanzvorstand war es Dolls Aufgabe, den Verkauf der britischen Arriva voranzutreiben und parallel einen Börsengang vorzubereiten. Beides wurde erst einmal vertagt, weil Probleme auftauchten und der erwartete Verkaufserlös von bis zu vier Milliarden Euro sich als Illusion erwies.

Auch mit diesem Thema soll sich der Aufsichtsrat auf seiner Sondersitzung am Montag befassen. Zuletzt musste der Arriva-Verkauf wegen der Personalquerelen vertagt werden.

FDP-Verkehrspolitiker Torsten Herbst kritisierte den Abgang Dolls. „Anstatt die Baustellen bei der Bahn konkret anzugehen, befeuert Verkehrsminister Andreas Scheuer den lähmenden Personalstreit im Vorstand über die eigenen Aufsichtsratsvertreter", sagte Herbst am Freitag.

Es sei naiv zu glauben, dass die Trennung von Alexander Doll etwas an den substanziellen Problemen im DB-Konzern ändere. „Die Deutsche Bahn braucht vielmehr eine Bahnreform 2.0 – inklusive der Auflösung ineffizienter Führungsstrukturen, einer Trennung von Netz und Betrieb sowie einem klaren Fokus aufs Kerngeschäft.“
Mit Agenturmaterial

Mehr: Viele Kollegen schämten sich inzwischen, für die Deutsche Bahn zu arbeiten, sagt der neue Chef der Bahn-Gewerkschaft EVG. Es gebe zu viele Baustellen und zu wenig Führung.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Alexander Doll - Bahn-Finanzvorstand verlässt den Konzern – Abfindung wohl siebenstellig

0 Kommentare zu "Alexander Doll: Bahn-Finanzvorstand verlässt den Konzern – Abfindung wohl siebenstellig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.