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Alitalia Finanzinvestor Cerberus an Fluglinie interessiert

Nach Offerten von sieben Bietern ist nun wohl auch der US-Investor Cerberus an der italienischen Fluglinie Alitalia interessiert. Hunderte Millionen Euro sollen in die Sanierung der Airline gesteckt werden. Die Regierung soll mit im Boot bleiben.
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Einige Interessenten wollen die insolvente Fluggesellschaft übernehmen. Quelle: Reuters
Alitalia

Einige Interessenten wollen die insolvente Fluggesellschaft übernehmen.

(Foto: Reuters)

Im Bieterkampf um Alitalia hat nun auch der US-Finanzinvestor Cerberus einem Medienbericht zufolge ein Auge auf die insolvente italienische Fluggesellschaft geworfen. Cerberus habe gegenüber Alitalia erklärt, Interesse an einer Übernahme zu haben, für den Fall, dass die Firma umfassend zu restrukturieren ist, berichtete die „Financial Times“ (FT) am Mittwoch unter Berufung auf Insider. Der Investor sei bereit, bis zu 400 Millionen Euro für die Sanierung zu bezahlen.

„Das ist keine Rosinen-Pickerei“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Cerberus wolle nicht nur Teile übernehmen sondern die Fluggesellschaft als Ganzes erhalten. Cerberus wolle allerdings mit der italienischen Regierung verhandeln, dass diese einen Teil an Alitalia behält. Eine eigene Offerte habe der Finanzinvestor indes nicht abgegeben, da die Ausschreibung zu restriktiv sei.

Die spektakulärsten Airline-Pleiten
2017: Air Berlin
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Mit Air Berlin hat die zweitgrößte Airline Deutschlands Insolvenz angemeldet. Die Pleite bahnte sich seit längerem an: Das Unternehmen mit rund 8.600 Beschäftigten schrieb seit Jahren Verluste und hielt sich hauptsächlich durch Finanzspritzen ihres Großaktionärs Etihad noch in der Luft. Am Freitag drehte die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate den Berlinern aber den Geldhahn zu. Mit dem Kredit von 150 Millionen Euro stellt nun der Bund den Flugbetrieb vorerst sicher.

(Foto: dpa)
Harter Wettbewerb
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Air Berlin ist kein Einzelfall. Die goldenen Zeiten der Luftfahrt sind seit der Liberalisierung des Marktes, die in den 1980er-Jahren einsetzte, vorbei. Seitdem regiert ein knallharter Wettbewerb die Lüfte. Auch die Branchenkrise nach den Anschlägen des 11. September 2001 und das Aufkommen der Billigflieger sorgen dafür, dass viele bekannte Airlines in die Pleite gerutscht sind.

(Foto: dpa)
1991: Pan American Airways
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Wie kein zweites Unternehmen stand „Pan Am“ für das glamouröse Jet-Zeitalter. 1927 flogen die ersten Postflugzeuge unter dem Namen zwischen Florida und Havanna. Schnell wurde das Unternehmen zu einer der größten US-Fluggesellschaften. Die Airline war eine der ersten, die Interkontinentalflüge anbot, und setzte zahlreiche Standards in der zivilen Luftfahrt. Das blau-weiße „meatball“-Logo von Pan American genießt bis heute Kultstatus.

(Foto: Imago)
1991: Pan American Airways
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In den 1980er-Jahren begann der Stern von Pan Am zu sinken. Durch die Deregulierung des US-Marktes kamen zahlreiche Konkurrenten auf. 1988 wurde über dem schottischen Lockerbie eine Maschine durch einen Terroranschlag zum Absturz gebracht, was das Vertrauen der Öffentlichkeit erschütterte. 1991 folgte die Übernahme durch Delta Air Lines.

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1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
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Auch TWA gehörte zu den Pionieren der Luftfahrt. Gegründet 1930 als „Transcontinental and Western Air“, machte der exzentrische Milliardär Howard Hughes („The Aviator“) das Unternehmen zur zeitweise größten Airline der Welt. Hinter Pan Am war TWA die inoffiziell zweite Flaggschiff-Gesellschaft der USA. 1985 kaufte der Investor Carl Icahn TWA.

(Foto: Imago)
1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
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In den 1990er-Jahren musste TWA zwei Mal in kurzer Folge Gläubigerschutz beantragen. 1996 starben beim Absturz einer Boeing 747 über dem Atlantik 230 Menschen. Die stark geschrumpfte Airline kam 2001 wieder in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von Konkurrent American Airlines übernommen.

(Foto: picture alliance)
2001: SwissAir
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1931 gegründet galt die Airline wegen ihrer finanziellen Stabilität lange als „fliegende Bank“. Aufgrund der politischen Neutralität der Schweiz konnte SwissAir zahlreiche lukrative Ziele in Afrika und im Nahen Osten anfliegen.

(Foto: picture alliance)

Der Vorstoß von Cerberus kommt eine Woche nachdem sieben Bieter eine Offerte eingereicht haben für die Gesellschaft oder Teile von ihr, darunter auch die Lufthansa und der Billigflieger Easyjet. Die italienische Regierung hatte in der Vergangenheit klar gemacht, dass nur ein Komplettverkauf in Frage komme, und nicht etwa die Trennung von Flugbetrieb und Bodendiensten.

Alitalia musste im Frühjahr in Insolvenz gehen, nachdem die Mitarbeiter sich gegen einen von Gewerkschaften und Management ausgehandelten Rettungsplan gestellt hatten.

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