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Alitalia-Rettung scheitert Lieber ein Ende mit Schrecken ...

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Wie es nun mit Alitalia weitergehen könnte

An den beiden Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate war schnell klar, dass die Mehrheit „Nein“ gestimmt hatte, vor allem das Flugpersonal. „Wir haben schon 2014 auf Gehalt verzichtet, es ist schwer, weiter Vertrauen in das Unternehmen zu haben“, erklärte der Langstreckenpilot Stefano Di Cesare der Tageszeitung „Corriere della Sera“ die Stimmung der Mitarbeiter. „Lieber Selbstmord als neue Opfer“, kommentierte die italienische „Huffington Post“ noch in der Nacht.

Jetzt tritt der Verwaltungsrat am Dienstag – einem Feiertag in Italien - zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Gewerkschaften baten noch in der Nacht, neu zu verhandeln. Der offizielle Weg sieht vor, dass jetzt das Unternehmen kommissarisch geleitet wird. Das Industrieministerium muss einen bis drei Kommissare ernennen. Findet sich dann innerhalb der nächsten 15 Tage kein Käufer, wird die Insolvenz erklärt. Das bedeutet den Verkauf von Unternehmensteilen und zwei Jahre Arbeitslosengeld für die Mitarbeiter.

Die Kreditgeber hatten ihre Zusage an ein „Ja“ der Mitarbeiter zum Sanierungsplan geknüpft. Zu den Geldgebern und Aktionären gehört auch die Großbank Unicredit. Deren CEO Jean-Pierre Mustier hatte vor kurzem bei der Hauptversammlung gesagt, Unicredit habe bereits in drei Jahren 500 Millionen Euro an Hilfe für Alitalia verloren und „jetzt können wir nicht mehr verlieren“. Allein im vergangenen Jahr hat Alitalia Verluste in Höhe von 460 Millionen Euro eingefahren. Die Liquidität reicht nur noch bis Ende Mai.

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Die Fluggesellschaft hat mit Billigfliegern zu kämpfen, die in den vergangenen Jahren massiv auf den italienischen Markt gedrängt sind. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die Airline Etihad aus Abu Dhabi sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für die Araber als teures Zuschussgeschäft – genau wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

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3 Kommentare zu "Alitalia-Rettung scheitert: Lieber ein Ende mit Schrecken ..."

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Alitalia bewegt sich seit Jahrzehnten nahe der Pleite. In der Vergangenheit hat der Staat sich immer wieder engagiert und die Airline gerettet.

    Aktuell gehört die Alitalia neben Abu Dhabi italienischen Grossbanken. Diese werden von der EZB liquide gehalten. Einige werden gerade vom italienischen Staat gerettet.

    Die Stewardessen fühlen sich als Prinzessinnen, der Service ist lau, die Flieger alt und regelmässig verspätet. Die Gewerkschaften sind dominant.

    Ich vermute, dass sich die Politiker eine elegante Lösung überlegen wie sie die Alitalia auf Kosten der EU (des Deutschen Steuerzahlers) retten können. Ich hoffe es klappt nicht.

  • Das kommt davon, wenn ein Volk daran gewöhnt wurde, dass man nur fordern muss, um Freibier zu bekommen.


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