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Alptraum Geisterstadt Kommunen kämpfen gegen das Ladensterben

Jedem zehnten Geschäft in Deutschland droht in den kommenden fünf Jahren das Aus. Immer mehr Gemeinden wollen dem Ladensterben nicht mehr tatenlos zusehen. Es ist ein Kampf David gegen Goliath.
08.09.2015 - 08:30 Uhr
Jedem zehnten Geschäft in Deutschland droht das Aus. Quelle: dpa
Ladensterben

Jedem zehnten Geschäft in Deutschland droht das Aus.

(Foto: dpa)

Berlin Die Prognosen sind alarmierend: Rund 45.000 Ladengeschäften in Deutschland droht nach Schätzung des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln bis 2020 das Aus. Mehr als jeder zehnte Laden könnte damit für immer seine Tore schließen. Die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ spricht bereits vom „Horrorszenario Geisterstadt“.

Besonders bedroht vom Ladensterben sind der Studie zufolge ländliche Regionen, Kleinstädte und Mittelzentren. Ihnen setzt nicht nur der Boom des Online-Handels zu, sondern auch der Bevölkerungsrückgang. Doch immer mehr Kommunen versuchen, sich gegen das allmähliche Sterben ihrer Innenstädte zu wehren.

Beispiel Rietberg: Die Stadt mit ihren 28.000 Einwohnern leidet schon heute unter einer wachsenden Zahl leerstehender Geschäfte an der Rathausstraße im Stadtzentrum. Deshalb plant der Stadtrat nun einen Befreiungsschlag. Auf einer Sondersitzung im August votierte das Gremium einstimmig dafür, die Gründung eines City-Outlet-Centers in der idyllischen Kleinstadt voranzutreiben.

Vorbild ist Bad Münstereifel. In dem Städtchen mit seinen 19.000-Einwohnern wurde vor gut einem Jahr ein City-Outlet eröffnet. Seitdem haben nach Angaben des Betreibers mehr als eine Million Kauflustige das in den Ort integrierte Outlet besucht. Rund 250 neue Arbeitsplätze seien geschaffen worden, heißt es. Und eine Erweiterung der Verkaufsfläche ist bereits in Planung.

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    Das sind Deutschlands beliebteste Einkaufsmeilen
    Zieht nicht mehr: Westenhellweg Dortmund
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    Der Dortmunder Westenhellweg, hier sieht man den dort beheimateten Einkaufstempel Thier-Galerie, verpasst dieses Jahr knapp den Einzug in die Spitzengruppe der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Die Immobilienberatungsfirma JLL zählt einmal jährlich eine Stunde lang die Passanten in den Einkaufsstraßen deutscher Großstädte. In Dortmund auf dem Westenhellweg flanierten am Zähltag im März 9.365 Passanten in der Stunde. Erstmals seit 2009 schafft es der Standort damit nicht in die Top Ten der meist frequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland.

    Rang 10 – Bahnhofstraße Hannover
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    Vor einigen Jahren wurde die Bahnhofstraße aufgehübscht, die Stadt Hannover investierte 8,95 Millionen Euro in die neue Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, die unter die Bahnhofstraße gelegt worden war, und weitere 3,83 Millionen in die Flaniermeile selbst. 30 neue Geschäfte und Gastrobetriebe fanden im Untergeschoss Platz, auch oben locken viele Ladenlokale. Mit Erfolg: 2015 landet die Bahnhofstraße mit knapp 10.000 Besuchern pro Stunde auf Rang 10 der beliebtesten Einkaufsstraßen in Deutschland.

    (Foto: picture-alliance / dpa/dpawebdpa/ picture alliance)
    Rang 9 – Schadowstraße Düsseldorf
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    Es ist vermutlich nicht immer so ein Gedränge wie hier zur Wiedereröffnung der C&A-Filiale. Doch mit 10.080 Passanten in einer Stunde ist die Düsseldorfer Schadowstraße ohne Frage eine der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Mit 4775 Passanten in einer Stunde ist mit der Königsallee zudem eine Düsseldorfer Straße Spitzenreiter im Segment der Luxusmeilen.

    (Foto: obs)
    Rang 8 – Hohe Straße Köln
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    Es sind tatsächlich Menschenmassen, die sich hier durch die Hohe Straße in Köln schieben. Sie ist eine der längsten Einkaufsstraßen in Deutschland und extrem beliebt. Während der einstündigen Zählung von JLL passierten 11.190 Menschen die Geschäfte. „Die Passantenfrequenzen sind nicht das alleinentscheidende Kriterium für die Expansionsentscheidungen von Handelsunternehmen“, gibt JLL-Experte Dirk Wichner zu. Doch er sagt: „Kennziffern wie die Spitzenmiete, Zentralität oder Kaufkraft erhalten auf diese Weise zusätzliche Aussagekraft.“

    (Foto: picture-alliance/ dpadpa / picture alliance)
    Rang 7 – Georgstraße Hannover
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    Die niedersächsische Landeshauptstadt schafft es mit der Georgstraße und ihren knapp 12.525 Passanten in einer Stunde sogar zwei Mal ins Ranking. Zum Erfolg der Georgstraße dürfte auch beitragen, dass sie eine reine Flaniermeile ist: Fußgängerzonen kommen laut der Erhebung von JLL durchschnittlich auf fast doppelt so viele Passanten wie Einkaufsstraßen mit Fahrbahn.

    (Foto: picture-alliance/ dpadpa / picture alliance)
    Rang 6 – Neuhauser Straße München
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    Auf der Neuhauser Straße locken nicht nur Luxusgeschäfte wie das Karstadt-Haus Oberpollinger, doch die Einkaufsstraße richtet sich schon an gehobenes Klientel. Das scheint bei vielen Münchenern und Touristen zu verfangen: Hier tummeln sich in einer Stunde laut JLL rund 12.945 Menschen. München ist neben Berlin übrigens auch die Stadt mit der höchsten Dichte an so genannten Hochfrequenzlagen mit jeweils über 5.000 Passanten pro Stunde. Das Bild ergibt sich aus dem Ensemble der Kaufingerstraße, der Neuhauser Straße, der Weinstraße, des Tals sowie der Sendlinger Straße.

    (Foto: dpa)
    Rang 5 –Spitalerstraße Hamburg
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    Mindestens 13.000 Passanten in der Zählstunde waren in diesem Jahr die Eintrittskarte für einen Platz unter den Top Fünf des JLL-Rankings. Die Spitalerstraße in Hamburg schafft es mit 13.070 Personen knapp in die Führungsgruppe. Im Luxussegment landet Hamburg sogar auf Rang 2: 2.925 Menschen gingen in einer Stunde am Neuen Wall entlang.

    Doch nicht nur in Rietberg, auch im bayerischen Zwiesel, im hessischen Usingen und andernorts wird mit dem Gedanken gespielt, dem Beispiel Bad Münstereifel zu folgen. Dabei fragen sich Experten längst, für wie viele derartige Schnäppchen-Paradiese tatsächlich noch Platz ist in Deutschland ist. „Wenn die eine oder andere Stadt so etwas umsetzten kann, ist das ein Einzelfall. Von solchen Produkten braucht man ja nicht viel“, urteilt etwa Manuel Jahn, der Experte für Einzelhandelsimmobilien bei der für Unternehmensberatung GfK Geomarketing ist.

    Die Alternativen: Gastronomie, Kultur, Museen
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