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Amazon-Aktie geht durch die Decke Kampf der Online-Titanen verschärft sich

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Konsequenzen für Amazon?

Was bedeutet das für Amazon? Zum einen wächst die Gefahr weiterer Preiskämpfe bei Cloud-Angeboten. Außerdem könnte sich der Kauf des Lebensmittel-Einzelhändlers Whole Foods zum Problem entwickeln. Die gesamte Weltwirtschaft ist auf dem steinigen Weg der digitalen Transformation und da stellt sich für viele Manager die Frage, ob sie ihre gesamte digitale Basis bei einem Unternehmen haben sollten, das im Handumdrehen zu ihrem größten Konkurrenten werden könnte.

Amazon hat nicht nur den Buchhandel, den Musikvertrieb und nun den Lebensmittelhandel auf den Kopf gestellt. Auch der Einstieg in die Medikamentenauslieferung soll bereits geplant sein, zum Beispiel mit der Einrichtung von Apotheken in Lebensmittelmärkten.

Im abgelaufenen Quartal hat Whole Foods 1,3 Milliarden Dollar zum Amazon-Umsatz beigetragen und 21 Millionen Dollar Betriebsgewinn generiert. Der Lebensmittelhandel ist ein Geschäft mit dünnen Margen.

Doch Jeff Bezos ist sicher, er kann diese Doppelstrategie fahren, ohne eines seiner Geschäftsfelder zu beschädigen. Deshalb investiert er weiter ohne Rücksicht auf Verluste. Investitionen in Anlagen und Immobilien auf Basis von Finanzleasing, überwiegend Datencenter für AWS, wuchsen um 65 Prozent auf 2,26 Milliarden Dollar und damit weit stärker als Umsatz oder Gewinn im Konzern.

Und Bezos macht sich außerdem neue Feinde. Amazons Finanzvorstand Brian Olsavsky erklärte im Analystengespräch: „In der Sparte ‚Anderes‘ wachsen die Werbeumsätze schneller als alle anderen Bereiche.“ „Anderes“ ist bei Amazon um 58 Prozent gewachsen und die Online-Werbung zielt genau gegen Google, wo praktisch noch immer das gesamte Geld mit Werbung verdient wird.

Für das laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres prognostizieren alle Spieler weiteres Wachstum. Amazon rechnet mit einem Nettoumsatz von 56 bis 60,5 Milliarden Dollar, was stark durch den Zukauf von Whole Foods beeinflusst wird. Der Betriebsgewinn wird in einer Spanne von 300 Millionen bis 1,65 Milliarden Dollar angegeben. Im Vorjahresquartal waren es 1,3 Milliarden Dollar.

Die Aktionäre jedenfalls scheinen daran nichts auszusetzen zu haben.

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2 Kommentare zu "Amazon-Aktie geht durch die Decke: Kampf der Online-Titanen verschärft sich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Klaus Samer
    "Die Aktionäre sollten sich schnellstens auf die Suche nach dem nächst größeren Idioten machen der ihnen die Aktie abkauft denn im nächsten Börsencrash wird die luftige Bewertung ausgelöscht."

    Nobelpreisträger Robert Shiller gab einem seiner Bücherden trefflichen Titel "Irrational Exuberance" ("Irrationaler Überschwang").
    Dies gilt in ganz besonderem Maße für die sogenannten "FANG-Stocks": Facebook, Amazon, Netflix und Google.
    Die von ihm entwickelte Shiller PE Ratio (oder CAPE) ist ein hervorragendes Instrument zur Beurteilung von überbewerteten Aktien oder Indices.
    Bei Amazon beträgt diese Ratio akttuell ca. 559. Das ist jenseits von Gut und Böse. Hier finden Sie ein gute Analyse zu dieser "Irrational Exuberance" bei Amazon (und Facebook):
    https://seekingalpha.com/article/4045210-2-clear-instances-irrational-exuberance
    Und für diese beiden Aktien gilt daher auch in ganz besonderem Maße:
    "Investors should follow the well-know adage "Buy when everyone is selling and sell when everyone is buying.""

  • Amazons Aktienkurs entsteht in Absurdistan und wird anscheinend von Menschen aus der Dotcomblase getrieben damals war Umsatz auch wichtiger als Gewinn.
    Amazon ist ein Umsatzriese und Gewinnzwerg.
    Würde Amazon ab morgen keine Waren mehr verkaufen und nur die Cloudsparte offen halten würde es mehr Gewinn erzielen als mit beiden Teilen zusammen das zeigt die ganze Absurdität dieser monströsen Umsatzmaschine.

    Die Aktionäre sollten sich schnellstens auf die Suche nach dem nächst größeren Idioten machen der ihnen die Aktie abkauft denn im nächsten Börsencrash wird die luftige Bewertung ausgelöscht.