Raleigh bei Nacht

Die Stadt konnte sich neben Metropolen wie New York, Toronto, Boston, Denver oder Chicago behaupten.

Quelle: Creative Commons - MarkThomas

Amazon sucht neuen Hauptsitz Die Gewinner des Schönheits-Wettbewerbs

Amazon stellte die 20 Städte vor, in denen es einen zweiten Hauptsitz eröffnen würde. Dabei sind New York, Boston oder Chicago, aber auch überraschende Namen wie Columbus oder Raleigh. Ein Ortsbesuch.
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RaleighSchlanke Pinien säumen den Weg, alle paar Meilen blitzt die Oberfläche eines Sees hinter der Leitplanke auf. Wer gedankenverloren über die Interstate 40 fährt, der mag kaum glauben, dass einer der wertvollsten Konzerne der Welt im Grün hinter der Autobahn einen neuen Hauptsitz bauen könnte. Die Gegend zwischen Raleigh, Durham und Chapel Hill, als „Research Triangle“ bekannt, ist das Hinterland des Bundesstaats North Carolina.

Dennoch rechnet sich Michael Pittman gute Chancen aus, wenn Amazon bald die Entscheidung bekanntgibt. Der Onlinekonzern sucht einen Standort für eine zweite Zentrale, „HQ2“ genannt. 50.000 Mitarbeiter soll sie fassen, wenn die geplanten fünf Milliarden Dollar verbaut sind. Es ist ein Projekt, das Bürgermeister, Wirtschaftsförderer und Immobilieninvestoren in ganz Nordamerika in Aufregung versetzt. 238 Städte bewarben sich.

Die erste Hürde hat Raleigh schon geschafft. Amazon veröffentlichte jetzt die Top-20-Kandidaten. Darunter befinden sich wenig überraschende Metropolen wie New York, Toronto, Boston, Denver oder Chicago. Aber es sind auch wenig bekannte Namen dabei wie Columbus in Ohio oder eben Raleigh in North Carolina. Sie erfüllen am meisten die acht Vorbedingungen von Amazon, darunter profane Anforderungen wie ein Flughafen mit bestimmten Direktflügen, der in 45 Minuten zu erreichen sein muss. Auch soll eine Baufläche von mindestens 740.000 Quadratmetern vorhanden sein. Dazu kommen weiche Vorgaben wie „hohe Lebensqualität“, „kulturelle Gleichheit“ und ein „starkes Universitätssystem“.

Die Gewinner der ersten Runde müssen sich jetzt zum Konzernsitz von Seattle aufmachen, um dort Amazons Vorstandschef Jeff Bezos zu überzeugen. Ab 2019 soll gebaut werden, angesichts der Vorlaufzeit wie für Baugenehmigungen muss die endgültige Auswahl in wenigen Monaten vorgenommen werden. „Von 238 auf 20 zu kommen war sehr schwer“, sagte Holly Sullivan von Amazon Public Policy. „Alle Vorschläge zeugten von unglaublich viel Enthusiasmus und Kreativität.“

Wer setzt sich durch? Bekannte Städte wie Boston oder Chicago, die nicht ganz so groß und teuer sind wie beispielsweise New York, könnten gute Karten haben. Aber auch die kleineren Bewerber rechnen sich gute Chancen aus. „Wir glauben, dass wir den besten Standort haben“, sagt Pittman, der als Marketingchef der Stiftung „The Research Triangle Park“ (RTP) an der Bewerbung für Raleigh in North Carolina mitgeschrieben hat. Das weite Land hat dem einst armen Südstaat zu einem enormen Aufschwung verholfen – und könnte nun bei der Bewerbung von Vorteil sein.

Die Geschichte einer unterschätzten Region.
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