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American Apparel Ex-Chef plant heimliche Übernahme des Modekonzerns

Vor nicht mal einem Monat wurde Dov Charney als Chef von American Apparel wegen möglichen Fehlverhaltens rausgeworfen, nun will er den ganzen Laden übernehmen: Heimlich stockt er seine Anteile auf 43 Prozent auf.
02.07.2014 - 14:47 Uhr Kommentieren
Dov Charney im Jahr 2009 bei einer Kundgebung für mehr Immigranten-Rechte. American Apparel hat einen Plan, der die feindliche Übernahme verhindern soll. Quelle: Reuters

Dov Charney im Jahr 2009 bei einer Kundgebung für mehr Immigranten-Rechte. American Apparel hat einen Plan, der die feindliche Übernahme verhindern soll.

(Foto: Reuters)

New York Der Streit zwischen dem US-Modehersteller American Apparel und dessen geschasstem Chef Dov Charney geht in eine neue Runde. Mit dem Ziel, die Kontrolle über das von ihm gegründete Unternehmen wieder zu übernehmen, stockte Charney nach seinem Rauswurf Mitte Juni seine Beteiligung am Kapital der Gesellschaft heimlich auf, wie aus am Dienstag eingesehenen Dokumenten bei der US-Börsenaufsicht hervorgeht. Während er bis zu seiner Beurlaubung noch 27 Prozent hielt, waren es am 27. Juni knapp 43 Prozent.

Einen Tag später, am 28. Juni, verabschiedete American Apparel einen Plan, der eine feindliche Übernahme verhindern soll. Dieser sieht vor, dass beim Zukauf neuer Anteile durch Investoren, die bereits 15 Prozent am Unternehmen halten, massiv neue Aktien ausgegeben werden. Damit verringert sich wiederum der gehaltene Anteil - Investoren mit Übernahme-Absichten werden abgeschreckt.

American Apparel hatte sich von Charney vor zwei Wochen wegen "Ermittlungen zu möglichem Fehlverhalten" getrennt. Der Gründer des Unternehmens soll dafür bekannt gewesen sein, gelegentlich in Unterhosen durch die Fabriken gegangen zu sein. Mehrere Mitarbeiter hatten ihn der sexuellen Belästigung beschuldigt. Charney akzeptiert seinen Rauswurf nicht und will nach Angaben aus informierten Kreisen eine Schiedsstelle für arbeitsrechtliche Konflikte einschalten.

Wie aus den Börsen-Dokumenten hervorgeht, versuchte er zudem, für September eine Sondersitzung des Verwaltungsrates einzuberufen. Das Unternehmen wies die Forderung demnach aber zurück und verwies darauf, dass Charney dafür nicht mehr über die nötigen Befugnisse verfüge.

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    Charney hatte American Apparel 1989 im kanadischen Montréal gegründet und den Firmensitz später nach Los Angeles verlegt. Das einst rasant gewachsene Unternehmen fuhr in den vergangenen drei Jahren Verluste ein und kämpft inzwischen gegen die Pleite. American Apparel hat 10.000 Angestellte und betreibt rund 250 Filialen in 20 Ländern, auch einige in Deutschland.

    • afp
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