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Analyse Boeing-Probleme lassen Tui-Gewinn stark einbrechen

Der Gewinn des weltweit größten Reisekonzerns bricht um mehr als die Hälfte ein. Einer der Hauptgründe: das Startverbot für die Ferienjets vom Typ Boeing 737 Max.
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Tui: Flugverbot von Boeing 737 Max lässt Gewinn einbrechen Quelle: dpa
Boeing 737-800 der Tuifly

Der Gewinn von Tui ist massiv eingebrochen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Hannoveraner Reisekonzern Tui hat am Morgen über das dritte Quartal berichtet – und den bereits zweimal im laufenden Geschäftsjahr nach unten korrigierten Ausblick für das laufende Jahr beibehalten. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Das Startverbot für die Ferienjets vom Typ Boeing 737 Max, Unsicherheiten durch den Brexit und Überkapazitäten auf den Flugstrecken nach Spanien lassen den Gewinn des weltgrößten Reisekonzerns Tui einbrechen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 18/19 lag er mit 47,3 Millionen Euro 67,6 Prozent unter Vorjahr.
  • In den ersten neun Monaten fuhr Tui damit einen Nettoverlust von 240,4 Millionen Euro ein, nach einem Minus von 64,4 Millionen im Jahr zuvor.
  • Weil allein der Ersatz für die ausgefallenen 737-Max-Maschinen das Ergebnis mit 144 Millionen Euro belastete, kamen für das abgelaufene Quartal nur vier Cent Gewinn pro Aktie zusammen, nach 17 Cent in der entsprechenden Vorjahresperiode. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet.
  • Immerhin: Mit einem Umsatzplus von 3,7 Prozent auf 4,74 Milliarden Euro lag Tui im dritten Quartal leicht über den Erwartungen.

Das fällt positiv auf

Das von Konzernchef Fritz Joussen forcierte Geschäft rund um eigene Hotels, Kreuzfahrtschiffe und Urlaubsaktivitäten kommt voran. Der Ertrag vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) stieg im abgelaufenen Quartal um 16,7 Prozent auf 208 Millionen Euro. Allein im Geschäft mit den Seereisen, das um zwei Ozeandampfer auf eine Flotte von 17 Schiffen wuchs, ging der Ertrag auf 101,5 Millionen Euro nach oben. Selbst mit den als Zukunftsgeschäft identifizierten Urlaubserlebnissen verdiente Tui Geld. Die Sparte „Destination Experiences“ hinterließ trotz Zukäufen und Integrationskosten einen Ertrag von 15,3 Millionen Euro.

Das fällt negativ auf

Enttäuschend entwickelte sich das Handelsgeschäft mit Hotel- und Flugangeboten. Das klassische Veranstaltergeschäft produzierte zwischen April und Juni einen Verlust (Ebita) von 104 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 37 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür war neben den Problemen mit der 737 Max die Zurückhaltung der Kunden. So gingen die Buchungen für den Sommer um ein Prozent zurück, was durch die Steigerung der Preise um ein Prozent gerade einmal ausgeglichen werden konnte.

Was jetzt passiert

„Der Umbau geht weiter“, kündigte Tui-Chef Fritz Joussen am Dienstag an. Am Tag zuvor hatte er bereits den Verkauf zweier Veranstaltertöchter bekanntgegeben. So trennt sich Tui von den Spezialreiseanbietern Berge & Meer und Boomerang. Das problematische Handelsgeschäft wird dadurch weiter verkleinert.

Gleichzeitig setzt Joussen auf den Ausbau der Sparte rund um Urlaubsaktivitäten, die er weltweit auf digitalen Plattformen anbieten will. Zuletzt schloss er in China ein Kooperationsabkommen mit dem Urlaubsportal Ctrip, was ihm zusätzlich 200 potenzielle Neukunden bringt.
Die bereits zweifach reduzierte Prognose für das laufende Geschäftsjahr hält Tui nun bei. Demnach soll das bereinigte Ebita etwa 26 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,177 Milliarden Euro liegen.

Mehr: Urlaubsleistungen von Privat an Privat wurden in Deutschland lange belächelt. Doch nun boomt das Geschäft. Klassische Reiseveranstalter haben das Nachsehen.

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