Anheuser-Busch Bierriese könnte Hasseröder verkaufen

Der sinkende Bierkonsum macht sich bei den Brauereien bemerkbar. Anheuser-Busch Inbev plant das Marketing von Hasseröder zu überarbeiten und schließt auch einen Verkauf der Biermarke nicht aus.
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Zum Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev gehören zahlreiche bekannte Biermarken. Quelle: dpa
Anheuser-Busch Produktpalette

Zum Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev gehören zahlreiche bekannte Biermarken.

(Foto: dpa)

WernigerodeDer Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev will die Markenstrategie von Hasseröder überdenken und schließt auch einen Verkauf nicht aus. Derzeit kämpfe die fünftgrößte deutsche Biermarke mit Rabattaktionen des Einzelhandels, sagte der Sprecher der Hasseröder-Konzernmutter Anheuser-Busch Inbev, Oliver Bartelt, am Donnerstag. Zuletzt seien mehr als 70 Prozent der Biere über Angebote verkauft worden - vor allem im Pilssegment, dem Hauptprodukt der Marke. Hasseröder könne sich daher nach mehreren Wachstumsjahren dem allgemeinen Trend des sinkenden Bierabsatzes nicht mehr entziehen.

„Unsere Hausaufgabe ist zu prüfen, wo die Marke preislich angesiedelt werden kann und wo ihr Platz im Markt ist.“ Zwar seien Kunden bereit, höhere Preise für Bier zu zahlen. Der Aufstieg ins Premiumsegment sei angesichts der angesprochenen Rabattpolitik allerdings schwer.

Wo das Bier in Deutschland boomt
Baden-Württemberg
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Im Gesamtjahr 2016 lief die Entwicklung in den Bundesländern unterschiedlich. Bundesweit allerdings nivellierte sich der Effekt bei einer Änderung um nur 0,1 Prozent. In Baden-Württemberg legte der Absatz um 3,4 Prozent zu. Hier schreibt die staatliche Tannenzäpfle-Brauerei seit Jahren eine Erfolgsgeschichte in der Szene-Gastronomie.

Bayern
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Im Bierland Bayern schrumpfte der Absatz leicht um 1,1 Prozent. Weißbier hat sich schon lange bundesweit etabliert, gerade in der alkoholfreien Variante. Riesensprünge sind da nicht mehr drin. Aus Bayern stammt auch Deutschlands absatzstärkste Brauerei Oettinger, die preisberühmt ist.

Berlin & Brandenburg
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In Berlin und Brandenburg stagniert der Absatz mit minus 0,9 Prozent. Traditionalisten beklagen, dass das typische Sauerbier Berliner Weiße auf dem Rückzug ist. Stattdessen kommen Marken wie Berliner Pilsener mit regionalem Anstrich.

Hessen
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In Hessen verzeichneten die Brauer ein Minus von 3,5 Prozent. Vielleicht liegt es am Wiedererstarken des Apfelweins im Rahmen des allgemeinen Cider-Booms? Formel-1-Weltmeister Rosberg gefällt's.

Mecklenburg-Vorpommern
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In Mecklenburg-Vorpommern stieg der Absatz um 6,3 Prozent. Erfolgreich ist die Störtebeker-Brauerei, die ein Mitglied der Hamburger Bierdynastie Nordmann ist. Jürgen Nordmann hat das ehemalige Stralsunder Bier-Kombinat als Spezialitäten-Brauerei neu erfunden und kam damit gerade recht zum Craftbeer-Boom. Er beliefert nun unter anderem die Hamburger Elbphilharmonie. Daneben kommt Lübzer Bier aus Mecklenburg. Die Brauerei gehört zur Carlsberg-Gruppe. Entsprechend spottet der Kabarettist Rainald Grebe in seinem Lied „Doreen aus Mecklenburg“: „Das Bier von hier heißt Lübzer Lemon.“

Niedersachsen & Bremen
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Den größten Ausreißer gibt es in Niedersachsen und Bremen. Hier stieg der Absatz um 11,3 Prozent nach einigen Rückgängen in den Vorjahren. Zum einen hat die Bremer Weltmarke Beck’s von AB Inbev um 3,5 Prozent zugelegt. Zum anderen hat der Konzern die Gilde-Brauerei an den Investor TBCB verkauft, die seitdem auch für Handelsmarken braut und so ihre Menge mehr als versechsfacht hat.

Nordrhein-Westfalen
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In Nordrhein-Westfalen gab es mit einem Minus von 0,4 Prozent kaum Veränderungen. Von hier kommen die dauerschwächelnde Marke Warsteiner, das Schalke-Bier Veltins, die traditionsreichen Dortmunder Bierspezialitäten, das vorzügliche Düsseldorfer Alt und das Dünnbier Kölsch.

Prinzipiell halte der Konzern an der ostdeutschen Traditionsmarke fest, sagte Bartelt. Sollte ein Interessent mit einem guten Plan auftauchen, verschließe man sich jedoch Gesprächen über einen Verkauf nicht. „Allerdings steht Hasseröder derzeit nicht offensiv im Schaufenster.“ Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ über einen möglichen Verkauf berichtet.

Hasseröder hat in Wernigerode rund 260 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr verkaufte die Brauerei nach eigenen Angaben 2,1 Millionen Hektoliter Bier. Vier Jahre zuvor waren es noch 2,4 Millionen. AB Inbev ist die weltweit größte Brauereigruppe. Zu ihr gehört unter anderem auch Beck's, Franziskaner und Corona.

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  • dpa
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