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Anhörung im Parlament Ex-Steinhoff-Chef Jooste schiebt die Schuld im Bilanzskandal auf andere

Nach dem Absturz der Steinhoff-Aktie bestreitet Markus Jooste Vorwürfe gegen seine Person. Die Verantwortung sieht er bei Wirtschaftsprüfern und Geschäftspartnern.
Update: 05.09.2018 - 16:39 Uhr Kommentieren
Vor dem südafrikanischen Parlament wehrte sich der Ex-Vorstandschef von Steinhoff gegen die bestehenden Vorwürfe. Quelle: Reuters
Markus Jooste

Vor dem südafrikanischen Parlament wehrte sich der Ex-Vorstandschef von Steinhoff gegen die bestehenden Vorwürfe.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Es ist sein erster öffentlicher Auftritt seit Dezember. In einer Anhörung steht Markus Jooste, der ehemalige Vorstand des in Schieflage geratenen deutsch-südafrikanischen Möbelgiganten Steinhoff International, dem südafrikanischen Parlament Rede und Antwort. Dabei macht Jooste deutlich: Bei sich persönlich sieht er keine Schuld an dem Skandal.

Er sei sich keiner Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung des Konzerns bewusst gewesen, erklärt Jooste anschließend. Vielmehr schob er den massiven Kursverfall der Steinhoff-Aktie auf das Verhalten der Wirtschaftsprüfer und eines früheren Joint-Venture-Partners. Anfang Dezember 2017 hatte die Steinhoff-Aktie etwa 90 Prozent ihres Wertes verloren, nachdem sich Wirtschaftsprüfer geweigert hatten, die Zahlen des Konzerns zu testieren.

Zwei Jahre lang hätte er Fragen der deutschen Staatsanwaltschaft beantwortet, sagt Jooste – interne Untersuchungen der Zahlen hätten keine Falschbilanzierung ergeben. Dann hätten die von Steinhoff beauftragten Wirtschaftsprüfer von Deloitte eine neue Untersuchung verlangt, und die Zahlen im Dezember nicht testiert. „Da hatte ich genug“, sagt Jooste. Er habe das Unternehmen verlassen.

Zuvor habe er vorgeschlagen, neue Wirtschaftsprüfer zu benennen und die Bilanzzahlen bis Januar 2018 mit deren Attest zu veröffentlichen. Kurz nach seinem Rücktritt hatte er sich in einer SMS an Vorstände und Aufsichtsräte für das Desaster entschuldigt.

Nun aber bestreitet er jeden persönlichen Fehltritt. Der Ex-Vorstand ließ sich auch von den strengen Fragen der südafrikanischen Parlamentarier nicht aus dem Konzept bringen. Immer wieder betonte er, dem Unternehmen 29 Jahre gedient zu haben.

Der Steinhoff-Konzern ist ein internationales Möbelkonglomerat mit Sitz in Südafrika, ursprünglich gegründet vom deutschen Unternehmer Bruno Steinhoff. Der Konzern beschäftigt weltweit 120.000 Menschen und setzt schätzungsweise 14 Milliarden Euro um.

Steinhoff hat sich auf die gesamte Produktionskette von Möbeln bis hin zum Verkauf in Einzelhandelsketten spezialisiert und war in den vergangenen Jahren über Zukäufe in rasantem Tempo gewachsen. Mit der Akquisition der Matratzenkette Matress Firm in den USA hatte sich Steinhoff 2016 wirtschaftlich verhoben.

Die Verantwortung für das Desaster schiebt Jooste nun vor allem Andreas Seifert zu, dem Inhaber der österreichischen Möbelkette XXXLutz. Die seit 2007 bestehende Partnerschaft sei 2014 zerbrochen, weil Seifert seinen Teil bei gemeinsamen Joint-Ventures nicht bezahlt habe. Seifert dagegen strengte mehrere Verfahren gegen Steinhoff wegen angeblicher Falschbilanzierung an. Gegenüber dem Handelsblatt äußerte Seifert, Jooste verdrehe die Tatsachen – Steinhoff habe seinen Teil nicht gezahlt, nicht umgekehrt.

Die Anhörung dauert noch bis Donnerstagmittag an. Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft PwC haben seit Bekanntwerden des Bilanzskandals die Vermögenspositionen von Steinhoff um mehrere Milliarden Euro nach unten korrigiert. Kreditgeber haben ein dreijähriges Stillhalteabkommen vereinbart.

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