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Arabische Fluglinie Flughafenmanager wird neuer Chef von Etihad

Ex-Flughafenmanager Tony Douglas wird ab Januar Chef der arabischen Fluglinie Etihad. Douglas arbeitete zuletzt für das britische Verteidigungsministerium. In seinem neuen Job wird er harte Entscheidungen treffen müssen.
28.09.2017 Update: 28.09.2017 - 18:07 Uhr Kommentieren
Die arabische Airline bekommt einen neuen Chef. Quelle: AP
Etihad

Die arabische Airline bekommt einen neuen Chef.

(Foto: AP)

Dubai Mit diesem Kandidaten hatte wohl keiner gerechnet: Tony Douglas wird neuer Chef von Etihad. Das gab die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi am Persischen Golf am Donnerstag bekannt. Der Brite Douglas hat vor allem Erfahrung als Flughafen-Manager und arbeitet zurzeit im britischen Verteidigungsministerium. Zum 1. Januar 2018 soll er bei Etihad anfangen. Bis dahin übernimmt Personalchef Ray Gammell diese Aufgabe weiterhin.

Die Suche nach einem neuen Spitzenmann für die Etihad Aviation Group hat deutlich länger gedauert als geplant. Der Aufsichtsrat der staatlichen Fluggesellschaft hatte den langjährigen CEO James Hogan zum Juli abgezogen. Die Entscheidung hatte die Herrscherfamilie in Abu Dhabi allerdings schon Anfang des Jahres getroffen. Seitdem lief die Suche nach einem Nachfolger.

Im Mai hieß es, der Neue werde in wenigen Wochen bekanntgegeben. Dabei fiel im Umfeld der Airline vor allem der Name Christoph Müller. Der Deutsche war unter anderem Chef von Aer Lingus und Malaysia Airlines. Derzeit arbeitet er bei Emirates aus dem benachbarten Dubai.

Die spektakulärsten Airline-Pleiten
2017: Air Berlin
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Mit Air Berlin hat die zweitgrößte Airline Deutschlands Insolvenz angemeldet. Die Pleite bahnte sich seit längerem an: Das Unternehmen mit rund 8.600 Beschäftigten schrieb seit Jahren Verluste und hielt sich hauptsächlich durch Finanzspritzen ihres Großaktionärs Etihad noch in der Luft. Am Freitag drehte die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate den Berlinern aber den Geldhahn zu. Mit dem Kredit von 150 Millionen Euro stellt nun der Bund den Flugbetrieb vorerst sicher.

(Foto: dpa)
Harter Wettbewerb
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Air Berlin ist kein Einzelfall. Die goldenen Zeiten der Luftfahrt sind seit der Liberalisierung des Marktes, die in den 1980er-Jahren einsetzte, vorbei. Seitdem regiert ein knallharter Wettbewerb die Lüfte. Auch die Branchenkrise nach den Anschlägen des 11. September 2001 und das Aufkommen der Billigflieger sorgen dafür, dass viele bekannte Airlines in die Pleite gerutscht sind.

(Foto: dpa)
1991: Pan American Airways
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Wie kein zweites Unternehmen stand „Pan Am“ für das glamouröse Jet-Zeitalter. 1927 flogen die ersten Postflugzeuge unter dem Namen zwischen Florida und Havanna. Schnell wurde das Unternehmen zu einer der größten US-Fluggesellschaften. Die Airline war eine der ersten, die Interkontinentalflüge anbot, und setzte zahlreiche Standards in der zivilen Luftfahrt. Das blau-weiße „meatball“-Logo von Pan American genießt bis heute Kultstatus.

(Foto: Imago)
1991: Pan American Airways
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In den 1980er-Jahren begann der Stern von Pan Am zu sinken. Durch die Deregulierung des US-Marktes kamen zahlreiche Konkurrenten auf. 1988 wurde über dem schottischen Lockerbie eine Maschine durch einen Terroranschlag zum Absturz gebracht, was das Vertrauen der Öffentlichkeit erschütterte. 1991 folgte die Übernahme durch Delta Air Lines.

(Foto: Imago)
1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
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Auch TWA gehörte zu den Pionieren der Luftfahrt. Gegründet 1930 als „Transcontinental and Western Air“, machte der exzentrische Milliardär Howard Hughes („The Aviator“) das Unternehmen zur zeitweise größten Airline der Welt. Hinter Pan Am war TWA die inoffiziell zweite Flaggschiff-Gesellschaft der USA. 1985 kaufte der Investor Carl Icahn TWA.

(Foto: Imago)
1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
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In den 1990er-Jahren musste TWA zwei Mal in kurzer Folge Gläubigerschutz beantragen. 1996 starben beim Absturz einer Boeing 747 über dem Atlantik 230 Menschen. Die stark geschrumpfte Airline kam 2001 wieder in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von Konkurrent American Airlines übernommen.

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2001: SwissAir
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1931 gegründet galt die Airline wegen ihrer finanziellen Stabilität lange als „fliegende Bank“. Aufgrund der politischen Neutralität der Schweiz konnte SwissAir zahlreiche lukrative Ziele in Afrika und im Nahen Osten anfliegen.

(Foto: picture alliance)

Doch statt Müller haben die Scheichs in Abu Dhabi einen Mann auserkoren, der die Luftfahrt zwar gut kennt – nicht aber als Airline-Experte. Der 54-jährige Douglas startete seine Laufbahn beim britischen Flughafenbetreiber BAA. Es folgte der Chefposten beim Flughafen London-Heathrow.

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    Als CEO des Baukonzerns Laing O’Rourke legte Douglas eine Branchenpause ein, bevor er einen Posten übernahm, der ihm schlussendlich auch die Berufung der Etihad-Eigner eingebracht haben dürfte. Douglas wechselte nach Abu Dhabi, zunächst als Chef der stark expandierenden Häfen und Industrieparks, dann als Chef des Flughafens. Nach diesem Intermezzo am Persischen Golf ging er 2005 zurück in die Heimat, wurde Chef des Bereichs Einkauf im britischen Verteidigungsministerium.

    Umbau der Airline erwartet

    Mohamed Mubarak Fadhel Al Mazrouei, Aufsichtsratschef der Etihad Aviation Group, zeigte sich zufrieden mit der Personalie, auch wenn sie lange gedauert und einen unerwarteten Namen hervorgebracht hat: „Wir sind erfreut, dass Tony zurück nach Abu Dhabi kommt, um Etihad zu leiten.“ Die dann folgende Aussage des Chefaufsehers lässt allerdings aufhorchen. „Er hat den Umbau von großen Unternehmen in Abu Dhabi und im Vereinigten Königreich geleitet und er versteht die Vereinigten Arabischen Emirate und die Region“, so Al Mazrouei.

    Das deutet darauf hin, dass es bei Etihad noch einige Veränderungen geben wird. Unter Hogan hatte die Airline ein Netz an Beteiligungen aufgebaut, um Zugang zu wichtigen Märkten wie Europa zu bekommen. Doch die Strategie, bei angeschlagenen Fluggesellschaften einzusteigen, hat dem Unternehmen milliardenschwere Verluste eingebracht. Mittlerweile sind die Töchter Air Berlin und Alitalia pleite. Bei Air Berlin wurde dieser Schritt sogar direkt durch Etihad ausgelöst, weil man die finanzielle Unterstützung für die Tochter kurzfristig einstellte.

     Im vergangenen Jahr hat Etihad die beiden Beteiligungen bereits größtenteils bilanziell abgeschrieben, was einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro verursachte. Branchenkenner gehen deshalb davon aus, dass der neue Chef die Beteiligungen abstoßen wird.

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