Argentinien McDonald's hat wegen Dollar-Bremse keinen Ketchup

Um den Devisenabfluss einzudämmen, haben Unternehmen in Argentinien strikte Im- und Exportvorgaben. McDonald's hat diese nun offenbar verletzt – und kann keinen Ketchup mehr einführen. Nun droht der Zorn der Regierung.
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Pommes mit Ketchup: Bei McDonald's in Argentinien kann man dieses Gericht derzeit nicht bestellen. Quelle: dpa

Pommes mit Ketchup: Bei McDonald's in Argentinien kann man dieses Gericht derzeit nicht bestellen.

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São PauloMcDonald's Facebook-Seite quillt seit dem Wochenende über von Beschwerden unzufriedener Kunden. Der Grund: In den rund 200 Filialen in Argentinien gibt es keinen Ketchup mehr zu den Burgern. Um zu verhindern, dass sich der Mangel zu einem regelrechten Shitstorm im Web steigert, entschuldigte sich McDonald`s Argentinien jetzt bei den Kunden digital: „Der Mangel an Ketchup in unserem Filialen ist vorübergehend. Wir hoffen, das Problem bald zu beheben und bieten solange alternative Soßen an.“

Offiziell wollte die Imbisskette den Grund für die fehlende Tomatentunke nicht nennen. Doch in Buenos Aires gibt es keinen Zweifel, dass die Devisen- und Importkontrolle der Regierung der Grund dafür ist, dass McDonald's keinen Ketchup vom Nachbarland Chile nach Argentinien importieren kann. Denn argentinische Unternehmen bekommen Dollar nur genehmigt für Importe, wenn sie im Gegenzug Produkte exportieren.

Mit Import- und Devisenbeschränkungen will die Regierung weitere Verluste an Devisenreserven verhindern. Die sind innerhalb kürzester Zeit auf 29 Milliarden Dollar geschrumpft – 2011 waren es noch 52 Milliarden Dollar. Bisher fielen die fehlenden Importprodukte weniger ins Gewicht, weil Argentiniens Industrie in vielen Sparten die Importe durch lokal hergestellte Produkte ersetzen kann. Doch das gelingt den Unternehmen immer weniger.

Deswegen könnte der fehlende Ketchup in der beliebten Fast-Food-Kette Argentiniens jetzt einen empfindlichen Imageschaden für die Regierung bedeuten. Denn die fehlende Soße zeigt anschaulich, dass die Wirtschaftspolitik von Präsidentin Cristina Kirchner immer weniger in der Lage ist, Argentinien durch die aufziehende Emerging-Market-Krise zu navigieren. Ausländische Investoren verlangen für Kreditausfallswaps auf argentinische Bonds inzwischen 25 Prozent – das ist mehr als zehnmal so viel wie im ebenfalls unter Druck kommenden Nachbarland Brasilien.

Es droht der Zorn der Regierung
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10 Kommentare zu "Argentinien: McDonald's hat wegen Dollar-Bremse keinen Ketchup"

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  • Argentinien hatte dieses Jahr ein grosses Problem mit der Tomatenernte, so dass sich der Preis für das Kilo Tomaten vervierfachte. Deshalb wurden grösstenteils die Tomaten aus Brasilien importiert. Ich denke, dass es für McDonalds einfach günstiger ist den Ketchup zu importieren, als den heimischen Ketchup zu verwenden.

  • gibt es keinen Ketchuphersteller in Argentinien,bei uns ,acht mc donald Werbung dass das Fleisch und eigentlich alles vom "Bauern um die Ecke" kommt,wo auch immer diese Ecke sein soll(te).und dort gibts in ganz argentinien kein gramm ketchup?

  • "Sao Paulo" steht "fett gedruckt" zu Beginn des Artikels. Warum auch immer?...:-)

  • Argentinien fordert Export. Das können aber auch Güter anderer UN sein, z.B. Wein etc. Burger währen eine schlechte Alternative :)

  • Abgesehen davon, dass hier die Import-/Exportvorgaben der argentinischen Regierung ggf. einfach lächerlich / schlecht durchdacht sind, kann ich aus dem Artikel nicht erkennen, inwiefern McDonalds diese schon verletzt haben soll. Ketchup gibt es bei McDonalds ja gerade deshalb nicht, da sich McD an die Vorgben hält und deshalb eben kein Ketchup mehr importieren kann.
    Wenn ein Land natürlich die Vorgabe macht, dass ein Unternehmen nur Waren importieren darf, wenn auch exportiert wird, dann bleiben da rein auf den Binnenkonsum ausgerichtete Unternehmen (was soll McD machen, die fertigen Hamburger exportieren?) auf der Strecke. Gilt dann auch nicht nur für McD, sondern für jedes Restaurant.
    Bliebe natürlich höchstens die Frage, ob es in Argentinien keinen geeigneten Ketchup-Hersteller gibt. Aber vielleicht wachsen dort ja nicht mal genug Tomaten, um den gesamten Ketchup-Bedarf des Landes zu decken ...

  • Irgendwie kann es um Argentienien nicht so gut stehen, wenn die nciht in der LAge sind Ketchup selbst herzustellen.

  • Wo lesen Sie den Sao Paulo?

  • liegt Sao Paulo jetzt in Argentinien?...:-)

  • Jawoll, das ist doch mal eine Seitenfuellende Schlagzeile wert! Danke HB dass sie ihre Leser so ausfuehrlich ueber wichtige Ereignisse informieren!

  • Das wäre doch ein Deal für Warren Buffet, schnell ein paar Tonnen HEINZ Ketchup anliefern. Aber nein, mit Peanuts hat sich Mr. Buffet nur zu seinen Anfangszeiten befasst, nicht mehr seine Kragenweite.

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