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Atemschutzmasken Masken-Produzenten rechnen mit Nachfrageeinbruch im Sommer

Die Maskenpflicht wird angesichts sinkender Corona-Fallzahlen zunehmend infrage gestellt. Die Hersteller bleiben gelassen und sehen langfristig ein stabiles Interesse.
16.06.2021 - 17:31 Uhr Kommentieren
Mit fallenden Corona-Infektionszahlen wächst auch der Wunsch, seltener eine Maske tragen zu müssen. Quelle: dpa
Atemschutzmaske in öffentlichen Verkehrsmitteln

Mit fallenden Corona-Infektionszahlen wächst auch der Wunsch, seltener eine Maske tragen zu müssen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Trotz der Debatte um die Maskenpflicht bleiben Hersteller der Atemschutzmasken gelassen. Sie gehen weiterhin von einem erhöhten Bedarf aus – rechnen in den kommenden Wochen aber durchaus mit einem Einbruch der Nachfrage. Das hat eine Umfrage des Handelsblatts unter den führenden Maskenproduzenten ergeben.

Die Gründe für den mittelfristigen Optimismus sind vielfältig. „Wir rechnen mit stark fallenden Absatzzahlen“, sagt etwa Nico Feichtinger, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Günter Zühlsdorf. Das eigentlich auf die Errichtung und Wartung von Lüftungs- und Klimaanlagen spezialisierte Unternehmen ist seit eineinhalb Jahren auch Produzent von Schutzmasken.

Inzwischen hat das Unternehmen für die Maskenproduktion die Tochter Zühlsdorf Typ IIR gegründet. Täglich werden im Berliner Werk 30.000 Masken vom Typ IIR produziert. Die Masken vom Typ IIR werden häufig auch als „OP-Masken“ bezeichnet.

Geschäftsführer Feichtinger lässt sich von der aktuell stattfindenden Diskussion in Deutschland nicht entmutigen. Er hat Hoffnung für sein neues Geschäftsmodell, denn er will sich mit den Masken künftig stärker aufs Ausland konzentrieren, „auf Länder, in denen noch nicht so viele Menschen geimpft sind“.

International gibt es weiterhin großen Bedarf an Atemschutzmasken

Ähnlich sieht es auch der Medizintechnikkonzern Drägerwerk, der Atemschutzmasken herstellt. „Wir gehen davon aus, dass es international bei einem größeren Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung bleibt. Das betrifft natürlich auch Masken“, sagt eine Sprecherin.

Gerade in Entwicklungsländern ist die Impfquote sehr gering und der Bedarf an Atemschutzmasken groß. „Der Markt für Masken hat nach wie vor attraktive Potenziale, daher haben wir unsere Kapazitäten während der Pandemie deutlich ausgebaut“, ergänzt die Sprecherin. Der Auftragseingang habe sich in dem Unternehmen seit Anfang Februar auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert.

Die Hoffnung der Maskenproduzenten auf stabile Geschäfte speist sich aber auch aus einem erhöhten Hygienebewusstsein der Menschen. „Wir alle haben während der Pandemie gelernt, dass durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz auch die Infektionszahlen bei Grippe oder Erkältungen gesunken sind“, sagt Kai Rinklake, Geschäftsführer des Maskenherstellers Skylotec. „Hier tun wir gut daran, von den Asiaten zu lernen und den Schutz unserer Mitmenschen in unsere Benimmregeln zu integrieren.“

Das Familienunternehmen stellt seit sieben Jahrzehnten Schutzausrüstungen her und hat zum Jahresende 2020 mit der Produktion von medizinischen Gesichtsmasken und Masken für den leichten Atemschutz begonnen.

Vor allem draußen wird die Maskenpflicht zunehmend entfallen. Quelle: imago images/Ralph Peters
Maskenpflicht in Innenstädten

Vor allem draußen wird die Maskenpflicht zunehmend entfallen.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Professionelle Maskennutzer im Visier

Skylotec will sich künftig auf professionelle Nutzer aus dem medizinischen Bereich konzentrieren. „Auch hier gehen wir von einem steigenden Bedarf nach Corona aus“, sagt der Geschäftsführer. „Viele Ärzte berichten, dass sich weniger Patienten in Wartezimmern gegenseitig mit den unterschiedlichsten Krankheiten infizieren, eben weil dort Masken getragen werden.“

Einen ähnlichen Weg schlägt der Mischkonzern 3M ein. „Während der Pandemie haben wir die Versorgung des Gesundheitswesens mit unseren Masken priorisiert. Wir sehen mittlerweile ein insgesamt höheres Nachfrageniveau, in dem der Anteil der Industrie wieder höher ist“, heißt es.

Die nächste Grippesaison naht und möglicherweise auch die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus. „Auch wenn die Verkaufszahlen der Masken jetzt im Sommer zurückgehen, gehen wir stark davon aus, dass es im Herbst wieder einen rasanten Anstieg der Nachfrage geben wird, und diese wird nicht nur von der Pandemielage abhängen“, sagt Stefan Kön, Geschäftsführer des Herstellers Technisat Digital GmbH.

Es gibt aber noch einen Grund, warum die Maskenproduktion nicht zum Stillstand kommen wird: die Notfallreserve des Landes. „Wir hoffen immer noch darauf, dass Bund oder Länder in Kürze damit beginnen, eine Notfallreserve von Pandemieartikeln – und hier insbesondere auch FFP2-Masken – aufbauen“, sagt Kön von Technisat. „Die Erfahrung aus dem letzten Jahr hat gezeigt, dass dies dringend notwendig ist.“

Mehr: Industrie läuft auf Hochtouren, aber Lieferengpässe trüben die Aussichten

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