Auf Lieferanten vertraut Drogerie Müller prüft Katzenfell-Mützen

Zwei Firmen haben in Deutschland wohl Mützen mit Bommeln aus echtem Katzenfell verkauft. Die Drogeriemarkt-Kette Müller sagt, auf die Angaben eines Lieferanten vertraut zu haben. Jetzt prüft die Firma die Ware.
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Mützenmodell „Chunky Beanie“, das von Tom Tailor angeboten wurde. Quelle: Animal's Liberty

Mützenmodell „Chunky Beanie“, das von Tom Tailor angeboten wurde.

(Foto: Animal's Liberty)

DüsseldorfDie Tierschutzorganisation Animals' Liberty kämpft gegen den Einsatz von Echtpelz, der als Kunstpelz ausgezeichnet wird. In einem Fall haben die „Pelzdetektive“ der Organisation jetzt Katzenfell in den Bommeln von Mützen zweier Hersteller gefunden. Sowohl Tom Tailor als auch die Drogeriemarktkette Müller boten zeitweise die Mützen an. „Müller bedauert außerordentlich, Bestandteil dieses Vorfalls zu sein, der zu keinem Zeitpunkt die Haltung des Unternehmens widerspiegelt“, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Etikett an einer der umstrittenen Wollmützen mit Fellbommel. Quelle: Animal's Liberty

Etikett an einer der umstrittenen Wollmützen mit Fellbommel.

(Foto: Animal's Liberty)

Müller hatte die Ware bereits aus dem Verkauf genommen und nun eine Prüfung der Mützen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse lägen erst in einigen Tagen vor. „Sollte sich herausstellen, dass der Lieferant vorsätzlich Müller getäuscht und fahrlässig gehandelt hat, [...] wird das Unternehmen entsprechende Schritte gegen den Anbieter einleiten“, hieß es weiter.

Auch bei Tom Tailor läuft eine Prüfung. Die Verarbeitung von Echtpelz sei bei dem Modeunternehmen grundsätzlich untersagt. „Bei dem jetzt beanstandeten Produkt handelt es sich um einen Einzelfall, über den Tom Tailor am 19. Dezember 2013 Kenntnis erlangt hat“, heißt es in einer Mitteilung. Das Produkt sei am gleichen Tag aus dem Programm genommen worden.

Auch andere Tierschutzorganisationen haben in der Vergangenheit nachgewiesen, dass von deutschen Händlern einzelne Produkte aus Haustierfellen verkauft wurden. Seit Anfang 2009 ist der Import von Haustierfellen in die EU verboten und damit auch der Verkauf. Müller teilte mit, „im guten Glauben“ die Strickmützen mit vermeintlichen Kunstfellbommeln eingekauft zu haben. Die Mützen seien nicht in China bestellt worden, sondern bei einem deutschen Lieferanten. Im Fall einer vorsätzlichen Täuschung schließe die Drogerie „entsprechende Schritte“ gegen die Firma nicht aus. Generell spricht Müller sich für eine Kennzeichnungspflicht für Pelzprodukte aus.

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3 Kommentare zu "Auf Lieferanten vertraut: Drogerie Müller prüft Katzenfell-Mützen"

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  • Du könntest das nur mit Pädophilie vergleichen, wenns um Sex ginge, nicht jeder, der Kinder mag, ist pädophil.
    Hier geht es darum, dass die Tiere in China lebend gehäutet werden und dieses Fell dann als Kunstfell verkauft wurde, sodass die, die keinen Pelz tragen wollen, es trotzdem getan haben. Allerdings gebe ich dir recht: Schutz sollte für alle gelten und Pelz allgemein verboten werden. Leder ist allerdings ne andere Geschichte...da werden alle Teile des Tieres verwendet statt weggeworfen wie in der Pelzindustrie.

  • Ein Beispiel für die um sich greifende Bambi-Syndrom-Tierliebe. Geliebt wird nur was knuffig aussieht.
    Bezüglich Menschen würde man in solchen Fällen wohl von Pädophilie sprechen. Das sollte zu Denken geben!

  • Warum ist die Nutzung von Katzenfellen in der EU offenbar verboten, wenn die Nutzung von Kaninchenfellen, Rindsleder (Schuhe, Autositze, Sofas...), Daunen (in Kissen und Jacken) oder Schweinen (als Schnitzel) erlaubt ist?

    Wenn es um Tierschutz von Nicht-Wildtieren gehen soll, dann käme es doch wohl allein auf die Haltung an. Warum gelten da für einige Nicht-Wildtiere andere Maßstäbe als für andere?

    Das Ausstopfen der eigenen Hauskatze als Erinnerungsstück ist meines Wissens erlaubt. Welchen Unterschied macht es FÜR DIE KATZE, ob sie nach ihrem Tod ausgestopft oder als Bommel an der Mütze getragen wird?

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