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Ausbeutung von Flüchtlingen BBC erhebt Vorwürfe gegen Modehersteller

Eine BBC-Reportage deckt auf, wie syrische Flüchtlinge in türkischen Fabriken unter unmenschlichen Bedingungen Kleidung für den europäischen Markt herstellen. Die betroffenen Modelabels wehren sich.
26.10.2016 - 02:13 Uhr
Die BBC hatte in Fabriken, die für M&S produzieren, syrische Flüchtlinge angetroffen, die für einen Hungerlohn arbeiteten. Quelle: Reuters
Marks and Spencer

Die BBC hatte in Fabriken, die für M&S produzieren, syrische Flüchtlinge angetroffen, die für einen Hungerlohn arbeiteten.

(Foto: Reuters)

London Kinderarbeit, Zwölf-Stunden-Schichten, Dumpinglöhne: Die britische Rundfunkanstalt BBC will bei einer Recherche in türkischen Textilfabriken erschreckende Zustände festgestellt haben. Dort werde unter anderem für europäische Modelabels produziert. Die weisen die Vorwürfe entschieden zurück.

Opfer der Ausbeutung seien syrische Flüchtlinge, von denen beinahe drei Million in der Türkei leben. Viele hätten keine Arbeitserlaubnis und seien auf die illegale Beschäftigung angewiesen, berichtete die BBC am Montag. Produziert werde für Marken wie Zara, Mango, Marks and Spencer und den Online-Händler Asos, hieß es.

Zara ließ wissen, eine im Zusammenhang mit dem Modelabel genannte Wäscherei sei bereits vor den BBC-Aufnahmen vom Zara-Mutterunternehmen Inditex überprüft worden. Dabei seien zwar Sicherheits- und Gesundheitsmängel beanstandet worden, jedoch keine Hinweise auf illegal beschäftigte Flüchtlinge gefunden worden. Man habe der Wäscherei eine Frist gesetzt, die Mängel zu beheben, andernfalls werde die Zusammenarbeit eingestellt.

Ein Sprecher der Warenhauskette Marks and Spencer (M&S) sagte dem BBC-Bericht zufolge, alle seine Lieferanten seien vertraglich verpflichtet, die ethischen Standards des Unternehmens einzuhalten. Man nehme die Hinweise aber „sehr ernst“. Die BBC hatte in Fabriken, die für M&S produzieren, syrische Flüchtlinge angetroffen, die für einen Hungerlohn arbeiteten. Einer der Arbeiter sei erst 15 Jahre alt gewesen und habe in Zwölf-Stunden-Schichten gearbeitet.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

(Foto: Reuters)
Platz 9: Prada Group
2 von 10

Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 8: Next
3 von 10

Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

(Foto: Screenshot)
Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

(Foto: dapd)
Platz 6: Primark
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Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

(Foto: dpa)
Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

(Foto: dpa)

Der Online-Händler Asos gestand ein, dass Kleidung ohne Wissen des Unternehmens in einer Fabrik hergestellt worden sei, die Flüchtlinge, darunter auch Kinder, beschäftigte. Asos habe sich dazu verpflichtet, die in der Fabrik angetroffenen Flüchtlinge zu unterstützen.

Mango ließ der BBC zufolge wissen, eine Fabrik, in der Arbeiter gesundheitsgefährdenden Chemikalien ausgesetzt gewesen sein sollen, sei von einem Zulieferanten ohne Kenntnis der Modefirma betrieben worden. Eine Überprüfung habe ergeben, dass dort keine syrischen Arbeiter beschäftigt seien, allgemein seien dort „gute Zustände“ vorgefunden worden.

Menschenrechtlern wie Danielle McMullan von der Organisation Business and Human Rights Resource Centre reicht das nicht. „Es ist nicht genug zu sagen, wir wussten nichts davon, es ist nicht unsere Schuld“, sagte sie der BBC. Die Modehersteller hätten eine Pflicht zu überwachen und zu verstehen, wo und unter welchen Bedingungen ihre Kleider hergestellt würden.

  • dpa
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