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Ausstellungen Deutsche Messen wachsen langsamer

Die Branche trotzte 2018 Protektionismus und Konjunkturunsicherheiten. Heimische Aussteller und Besucher waren jedoch zurückhaltender als ausländische.
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Viele Aussteller bleiben der Automesse in Frankfurt dieses Jahr fern. Quelle: dpa
IAA in Frankfurt

Viele Aussteller bleiben der Automesse in Frankfurt dieses Jahr fern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie legendäre Cebit fand 2018 zum letzten Mal in Hannover statt. Trotz neuer hipper Formate und Verlegung vom Frühjahr in den Sommer konnten nicht genügend Aussteller und Besucher zur einstmals weltgrößten IT-Messe gelockt werden. Die gerade laufende CES in Las Vegas hat der deutschen Digitalmesse längst den Rang abgelaufen und ist zum Mekka für Techies geworden.

Trotz solcher Rückschläge und trotz des wachsenden Protektionismus in der Welt konnten die deutschen Messen im vergangenen Jahr relativ gut Kurs halten. Dies zeigen die vorläufigen Berechnungen des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma. Auf 178 nationalen und internationalen Messen gab es im Vergleich zu den Vorveranstaltungen im Schnitt 1,5 Prozent mehr Aussteller, nämlich 195.000.

Die Standflächen wuchsen leicht um ein Prozent auf 7,1 Millionen Quadratmeter. Damit hat sich das Wachstum der deutschen Messen verlangsamt: 2017 wurden noch ein Plus von 3,5 Prozent bei den Austellern und ein Plus von drei Prozent bei den Flächen gezählt.

Die Besucherzahlen waren 2018 sogar leicht rückläufig. Sie gingen insgesamt um ein halbes Prozent auf 9,5 Millionen zurück. Interessant: Vor allem die heimischen Aussteller und Gäste waren relativ zurückhaltend. Die Teilnehmerzahlen aus dem Ausland dagegen - Besucher wie Aussteller - legten um jeweils drei Prozent zu.

Der Auma zeigt sich dennoch zufrieden. Das Messe-Engagement der Wirtschaft hätten noch deutlich vorsichtiger ausfallen können. Schließlich hätten sich die Unsicherheiten über die Entwicklung der heimischen Konjunktur und des Außenhandels erheblich verstärkt. Der wachsende Protektionismus vonseiten der USA und anderswo beeinträchtigt gerade die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft. Das internationale Messegeschäft ist auf einen möglichst barrierefreien Handel angewiesen.

Für dieses Jahr rechnet der Auma mit kleinen Zuwächsen bei den Ausstellern und stagnierenden Besucherzahlen. Unsicherheiten bestehen vor allem darüber, wie sich die Messen im Automobilsektor weiterentwickeln. Die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hatte 2017 zuletzt schon 100.000 Besucher verloren. In diesem September wollen wieder zahlreiche Aussteller und erstmals auch Renault der Messe fernbleiben. Andere wie BMW haben deutlich weniger Flächen gebucht.

Stattdessen sind Autobauer wie Audi derzeit im Tech-Mekka der CES in Las Vegas präsent. Durch die Digitalisierung verschwimmen die starren Branchengrenzen immer mehr. Das hat auch Folgen für die Messelandschaft.

Vom Autobauer, Fahrradhersteller bis zum Kopfhörerproduzenten – quer durch alle Branchen laden Aussteller potenzielle Geschäftspartner zudem verstärkt auf eigene Hausmessen. Etliche Unternehmen scheuen die hohen Kosten für internationale Ausstellungen und suchen zudem nach modernen Formaten. „Die Erfolgsmessen von morgen sind flexibler, effizienter, begeisternder“, meint Gerald Böse, Chef der Kölnmesse.

„Natürlich müssen sich Messen weiterentwickeln“, betont auch der Auma-Vorsitzende Walter Mennekes. Bedarf an deutlich veränderten Formaten gebe es aber nur in einem relativ schmalen Segment, glaubt er. Mennekes warnt davor, die „Festivalisierung“ generell als neuen Messetrend auszurufen. Branchentreffen aller Art, auch die B2B-Messen, würden emotionaler, so der Auma-Vorsitzende. Aber Emotionalisierung müsse auch geschäftlichen Mehrwert bieten.

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