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Austritt aus der EU Exporte nach Großbritannien steigen wegen des bevorstehenden Brexits rasant

Firmen auf der britischen Insel haben sich aus Furcht vor dem Brexit im ersten Quartal massiv mit Waren eingedeckt – eine teure Fehlinvestition.
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Brexit: Exporte nach Großbritannien steigen rasant Quelle: AFP
Lkws auf dem Weg zum Eurotunnel

Die Ausfuhren nach Großbritannien sind wegen des bevorstehenden Brexits rasant gestiegen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDie Furcht vor einem ungeregelten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs, der noch vor wenigen Tagen für den 29. März absehbar war, hat die Exporte aus allen Teilen Europas in Richtung der britischen Insel deutlich steigen lassen.

Nach Angaben der Frachtbörse Timocom ging die Zahl der Lkw-Transporte im ersten Quartal 2019 um 119 Prozent nach oben, womit sie sich gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelte. Das stärkste Exportwachstum in Richtung Großbritannien kam aus den Ländern Deutschland, Frankreich und Polen.

Die nach eigenen Angaben größte Frachtbörse Europas ermittelt quartalsweise die Veränderungen von Transportangebot und -nachfrage in Europa. „Unternehmen in Großbritannien, die von Importen aus Festland-Europa abhängig sind, erhöhten ihre Lagerbestände, um auf einen ungeordneten Brexit vorbereitet zu sein“, kommentierte Timocom-Analyst David Moog nun das ungewöhnliche Beschaffungsmanagement.

Seit Langem schon fürchten britische Importeure, dass es durch einen No-Deal-Brexit zu erheblichen Abfertigungsproblemen vor allem an den Kanalhäfen Calais und Dover kommt. Weil dort künftig Zollkontrollen zu befürchten sind, falls sich die britische Regierung mit der EU nicht auf ein Abkommen einigt, könnte es nach dem britischen EU-Austritt für Lkws zu tagelangen Wartezeiten kommen und damit zu Versorgungsengpässen.

Die Verschiebung des Brexits auf den 31. Oktober 2019, die Großbritannien und Brüssel in den vergangenen Tagen vereinbarten, hat die vorgezogenen Exporte nun allerdings in teure Fehlinvestitionen verwandelt. „Jedes Rein und Raus im Lager macht den Transport teurer“, erklärte Carsten Taucke, Chef der ostwestfälischen Lebensmittelspedition Nagel.

„Außerdem verlieren viele für den Supermarkt bestimmte Güter ihre Haltbarkeit und Frische.“ Hinzu kommen noch die Kosten für die Lagerung der Waren.

Parallel zu den Wirren um die Belieferung Großbritanniens trübt sich die Transportwirtschaft auf dem europäischen Festland ein. „Die verhaltene Konjunkturdynamik ist mittlerweile auch in der Transportwirtschaft angekommen“, kommentierte Timocom-Sprecher Gunnar Gburek die Quartalszahlen. 

So sei die Nachfrage nach Fahrten für Industrie- und Handelswaren im ersten Quartal 2019 gesunken. Von Januar bis März 2019 registrierte die Frachtbörse durchschnittlich 52 Transportaufträge, denen 48 Laderaumangebote gegenüberstanden. Im Vorjahreszeitraum lag das Verhältnis noch bei 54 zu 46.

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