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Autohersteller So bekommst du einen Job bei BMW

BMW-Personalvorständin Milagros Caiña Carreiro-Andree hat schon Hunderte Bewerbungsgespräche geführt. Im Interview gibt sie wichtige Tipps und erklärt, wie sie mehr junge Frauen für technische Berufe begeistern will.
06.11.2019 - 09:40 Uhr Kommentieren
BMW-Personalvorständin Milagros Caiña Carreiro-Andree
BMW-Personalvorständin Milagros Caiña Carreiro-Andree

„Es braucht keine stromlinienförmigen Lebensläufe.“ (Foto: BMW)

Dieser Artikel ist am 06. November 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Hoch oben, im 21. Stock des BMW-Towers im Münchener Olympia-Viertel, sitzt Milagros Caiña Carreiro-Andree. Lange Flure mit hohen Decken und weißem Marmorboden führen durch ein Vorzimmer in ihr Büro, das so groß ist wie manches Studentenappartement.

Mittlerweile führt die Personalchefin des Autokonzerns BMW ausschließlich Bewerbungsgespräche mit hochrangigen Managern. Und doch kennt sie die Tipps, Tricks und entscheidenden Faktoren, mit denen auch Jobeinsteiger, die frisch von der Uni kommen, den Karriereweg nach ganz oben schaffen können. Die gebürtige Spanierin kam als Dreijährige nach Deutschland, studierte BWL und war am Anfang ihrer Tätigkeit im Personalwesen für die Einstellung neuer Auszubildender zuständig.

BMW: Weniger Gewinn 2019 und Sparprogramm bis 2022

BMW ist nicht nur bei Berufseinsteigern ein beliebter Arbeitgeber. Allerdings will das Unternehmen aktuell keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, sondern hat sich vorgenommen, in den kommenden vier Jahren insgesamt zwölf Milliarden Euro zu sparen. Anders als etwa VW, Audi, Ford oder Tesla plant BMW aber keinen Stellenabbau.

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    Der Autobauer rechnet 2019 nach eigenen Angaben nur noch mit einem „deutlichen Rückgang“ beim Gewinn. In den ersten neun Monaten hat BMW rund 3,6 Milliarden Euro verdient, das sind 37 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

    Ein Grund für den Rückgang ist – neben dem Handelsstreit zwischen USA und China ein laufendes Kartellverfahren der EU-Kommission. Die wirft BMW vor, sich mit Volkswagen und Daimler abgesprochen zu haben, um die Einführung neuer Abgastechnik zu verzögern. BMW weist die Vorwürfe zwar weiter zurück, hat aber in seiner Bilanz vorsorglich 1,4 Milliarden Euro zurückgestellt.

    Zurück zu Frau Andree. Es reicht ihr, wenn dieser Teil ihres Nachnamens genannt wird. Die Spanierin ist eine sehr gefragte Frau. Und die Erste im Vorstand bei BMW. Vier Monate hat es gedauert von der Anfrage für ein Interview bis zum meinem Gespräch mit ihr. Für das kurze Video hatte die Presseabteilung des Autobauers viele Wünsche.

    Es endete darin, dass während meines Drehs mit dem Smartphone neben mir das hauseigene BMW-Kamerateam mit Profikamera und Tonangel stand. Fünf Leute in einem Raum für ein Orange-Interview mit einer einzigen Person? Das hat es noch nicht allzu oft gegeben.

    Karriere bei BMW: Tipps der Personalchefin für die Bewerbung

    Herausgekommen ist ein Gespräch über Karriere bei BMW, richtiges Verhalten im Bewerbungsgespräch und die (fehlende) Begeisterung junger Frauen für technische Berufe.

    Frau Andree, stellen Sie sich vor, ich hätte gerade meinen Bachelor gemacht und bewerbe mich für einen Job bei BMW. Zum Gespräch komme ich mit einem VW Golf. Wie reagieren Sie?
    Ich würde sagen: Das geht aber besser. Und dann würde ich natürlich versuchen, Sie in unserem Gespräch zu begeistern. Für BMW an sich natürlich sowieso, aber auch dafür, dass es noch schönere Autos gibt.

    Hätte ich trotzdem noch die Chance auf den Job?
    Natürlich. Der Golf ist ja kein schlechtes Auto. Aber es gibt bei uns dann eben auch deutlich emotionalere.

    In welchem Auto sind Sie zu Ihrem Bewerbungsgespräch bei BMW gekommen?
    Wer einen Job im Vorstand bekommt entscheidet der Aufsichtsrat. Ich habe deshalb mehrere Bewerbungsgespräche mit verschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern geführt. Da ich zu dem Zeitpunkt in Essen gearbeitet habe, bin ich mit dem Flugzeug angereist. Hätte ich den Wagen genommen, dann wäre es zu der Zeit ein SUV gewesen: BMW X5.

    Wie viele Leute bewerben sich bei BMW?
    Insgesamt bekommen wir in Deutschland jährlich um die 200.000 Bewerbungen. Im vergangenen Jahr haben wir rund 5.000 Stellen besetzt.

    Wie kann ich als Bewerber aus dieser riesigen Masse herausstechen?
    Was neben den notwendigen Qualifikationen wichtig ist: Es braucht keine stromlinienförmigen Lebensläufe. Ich finde es viel spannender, wenn Menschen die Zeit während ihres Studiums oder der Schulzeit genutzt haben, um sich in verschiedenen Themenfeldern zu betätigen.

    Was kann das sein?
    Ein Beispiel, das mich immer wieder sehr beeindruckt, ist die „Formula Student“. Wir sponsern drei Teams, zum Beispiel das der Technischen Hochschule Zürich. Das Team ist eine Gruppe von Studenten aus den Bereichen Ingenieurswesen und IT, die kleine Rennwagen entwickeln – mit einer schnelleren Beschleunigung als jedes unserer großen Autos. Wie viel Zeit und Leidenschaft die Studenten in ihr Projekt investieren, beeindruckt mich wirklich.

    Also kommt es bei BMW besonders gut an, wenn ich auch neben dem Studium im technischen Bereich aktiv bin?
    Es kann auch etwas ganz anderes sein. Etwa die Organisation von Festen für behinderte Kinder oder ein Praktikum an einem interessanten Ort oder in einem interessanten Unternehmen. Es gibt kein Muster dafür. Wichtig ist, dass Menschen nicht nur gut durch ihr Studium kommen, sondern dabei immer noch den Blick dafür haben, sich für andere Dinge zu engagieren.

    Mit solchem Engagement könnte man es also auch mit einem Abiturdurchschnitt von 3,5 in den Vorstand von BMW schaffen?
    Noten, und das sage ich ganz offen, sagen auch etwas aus. Man kann mal Pech haben, aber so etwas wie 3,5 ist kein Zufall. Leistung muss man schon bringen. Es kommt natürlich auch immer drauf an, wie Ihre letzten Leistungen waren. Wenn nach einem Abi von 3,5 die Noten im Studium stimmen, dann ist mir das Abi auch egal. Aber machen wir uns nichts vor: Noten spielen eine Rolle. Und eine Rolle spielt auch, ob sie zehn Jahre brauchen, um ein Studium abzuschließen, wenn sie keine vernünftige Begründung dafür haben. Das hat etwas mit Zielstrebigkeit zu tun.

    Brauche ich Abitur, um bei BMW Karriere zu machen?
    Nicht unbedingt. Aber gerade in einem technischen Unternehmen ist es schwierig, ohne einen technischen Hintergrund weit zu kommen. Und den bekommt man, sofern man sich dafür interessiert, nun einmal besonders gut in den naturwissenschaftlichen Fächern in der Oberstufe und im Anschluss in einem entsprechenden Studium. Oder man geht einen anderen Weg, macht bei uns eine technische Berufsausbildung und bildet sich dann weiter zum Techniker, Meister oder sogar bis zum Ingenieur.

    Reicht ein Bachelor als Studienabschluss, um es bei BMW weit zu schaffen? Oder brauche ich einen Master?
    Beides ist möglich und bei uns willkommen. Wir haben viele Berufsfelder, in denen wir Bachelor-Absolventen einstellen. Genauso setzen wir auch aufs duale Studium, also Bachelor-Studium und Ausbildung zusammen. Natürlich brauchen wir aber auch junge Menschen, die wissenschaftlich gut ausgebildet sind. Deshalb hat BMW auch ein eigenes Master- und ein Promotionsprogramm. Bei letzterem können Master-Absolventen – insbesondere Ingenieure und IT-Fachleute – bei uns einen Doktor machen.

    Wie wichtig ist die Uni, an der ich studiere oder studiert habe? Muss es eine Elite-Uni wie Mannheim, Köln oder München sein?
    Keineswegs. Natürlich sind bestimmte Hochschulen bekannt für ihre Forschungsschwerpunkte oder ihre gute Lehre. Aber das sagt noch nichts über den Absolventen und auch nichts darüber, ob er das wirklich genutzt hat, was ihm da geboten wurde. Deshalb zählt für uns das fachliche und das persönliche viel mehr. Wenn uns jemand mit seinem Wissen und seiner Begeisterung überzeugt und vom Typ zu uns passt, dann ist mir die Hochschule eigentlich ziemlich egal, an der er oder sie studiert hat.

    Was bringen mir persönliche Beziehungen zur BMW-Belegschaft?
    Nichts, und genau deswegen machen wir standardisierte Bewerbungsverfahren. Klar, bei einem Praktikum nehmen wir durchaus Rücksicht auf Jugendliche, die uns zum Beispiel von Mitarbeitern empfohlen wurden. Um sich bei BMW dann aber auch langfristig zu bewähren, bringt Ihnen Vitamin B nichts. Viele Mitarbeiter, die zum Beispiel hier promovieren, bleiben ihr Leben lang bei BMW. Deswegen schauen wir schon am Anfang sehr genau hin, dass wir die richtigen Leute bekommen.

    Wie wichtig sind Anschreiben für Sie bei der Bewerbung?
    Ich persönlich ziehe überhaupt nichts aus persönlichen Anschreiben. Denn diese sind immer häufiger standardisiert. Ratschläge, um da möglichst individuell zu sein, gibt es zuhauf. Aber ein Anschreiben kann ich nicht kontrollieren, das kann ja auch wer ganz anderes geschrieben haben. Vielmehr will ich aus einer Bewerbung im Gesamten erkennen, was jemand für ein Typ ist. Was hat jemand in seinem Leben tatsächlich schon geleistet, worauf legt er oder sie wert.

    Wie läuft eine Bewerbung bei BMW üblicherweise ab?
    Wer zum Beispiel einen Platz in einem unserer Nachwuchsprogramme oder einen Ausbildungsplatz haben möchte, muss sich nach der Bewerbung einem Auswahlverfahren stellen. Die haben wir für jede Zielgruppe exakt definiert, sodass alle Bewerber die gleichen fairen Chancen haben. Das fängt mit Online-Tests an und reicht über klassische Vorstellungsgespräche bis hin zu Assessment-Centern.

    Was prüft BMW in Assessment-Centern?
    Je nach Berufsbild machen wir verschiedene Übungen, zum Beispiel Präsentationen, Tests zu Wissen und Fertigkeiten, Rollenspiele und Gruppenübungen. Teile davon sind auf Englisch. Um die Bewerber möglichst objektiv beurteilen zu können, werden die Beobachter vorher gründlich geschult.

    Also ist es wichtig, möglichst viele Punkte in den Tests im Assessment-Center zu holen?
    Nicht ganz. Am Ende des Tages, und das gilt übrigens für alle Jobs, sind nicht allein die Tests entscheidend: Wir schauen uns die Menschen als Gesamtes an. Da reichen allein gute Ergebnisse im Assesment Center nicht. Wir wollen auch, dass die Menschen zu uns passen. Sie müssen die gleiche Leidenschaft haben wie wir, müssen kreativ sein, nach vorn gerichtet.

    Gibt es typische Fehler, die Sie in Bewerbungsgesprächen immer wieder sehen?
    Viele junge Menschen sind bei solchen Gesprächen oft ängstlich und nervös. Und ich sage immer: Spielt ein solches Bewerbungsgespräch schon im Voraus durch, übt es! So kann man sich darauf vorbereiten und hat keine Beklemmungen. Man kann sich nicht für jede Frage wappnen. Aber schon darauf, mit einem guten Gefühl in das Gespräch zu gehen. Denn wenn man nichts sagt, kann der Andere auch nichts über einen erfahren.

    Was ist die wichtigste Frage, die Sie Bewerbern stellen?
    Was entfacht ihre Leidenschaft? Wofür brennen Sie?

    Wie wichtig ist die Kleidung im Bewerbungsgespräch?
    Kleidung sollte zum Menschen und Anlass passen. Sie sagt ja auch etwas über die Person aus. Deshalb halte ich nichts davon, sich übertrieben aufzustylen, wenn man sich damit verstellt und das selbst nicht verkörpert. Auf der anderen Seite ist ein Vorstellungsgespräch aber immer ein Business-Termin und keine Freizeitveranstaltung. Trotzdem kann man bei uns getrost auf eine Krawatte verzichten.

    Warum sollte ich bei einem Konzern wie BMW als einer von vielen arbeiten, wenn ich doch auch einfach selbst ein Start-up gründen könnte?
    Ob das so ganz einfach ist, wage ich zu bezweifeln. Es gibt viele, die ihr eigenes Ding machen. Davor habe ich großen Respekt. Trotzdem sind wir für junge Leute sehr attraktiv. In den verschiedenen Rankings zur Beliebtheit von Arbeitgebern sind wir nach wie vor ganz oben mit dabei. Offensichtlich wird die Chance, bei uns die Mobilität von morgen gestalten zu können, mehr denn je gesehen. Und dann kommt noch eins dazu: Bei uns muss man sich nicht jeden Tag um die nächste Finanzierungsrunde kümmern, sondern kann mit Rückhalt Neues entwickeln und damit mindestens genauso innovativ sein.

    Gehen dafür junge Menschen nicht lieber zu Konzernen wie Google?
    Manche schon. Aber es spricht sich nach und nach herum, dass auch wir ein Unternehmen der Tech-Szene sind und in vielen Bereichen längst wie diese arbeiten. Wir passen unsere Arbeitsformen an die neuen Herausforderungen an. Wir haben beispielsweise Anfang dieses Jahres einen Campus für autonomes Fahren eröffnet. Dort arbeiten viele junge Menschen aus verschiedenen Ländern, es wird viel Englisch gesprochen und die Arbeitswelten sehen völlig anders aus. Dort wird in Feature-Teams gearbeitet. Das bedeutet, dass Mitarbeiter nicht nur mit Kollegen aus ihrem eigenen Bereich zusammenarbeiten. Stattdessen bestehen die Teams für jedes Feature aus Mitarbeitern verschiedener Bereiche, die nach Scrum-Methoden zusammenarbeiten. Sie sind dabei sehr selbstständig, organisieren sich in den Teams allein, planen selbst ihr Vorgehen.

    So etwas ist ja heute nicht mehr unbedingt besonders. Daimler und Volkswagen bieten ähnliche Möglichkeiten.
    Ich kann nur über uns sprechen. Und wir leisten das, was wir versprechen. Um Talente zu begeistern, wird oft Großes angekündigt. Und am Ende können viele das gar nicht halten. Sowas könnten Sie sich heute im Zeitalter der allgegenwärtigen Bewertungen nicht mehr leisten. Denn dann stünden wir im Internet sofort als schlechter Arbeitgeber da. Tun wir aber nicht. Und so ist es kein Zufall, dass wir in der Beliebtheit zum Beispiel bei den IT-Spezialisten gleich hinter Google und Microsoft stehen – und nicht hinter Daimler und VW.

    Sie sind die einzige Frau im Vorstand bei BMW. Warum arbeiten Frauen immer noch seltener in Führungspositionen als Männer, vor allem in technischen Unternehmen?
    Ich glaube, dass insbesondere in der deutschen Gesellschaft an vielen Stellen die Vorbilder fehlen und wir immer noch stark in alten Rollenbildern verhaftet sind. Es reicht schon, wenn man sich in Innenstädten Geschäfte ansieht: Schon dort wird fast durchgehend nach Geschlechtern differenziert. Beispielsweise Spielzeuge werden nach wie vor strikt getrennt für Jungen und für Mädchen vermarktet. Wie sollen sich da traditionelle Rollenmuster verändern oder ein Mädchen für Technik begeistert werden?

    Was muss passieren, damit sich das ändert?
    Wir müssen mehr für technische Berufe werben. Das gilt insbesondere für uns Frauen selbst: Wir müssen deutlicher zeigen, wie wichtig, und auch wie spannend technische Berufe sein können.

    Das würde eine allgemeine Frauenquote doch ändern, oder?
    Eine Frauenquote bringt meiner Meinung nach nicht viel. Denn das ist genau der falsche Weg: Mit Geboten und Verboten ändert man keine Haltung. Es ändert ja nichts an der Lebenswirklichkeit von Frauen.

    Und Vorbilder allein würden das tun?
    Nein, da gibt es weiteres, was man tun kann. Wenn der Mann ein gutes Einkommen hat und die Frau daheimbleibt, bringt das zum Beispiel nach wie vor Steuervorteile. Dieses Ehegattensplitting ist alles andere als ein Anreiz für Frauen, sich nach einer Baby-Pause wieder beruflich zu engagieren – es wird aber so gut wie gar nicht diskutiert. Das und weitere Fördergelder wie das Elterngeld sorgen dafür, dass der gesellschaftliche Blick starr bleibt. Da bräuchte es grundsätzliche Veränderungen, und nicht irgendwelche Quoten.

    Was tut BMW, um mehr Frauen – auch für technische Berufe – zu gewinnen?
    Es muss für Frauen zum Beispiel möglich sein, ihr Arbeitsleben anders zu gestalten, wenn sie Mutter werden. Wir haben dafür verschiedene Modelle entwickelt, die es unseren Mitarbeitern ermöglichen, deutlich flexibler mit der Arbeitszeit umzugehen. Dazu gehört unter anderem, dass man unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Jahr nehmen kann. Auch bieten wir die Möglichkeit, flexibel an unterschiedlichen Orten zu arbeiten, zu Hause oder auch von unterwegs. All das ist natürlich auch für Männer möglich. Und wir ermutigen Frauen, und insbesondere junge Frauen, in bestimmten familiären Phasen auch mal mit einem Sabbatical auszusteigen, aber danach auch wieder zurückzukehren. Wir wollen schließlich keine Frauen verlieren.

    Wie gut funktioniert das?
    Wir haben Vorgaben definiert, wie viele Frauen wir in unseren Nachwuchsprogrammen haben wollen. Mindestens 25 Prozent der Ausbildungsplätze für technische Facharbeiter müssen mit Mädchen besetzt werden. Meist übertreffen wir dieses Ziel deutlich. Und bei den Nachwuchsprogrammen für Hochschulabsolventen, für die wir zum Beispiel Trainee-Programme anbieten, haben wir fast genauso viele Frauen wie Männer. Und das ist auch schon seit fünf Jahren so.

    Warum jetzt doch Quoten?
    Im Gegensatz zu einer gesetzlichen Frauenquote handelt es sich bei uns um eine Vorgabe. Anhand derer wollen wir ablesen, wie gut es uns gelingt, Frauen für technische Berufe zu begeistern. Es geht im Gegensatz zur Frauenquote eben nicht um einen Zwang als Mittel für die Veränderung. Wir wollen vielmehr grundsätzlich etwas ändern.

    Was ist ihr Plädoyer für eine angehende Abiturientin, die es so wie Sie in den Vorstand von BMW schaffen will?
    Eine junge Abiturientin sollte den Willen und den Mut haben, ihre Ziele zu verfolgen und gegen alle Widerstände anzukämpfen. Ich wäre froh, wenn mehr Frauen diesen Traum hätten, dann kämen wir komplett ohne Vorgaben aus. Daher kann ich nur raten: Wer einen Traum hat, der soll mutig voranschreiten. Das gilt übrigens für Männer genauso wie für Frauen.

    Danke für das Gespräch, Frau Andree!

    Mehr: Ratgeber Bewerbung – So überzeugen Sie auf ganzer Linie

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