Bahlsen Aufbruchsstimmung beim Keksriesen

Omas Knabbergebäck ist out, der Riegel für unterwegs in: Gebäckhersteller Bahlsen setzt entsprechend auf ein jugendlicheres Image. Die Manager werten die ersten Gehversuche als Erfolg.
Kommentieren
Von den 2014 noch 50 Produkten sollen längerfristig nur noch 26 bleiben. Quelle: dpa
Bahlsen

Von den 2014 noch 50 Produkten sollen längerfristig nur noch 26 bleiben.

(Foto: dpa)

HannoverKräftige Bremsspuren gab es im vergangenen Jahr - jetzt sieht der Keksriese Bahlsen nach einem Produktschwenk erste Erfolge. Der Gebäck- und Süßwarenhersteller aus Hannover setzt auf neue Produkte, neue Verpackungskonzepte und ein frischeres Design. „Wir sind in der Gruppe extrem stark in 2015 gestartet“, sagte Vertriebschef Sönke Renk am Freitag. In mehreren Ländern habe Bahlsen zweistellige Zuwachsraten erreicht. Im Vorjahr hatte der Konzern wegen seiner Nachfragedelle bei Discountern wie Lidl oder Aldi sowie einem wegbrechenden Geschäft in Krisenländern in Nahost oder der Ukraine mit 515 Millionen Euro neun Millionen Euro weniger Umsatz als 2013.

Dahinter standen 132 000 Tonnen Produkte (2013: 142 000 Tonnen). Zum Gewinn machte Bahlsen keine konkreten Angaben. Renk, der von einem schwierigen Jahr 2014 bei den Handelsmarken sprach, betonte aber: „Unser Planziel beim Gewinn haben wir erreicht.“ Gewachsen sei zudem die Eigenkapitalquote, so dass die Gruppe nach dem 2014 eingeleiteten Neustart des 125-jährigen Unternehmens trotz hartem Wettbewerb gut aufgestellt sei. Auf dem deutschen Süßgebäckmarkt ist Bahlsen nach eigenen Angaben mit einem Anteil von 11,2 Prozent die Nummer eins.

Der Mittelständler aus Hannover ist nach eigener Darstellung heute internationaler und flexibler bei der Produktion und setzt verstärkt auf Markeninszenierung in der Werbung - etwa bei der RTL-Serie „Dschungelcamp“. 2014 sei es der Marke Bahlsen gelungen, eine Million Neukunden vor allem aus den jüngeren Käufergruppen zu gewinnen. Der Hersteller investierte in seine Werke rund 12 Millionen Euro - in die Werbung und das Mediengeschäft dagegen rund 40 Millionen Euro.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
1 von 10

Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
2 von 10

Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
3 von 10

Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
4 von 10

2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
5 von 10

Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
6 von 10

Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
7 von 10

Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Von den 2014 noch 50 Produkten sollen längerfristig nur noch 26 bleiben. Sehr zufrieden zeigte sich der für den deutschen Markt zuständige Bahlsen-Manager Michael Hähnel mit dem Weihnachtsgeschäft Ende 2014: „Wir konnten hervorragende Wachstumszahlen erzielen und werden es dieses Jahr weiter ausbauen.“ Der Beschluss, die zunächst beschlossene Streichung dieses Segments zurückzunehmen, sei richtig gewesen. Hähnel schloss wegen steigender Rohstoffpreise „die eine oder andere Preiserhöhung“ nicht aus.

Nicht mehr das klassische Kaffeekränzchen befeuert das Geschäft, so Hähnel, sondern die wachsende Zahl der Single-Haushalte und der Trend zu Snacks für unterwegs. Als Renner gilt dabei der Riegel „Pick-Up“, der sich 2014 insgesamt 400 Millionen mal verkaufte und international beim Umsatz um 10 Prozent zulegte. „Aneinander gelegt ergibt das eine Strecke von 31 000 Kilometer“, errechnete der Konzern: die Strecke Hannover-Sydney und zurück. Bestseller blieb allerdings der klassische Butterkeks mit rund zwei Milliarden Exemplaren. Von Bahlsens gut 2636 Mitarbeitern arbeiten rund 2000 hierzulande.


  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Bahlsen: Aufbruchsstimmung beim Keksriesen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%