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Bahn-Bilanz Verschuldung der Deutschen Bahn steigt auf mehr als 25 Milliarden Euro

Die Sanierungen und Modernisierungen der Bahn kosten viel Geld. Laut aktuellen Prognosen wird der Schuldenberg mehr betragen als zunächst erwartet.
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Die Bahn knackt die mit dem Bund verabredete Schuldengrenze von maximal 20 Milliarden Euro. Quelle: Reuters
Deutsche Bahn

Die Bahn knackt die mit dem Bund verabredete Schuldengrenze von maximal 20 Milliarden Euro.

(Foto: Reuters)

BerlinNeue Bilanzierungsregeln und die Sanierung des Staatskonzerns hinterlassen tiefe Spuren in der Bahnbilanz. Für den Vorstand um Vorstandschef Richard Lutz ist es ein brisantes Thema, steht er doch mitten in den Verhandlungen über die künftige Finanzierung durch den Staat.

Die Schulden steigen nach Berechnungen des Staatskonzerns in diesem Jahr auf 24,4 Milliarden Euro, ein Viertel mehr als noch zur Jahreswende. Das geht aus Präsentationen für Investoren hervor. Die Bahn selbst wird wohl erstmals zum Halbjahresabschluss Ende Juli darüber öffentlich berichten.

Tatsächlich steht der Schuldenstand per Ende März aber schon bei 25,3 Milliarden Euro, wie aus einem internen Zwischenbericht hervorgeht. Zum Vergleich: Ende 2018 wies die Bahn eine Nettoverschuldung von 19,5 Milliarden Euro aus.

Die Prognose für das laufende Jahr geht wohl nur auf, wenn es der Bahn gelingt, ihre Auslandstochter Arriva vollständig zu verkaufen. Erstmals in diesem Jahr muss die Bahn nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS Leasingverpflichtungen als Schulden buchen. Bei der Bahn macht das laut den Unterlagen 4,3 Milliarden Euro aus.

Doch auch die laufende Sanierung und Modernisierung des Unternehmens kostet viel Geld und wird zusätzlich die Schulden nach oben treiben. Allein in diesem Jahr muss der Staatskonzern einen Mehrbedarf von 2,2 Milliarden Euro aus seiner „Agenda für eine bessere Bahn“ finanzieren.

Höhere Personalkosten belasten die Bilanz

Das sind zusätzliche Ausgaben zur Erhöhung der Pünktlichkeit und Qualität neben dem normalen Budget. Auch die höheren Personalkosten durch die Neueinstellung von 22.000 Eisenbahnern schlagen zu Buche. Der Konzern hofft darauf, diese Finanzierungslücke durch den Verkauf von Arriva schließen zu können.

Der soll bis zu vier Milliarden Euro einbringen. Finanzchef Alexander Doll sprach kürzlich von „großem Interesse der Investoren“. Kann Arriva aber nur zu einem Teil veräußert werden, oder ist alternativ nur eine Rückkehr an die Börse möglich, könnte das womöglich bis nächstes Jahr dauern oder weit weniger Geld in die Kasse der Deutschen Bahn spülen.

Die jetzt für das Jahresende 2019 angepeilte Nettoverschuldung von 24,4 Milliarden Euro ist deshalb die optimistische Variante. Es könnte auch mehr werden. Klar ist auf jeden Fall: Die Bahn knackt die bislang mit dem Bund verabredete Schuldengrenze von maximal 20 Milliarden Euro.

Allerdings hat das Unternehmen keine Alternative, weil die Bilanzierungsvorschriften IFRS, nach denen die Bahn wie alle großen Aktiengesellschaften bilanziert, eine Umstellung der Leasingverpflichtungen für das Geschäftsjahr 2019 vorschreiben. Die Deutsche Telekom musste aus diesem Grund 15 Milliarden Euro mehr Schulden buchen, die Deutsche Post neun Milliarden Euro.

Mehr: Mit dem Verkauf von Arriva will die Deutsche Bahn ihr Finanzloch stopfen. Doch das, was Investoren bereit sind zu zahlen, wird bei Weitem nicht reichen.

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