Bahn-Chaos wegen Warnstreiks „Wir wollen nicht die ganze Republik lahmlegen“

Geduldsprobe zum Start in die Woche: Die Streiks bei der Bahn haben erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr. Besonders Pendlerstrecken sind „stark betroffen“. Die Bahn kritisiert den Schritt als unverhältnismäßig.
Update: 18.03.2013 - 08:38 Uhr 16 Kommentare

Warnstreiks bei der Bahn

BerlinMitarbeiter der Deutschen Bahn haben am Montagmorgen mit Warnstreiks begonnen. In fast allen Bundesländern gebe es Ausstände, erklärte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sowohl der Fern- als auch der Regionalverkehr seien von Verspätungen und Zugausfällen betroffen. Schwerpunkte seien der Norden, der Westen und der Südwesten Deutschlands. Als besonders betroffene Regionen nannte die Gewerkschaft den Großraum Kiel und die Strecken rund um Leipzig.

„Wir planen punktuelle Aktionen mit bundesweiten Auswirkungen“, sagte Gewerkschaftssprecher Uwe Reitz am Sonntag. „Wir wollen aber nicht die ganze Republik lahmlegen.“

Einige Mitarbeiter hatten den Angaben zufolge bereits um 03.00 Uhr morgens mit Warnstreiks begonnen. In Hamburg wurde demnach die Zugbereitstellung in einem ICE-Werk bestreikt. Deshalb konnten Züge nicht oder erst verspätet losfahren. Zudem streikten Reinigungskräfte in einem Berliner ICE-Werk und in Stralsund. In Sachsen sowie in Frankfurt legten Mitarbeiter ebenfalls die Arbeit nieder.

Die Bahn rät ihren Kunden, sich in den Reisezentren oder über das Internet über die Auswirkungen der Warnstreiks auf dem Laufenden zu halten. Das Unternehmen rechnete damit, dass auch nach dem für 08.00 Uhr angekündigten Ende der Aktionen auch im weiteren Tagesverlauf mit Behinderungen zu rechnen ist (Kunden-Hotline 01805. 99 66 33).

Reisende, die aufgrund streikbedingter Zugausfälle und Verspätungen ihre Reise nicht antreten oder abbrechen müssen, haben nach Angaben der Bahn die Möglichkeit, sich ihre Fahrkarten und Reservierungen kostenfrei erstatten zu lassen. Zuggebundene Fahrkarten könnten aber auch für die nächstmögliche frühere oder spätere Reiseverbindung genutzt werden, erklärte der Konzern.

Für ihre Forderungen wollten die Bahnbeschäftigten am Morgen vor den Hauptbahnhöfen in Duisburg, Saarbrücken und Frankfurt demonstrieren. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Bahn hatte zuletzt Steigerungen von 2,4 Prozent zum 1. Mai 2013 und weiteren 2,0 Prozent zum 1. April 2014 angeboten. Außerdem will sie die betriebliche Altersvorsorge erhöhen und eine Einmalzahlung von 400 Euro gewähren. Die Tarifverhandlungen für die 130.000 Bahn-Beschäftigten sollen am Montagnachmittag fortgesetzt werden.

Am Sonntag hatte die Deutsche Bahn den bundesweiten Warnstreik als unverhältnismäßig kritisiert. Auf dem Tisch liege ein vernünftiges Angebot mit Einkommenssteigerungen und höherer betrieblicher Altersvorsorge, erklärte das Unternehmen am Sonntag.

Zu dem Streik aufgerufen sind laut Reitz unter anderem Reinigungskräfte, Werkstattmitarbeiter und Schalterpersonal. Die meisten Lokführer sind dagegen in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisiert.

„Unzulängliches Angebot des Arbeitgebers“
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16 Kommentare zu "Bahn-Chaos wegen Warnstreiks: „Wir wollen aber nicht die ganze Republik lahmlegen“"

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  • Wer ist denn der "Staat"? Das sind sie und ich, die Steuern zahlen. Und der "Staat" hat gar kein Geld! Historisch gesehen 2 Billionen Schulden. Und pro Jahr nach wie vor ein Defizit bei historisch höchsten Einnahmen! Letztendlich greifen uns die Streikenden als Quasi-Beamte wieder in die Tasche.

  • Dann sitzen in Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn die falschen Konzernlenker!

    Döhring, FDP sitzt beispielsweise im Aufsichtsrat. Als Repräsentant der Bundesrepublik trägt er eine noch größere Verantwortung als die Nieten in Nadelstreifen. Wahrscheinlich sind Berufspolitiker, die sich zwar immer schön Diäten und Pensionen erhöhen, mit der Aufsichtsfunktion überfordert. Nur so lassen sich die von Ihnen geschilderten Verluste erklären. Bei S21 versagt der Aufsichtsrat und deren Management ja auch auf ganzer Linie. Es ist halt kein Sandkastenprojekt und verlangt den vollen Sachverstand, den Politiker nicht zu haben scheinen. Ist in Berlin auch nicht anders. Austragen sollen es dann die kleinen Angestellten des Staats. Das stinkt ja wohl zum Himmel!

  • @Harlemjump

    Die deutsche Sprache ist wohl nicht Ihre Stärke.

    Rein statistisch müsste Hartz IV Ihnen nicht nur als Begriff bekannt sein.

  • Wenn die Zuschüsse des Bundes abgezogen werden, macht die Bahn einen dicken Verlust. Sie wollen sich nur auf dem Rücken der Bürger eine saftige Erhöhung holen. Da Si über das Angebot noch nicht verhandelt haben ist der Streik eine reine Erpressung.

  • Sie sprechen von Produktivitätssteigerung.

    Dann werfeen Sie doch mal ein Blick in die Milliardengräber der Bahn!!! Im Aufsichtsrat sitzt beispielsweise Döhring, FDP.

    Auf der Habenseite profitiert die Bahn massiv von sinkenden Energiepreisen. Die Behauptungen der Preissteigerungen auf steigender Energiekosten sind schlichtweg erlogen.

    Der Staat als Anteilseigner könnte ohne weiteres die Einkommen erhöhen. Bei der Erhöhung der Diäten und Pensionsleistungen tut er sich ja regelmäßig auch nicht schwer!




  • so "klein-kariert" kann eigentlich nur ein Hartz IV Empfänger denken ...

  • +++Wirtschaftsticker+++ Bundesweite Bahn-Streiks am Montagmorgen!

    Bahnreisende müssen sich am Montagmorgen auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Mehr Wirtschafts-News: mehr... Bild.de.

    Der brave deutsche Michel zahlt die Ausfallzeit von und zur Arbeit weil er später "Einstempeln" kann in der Firma. Der Politik ist das egal . und der H4-Mann dreht sich im Bett zu der Zeit nochmal um und lässt gemütlich einen fahren ......

    Wer in Deutschland arbeitet und Steuern zahlt ist ein Depp. Die Politliker stopfen sich das Steuergeld in die Taschen und verschenken es nach aussen. Die Gewerkschaften hetzen die Streiklüsternden Bahn-Arbeiter gegen die noch vorhandenen Arbeiter auf die zur Arbeit wollen ! Und die bezahlen es mit ihrer Freizeit !!! Dem Staat ist das Wurscht.

  • Ich will pünktlich zur Arbeit und v.a. will ich nicht wegen überzogener Lohnforderungen höhere Preis zahlen. Nur Produktiivitätssteigerung rechtfertigt höhere Löhne, nicht der plumpe Streik. Lohnsteigerungen sind mit die Ursache von Inflation.

  • Warum bauen wir eigentlich so einen tollen Bahnhof in Stuttgart, wenn die Züge mal wegen des Wetters, mal wegen der Mitarbeiter und hin und wieder aus anderen Gründen doch ach so selten fahren?

  • Als Bahnvorstand würde ich die Klappe gegen den Betriebsrat nicht so weit aufmachen. Denn die Kunden hören mit. Und die könnten glauben, dass dem Vorstand Pünktlichkeit und Sauberkeit in ICEs plötzlich ein Anliegen wären.

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