Bahn-Konkurrent HKX Regionalzug-Gedränge statt Rheingold-Romantik

Angetreten ist HKX, um der Deutschen Bahn im Fernverkehr einzuheizen. Doch kurz nach dem Start verkehrt der Hamburg-Köln-Express mal nur mit zwei Waggons, mal mit Regionaltriebwagen. Echte Konkurrenz sieht anders aus.
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Im Hamburger Hauptbahnhof am 9. November: Der Deutsche-Bahn-Konkurrent HKX setzt ersatzweise eine Regionalbahn des Typs Siemens Desiro ML auf der Strecke nach Köln ein. Genug Komfort für eine Vier-Stunden-Fahrt? Quelle: Andreas Staal

Im Hamburger Hauptbahnhof am 9. November: Der Deutsche-Bahn-Konkurrent HKX setzt ersatzweise eine Regionalbahn des Typs Siemens Desiro ML auf der Strecke nach Köln ein. Genug Komfort für eine Vier-Stunden-Fahrt?

(Foto: Andreas Staal)

DüsseldorfEs war ein außergewöhnlicher Anblick, der sich den Passagieren des Deutsche-Bahn-Konkurrenten Hamburg-Köln-Express (HKX) in den vergangenen Tagen bot. Gerade einmal so lang wie eine Straßenbahn war der Fernzug, der sie von Köln nach Hamburg oder in die Gegenrichtung bringen sollte – und viel mehr Komfort versprach er auch nicht.

Denn der Desiro-Triebwagen aus dem Hause Siemens transportiert eigentlich auf regionalen Routen Pendler und hat entsprechend enge Sitzabstände. Wagen des Bahn-Unternehmens Trans-Regio müssen neuerdings auch herhalten für die Reise vom Rhein bis zur Elbe. Unter der Woche sind sie als „Mittelrhein-Bahn“ zwischen Köln, Koblenz und Mainz unterwegs.

„Etwas ätzend“ sei das Angebot, beschwerte sich ein Passagier. Und auch andere Fahrgäste wunderten sich, andere Sitzanordnungen zu finden, als es bei der Internet-Buchung den Anschein gemacht hatte. Die Internet-Gemeinschaft der Zugfotografen konnte derweil das eigene Glück kaum fassen. Gleich im Dutzend machten sie entlang der Strecke Schnappschüsse dieses seltenen Triebwagen-Anblicks. „Keine Ahnung, ob die Thrombose-Strümpfe im Fahrpreis enthalten waren“, unkte einer.

Man könnte den Vorfall rasch abtun – auch die Deutsche Bahn verkehrt manchmal mit abenteuerlichem, in ganz Deutschland zusammengeklaubtem Gerät. Doch die HKX-Züge repräsentieren ein Unternehmen, das angetreten ist, dem etablierten Platzhirschen das Revier auf einer Langstrecke streitig zu machen. HKX hat erst im Juli den planmäßigen Betrieb aufgenommen. Vorher gab es in Deutschland nur eine private Fernverkehrslinie auf der Strecke Warnemünde-Leipzig.

Der Hamburg-Köln-Express verkehrte am Donnerstag mit gerade einmal zwei Wagen (siehe Video). Normalerweise sind es vier. Auch in den Triebwagen am Wochenende war es eng. „Wegen Wartungsarbeiten an unseren Wagen hatten wir von Freitag bis Sonntag einen Nahverkehrszug der Trans-Regio im Einsatz“, bestätigte HKX-Geschäftsführerin Eva Kreienkamp Handelsblatt Online. Dies sei bei insgesamt acht Verbindungen der Fall gewesen.

Am Donnerstag sei es zu „kleineren Defekten“ an Waggons gekommen, erklärt eine HKX-Sprecherin. Aufgrund der Defekte habe man sich entschieden, alle Waggons über das Wochenende in der Werkstatt durchchecken zu lassen. Details zu den Defekten nannte HKX nicht.

Umbuchung und Ersatzbus
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9 Kommentare zu "Bahn-Konkurrent HKX: Regionalzug-Gedränge statt Rheingold-Romantik"

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  • Reise in die Vergangenheit/ Unlängst sah ich bei uns in Münster einen HKX-Zug einfahren, für mich als Eisenbahnfan eine echte Realität, die wohl so auch einmalig ist. Da fährt der Zug mit Waggons aus dem legendären Rheingold, verbunden mit Regionalwagen, ich glaube von der Nord-Ostsee-Bahn in bunter Reihenfolge, welche in etwa an die berühmten "Interzonenzüge" der 80ziger Jahre im Berlin-Verkehr erinnern. Interessant jedoch, daß die Züge annähernd die normalerweise vorgesehene Intercity-Geschwindigkeit erreichen. Dieses durch den einfachen Trick, die wunderschöne Hansestadt Bremen ganz einfach zu umfahren(bringt ca. eine Viertelstunde an Fahrtzeit). Die Züge biegen nach der Weserüberquerung kurz nach Dreye ganz einfach über die Betriebsbahnhofgabelung von der Hauptstrecke ab, um dann hinter Bremen (Nähe Sagehorn) wieder auf die Hauptstrecke nach Hamburg einzubiegen. Aber liebe Bremer oder dorthin Reisende-der Zug hält kurz darauf auf einem Provinzbahnhof, um die Reisenden doch noch nach Bremen gelangen zu lassen. (Mit dem Regionalzug). Aber trotzdem- Konkurrenz für die Bahn ist immer gut, vor allem zwischen Hamburg und Köln, da dort überwiegend veraltete IC-Züge fahren. Die komplette Umstellung auf ICE-Garnituren würde sich bei der Geschwindigkeit nicht auswirken, da die Strecke nur bis 200km zugelassen ist. Nur beim Komfort, der Freundlichkeit des Personals und vor allem bei den Preisen, kann man der Bahn Dampf machen. HKX ist eine gute Idee, nur bitte ein bißchen professioneller.

  • Ich bin heute für 28€ von Hamburg nach Essen Gefahren. Meine erste Fahrt mit dem HKX. Wie so
    viele freute ich mich auf den Retro-Charme des Rheingold-Zuges, mit dem schließlich geworben wird bzw. wurde. Dann fuhr ein Regionalzug ein. Dachte ich seh nicht recht. Was folgte, waren unglaublich anstrengende 3 Std und 15 Min. Es ruckelte, es war laut, kalt, unbequem. Ein Regionalzug ist eben nicht für eine Fernverkehrstrecke ausgelegt. Nach Halt in Osnabrück konnte ich nicht mehr sitzen, da die Sitze einfach zu hart sind. Die ganze Fahrt über ist auch nicht ein einziges Mal eine Servicekraft mit Gastrowagen durchgekommen. Ich brauchte es nicht, aber damit wird geworben. Fazit: beim nächsten Mal lieber wieder 15€ mehr (dank BahnCard) und bequem und komfortabel mit der DB fahren.

  • Sorry, aber der Artikel ist doch dann eher unter der Rubrik Wirtschaftszeitung macht Werbung für die Deutsche Bahn abzulegen als unter ernsthafter Berichterstattung. Meine Fahrt mit dem HKX war einwandfrei. Die hier zitierten Aussagen über den Komfort sind schon possierlich. Die heutigen ICE haben in den Großabteilen viel engere Sitzreihen als Regionalzüge, sind hart wie Bretter gefedert und absolut unkomfortabel. Ich bin mit dem HKX von Düsseldorf nach Hamburg gefahren und mit der DB zurück. Meinem Hinterteil hat die HKX Fahrt wesentlich besser gefallen. Meinem Portemonnaie auch. Schönen Gruß!

  • HKX - so wird das nicht - eine Totgeburt! Unfassbare Managementfehler die das Unternehmen zu Grunde richten werden.

    Wer ist HKX? -Einmal und nie wieder. Was HKX sich leistet geht garnicht, groß werben mit Leistung und Preis und was kriegt der Fahrgast geboten?

    Was ich auf meiner ersten und zugleich letzten Fahrt mit HKX erlebt habe, habe ich seid 18 Jahren bei der DB nicht erlebt.

    Wechselt das Management, scheint ein haufen inkompetenter geldverbrenner zu sein!

  • Bevor sich hier die Leute malwieder über die Bahn und ihre Konkurenten auslassen:
    1. Versuchts erstmal besser zu machen, bei dem Schrott, der von der Industrie kommt
    2. Derjenige, der bei der Bahn das Chaos verursacht hat, spart bei ner anderen Firma jetzt auch wieder ein. Mal sehn, wann der erste Jet vom Himmel fällt, weil die Wartung zu teuer ist !

  • HKX hat mir heute um 18 Uhr meine Vier-Wochen-Im-Voraus-gebuchte Fahrt per Mail für morgen abgesagt.
    Die Email habe ich gerade erst gelesen und die Hotline (0,09 /Min. aus dem deutschen Festnetz; max. 0,42 /Min. aus dem deutschen Mobilfunknetz) ist nur bis 22 Uhr erreichbar.
    Es fallen morgen alle Züge des HKX aus!
    Ich hatte mir wirklich viel erhofft vom Konkurrenten der Bahn. Habe auch über die schlechten Zustände in den Regionalzügen hinweggesehen. Aber am Abend vorher die Fahrten abzusagen, ist unglaublich! Preis hin oder her.
    Ich werde mich nicht mehr darauf verlassen.
    Ohne Bahncard wird es jetzt richtig teuer.

  • Was sind das denn hier für unsinnige Kommentare? Habt ihr eigentlich mal darüber nachgedacht, wie viele Zugleistungen die am Tag in Deutschland leistet und wie viele z.B. der HKX? So einen Unfug! Da kommt mir echt die Galle hoch.

  • Bei allem Wohlwollen,
    aber das sind bessere S-Bahnen.

    Wer da mal länger drin gesessen hat wird nicht so einen Kommentar schreiben.

    Da sitzt man wie ein Affe auf dem Schleifstein.
    Das ist für eine Fernverkehrstrecke völlig ungeeignet.

    Auch wenn die DB ab und an Wagen zusammenklaubt, aber Züge die eigentlich für den S-Bahn Verkehr gedacht sind setzen die nicht im Fernverkehr ein.

    Es bleibt jedem freigestellt damit zu fahren. Ich tue mir das nicht an und wenn man bei der DB rechtzeitig bucht bekommt man auch günstige Tickets. Da fährt man dann auch mit einem richtigen Zug.

  • Ein Bericht á la Handelsblatt eben: Staatsinteresse vor Privatinteresse - Kollektiv vor Individuum - Planwirtschaft vor Marktwirtschaft. Moral der Geschicht': Privatisiere nicht!
    Und gehe ja nicht an die Börse, sonst schaut der Kunde durch die Röhre.

    Dass die Deutsche Bahn "ihr Gerät überall im Bundesgebiet zusammenklaubt" wird nur am Rande erwähnt. Die Pannen der Deutschen Bahn sind unzählbar und die Unbedarftheit des völlig überforderten Personals schwankt zwischen Unverfrorenheit und Kundenferne und gnadenloser Mangelwirtschaft auf Kosten des Kunden und des Steuerzahlers.
    Das bleibt selbstverständlich unerwähnt, schließlich handelt es sich beim Handelsblatt ja um eine führende Wirtschaftszeitung Deutschlands, nein, und nicht um Parteiblatt oder um ein Gewerkschaftsorgan, nein: um eine Wirtschaftszeitung, die auf dem Banner den Satz trägt: "Substanz entscheidet".

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