1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel + Konsumgüter
  4. Bahnhofsprojekt: Stuttgart 21 noch mal fast zwei Milliarden Euro teurer

BahnhofsprojektStuttgart 21 noch mal fast zwei Milliarden Euro teurer

In den vergangenen Jahren haben sich die Baukosten mehr als verdoppelt. Nun kostet der Tiefbahnhof offenbar mindestens elf Milliarden Euro. Die Bahn hält am Starttermin 2025 fest. 07.12.2023 - 11:52 Uhr

Berlin. Die Kosten für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 steigen weiter rasant. Das Projekt verteuert sich nach Aussagen aus Kreisen der Deutschen Bahn um weitere 1,8 Milliarden Euro auf nun rund elf Milliarden Euro. Zudem plane man einen Puffer von weiteren 500 Millionen Euro ein, der Finanzierungsrahmen liege damit bei knapp 11,5 Milliarden Euro, sagten mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Das habe eine neue Kostenschätzung ergeben. Damit steigt der Preis für das Mammutprojekt gegenüber der Kalkulation zu Baubeginn 2010 auf weit mehr als das Doppelte. Zuletzt hatte die Bahn Anfang 2022 ihre Schätzung auf knapp 9,2 Milliarden Euro erhöht. Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den Zahlen nicht äußern. Er betonte aber, man halte am Starttermin für den Bahnhof bis Ende 2025 fest.

Als Grund für die Mehrkosten führe das Management vor allem die allgemeine Steigerung von Baukosten gerade in den vergangenen beiden Jahren an, sagte ein Insider. Hier sei ein Plus von um die 30 Prozent zu verzeichnen. Der Starttermin 2025 gelte auch intern als extrem ehrgeizig, dennoch hoffe man, dass zumindest Kernelemente des Projekts in zwei Jahren betriebsbereit seien.

Stuttgart 21 war von Anfang an sehr umstritten

Stuttgart 21 sieht im Kern eine Verlegung des Stuttgarter Kopfbahnhofs unter die Erde und eine Anbindung an Hochgeschwindigkeits-Strecken durch Tunnel vor. Auch der Stuttgarter Flughafen bekommt so eine Verbindung.

Am Standort der bisherigen Station sollen die Flächen im Stuttgarter Talkessel unter anderem für Wohnungen genutzt werden. Das Vorhaben war schon in der Planungsphase heftig umstritten. Die Kosten lägen in keinem Verhältnis zum Nutzen für den Verkehr, wandten Kritiker ein.

Nach Baubeginn stießen immer wieder Demonstranten und Polizei zusammen, es gab viele Verletzte. Die Proteste mit teils weit über 50.000 Menschen führten letztlich zu einer Volksabstimmung im Jahr 2011 in ganz Baden-Württemberg. Etwa 60 Prozent sprachen sich damals für den Weiterbau aus.

Der Bundesrechnungshof übte wiederholt an Kostenschätzungen und Kontrolle des Projekts Kritik. Das Verkehrsministerium kontrolliere zu lasch, die finanziellen Risiken würden unterschätzt. Der Bund müsse im Zweifel haften. Ursprünglich wollten sich Bahn, Bund, das Land Baden-Württemberg und der Flughafen Stuttgart die Kosten teilen – basierend auf einer Vereinbarung und Berechnungen vor Baubeginn.

Verwandte Themen
Deutsche Bahn
Baden-Württemberg
Berlin

Eine Beteiligung an den Mehrkosten, die sich stetig erhöhten, lehnten die Partner der Deutschen Bahn ab. So muss der inzwischen mit über 30 Milliarden Euro verschuldete Staatskonzern die zusätzlichen Milliarden zunächst selbst aufbringen. Auch der Eröffnungstermin hat sich immer weiter verschoben. Kurz nach Baubeginn war von 2019 die Rede. 2018 wurde dann der Startpunkt bis Dezember 2025 genannt.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt