Bahnverkehr Feuer im ICE 511 – Was Bahn- und Flugreisende nun beachten müssen

Ausgerechnet zum NRW-Ferienbeginn ist die viel befahrene Strecke Köln-Frankfurt bis ins Wochenende blockiert. Flugreisende können nur hoffen, dass ihre Airline kulant ist.
Update: 12.10.2018 - 15:44 Uhr Kommentieren

Brand in ICE – Strecke zwischen Frankfurt und Köln gesperrt

Düsseldorf, BerlinDie gute Nachricht vorweg: Auf der viel genutzten Eisenbahnverbindung zwischen dem Rheinland und Frankfurt ist vorerst die Zugbindung aufgehoben. Reisende können mit gültigem Fahrschein jeden Zug benutzen, auch wenn sie das Ticket zum Schnäppchenpreis erworben haben.

Die schlechte Nachricht: Die Reise wird vermutlich bis in den Sonntag hinein anderthalb Stunden länger dauern, weil die Züge über Koblenz/Mainz und die Rheinstrecke umgeleitet werden.

Was ist passiert?

Eine der Hauptmagistralen des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, die Höchstgeschwindigkeitsstrecke Köln-Frankfurt, ist seit Freitagmorgen gesperrt, nachdem um 6.30 Uhr ein ICE-Waggon aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten war. Und das ausgerechnet zu Herbstferienbeginn in Nordrhein-Westfalen und zum Ferienende in Hessen. Die Bahn teilt mit, dass die Strecke bis mindestens Sonntagabend gesperrt bleibt.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind aber nicht nur Tausende Eisenbahnpendler und Urlaubsreisende der Bahn, sondern auch viele Fluggäste, die zum Frankfurter Flughafen wollten oder noch wollen – und die nun erheblich mehr Zeit dafür einplanen müssen. Verpassen sie nun ihren Flug, muss nach Handelsblatt-Informationen aus Fachkreisen die Bahn allenfalls den Preis für das Eisenbahnticket ersetzen, aber keinen Schadensersatz für den entgangenen Flug zahlen. Die Bahn selbst wollte sich dazu nicht äußern.

Wie reagieren die Fluggesellschaften?

Die Fluggesellschaften reagieren zum Teil sehr unterschiedlich. Fliegt man mit Lufthansa und reist im Rahmen des Programms LH Express Rail nach Frankfurt, benutzt man in der Regel ausgewählte Züge, die eine eigene LH-Flugnummer haben. In diesen Fällen bietet die Lufthansa bei Verspätungen eine kostenlose Umbuchung auf LH-Flüge etwa nach Düsseldorf oder andere Züge vom und zum Frankfurter Flughafen an, so dass die Weiterreise gesichert sein sollte.

Die Bahn weist darauf hin, dass Rail & Fly sowie LH Express Rail grundsätzlich Angebote der Fluggesellschaften seien. Reisende sollten sich deshalb auch an die Airlines wenden. Der Ferienflieger Condor bucht Passagiere, die ihr Ticket direkt bei der Airline gekauft haben, auf den nächstmöglichen Flug um, sollten sie Ihren Flug verpassen. Kompliziert wird es allerdings, wenn Kunden über einen Reiseveranstalter gebucht haben. Dann müssen sich die Betroffenen an diesen wenden.

Anders ist die Lage bei Flügen mit Ferienfluggesellschaften wie etwa Tuifly. Zwar bietet das Unternehmen Rail & Fly an, also die Bahnanreise zum Flughafen zum Pauschalpreis. Doch das Risiko bei Verspätungen oder Zugausfällen trägt hier der Passagier.

In den Bedingungen für Rail & Fly heißt es ausdrücklich: „Da bei öffentlichen Verkehrsmitteln Verspätungen nie ganz ausgeschlossen werden können, sollten Sie Ihre Verbindung so wählen, dass Sie Ihren Abflug spätestens zwei Stunden vor dem Start Ihres Fluges erreichen.

Jeder Reisende ist für seine rechtzeitige Anreise zum Flughafen selbst verantwortlich. Bei Nichterreichen des Fluges durch verspätete Ankunft der Bahn übernimmt TUI fly keine Haftung.“ Das gelte auch im vorliegenden Fall, erklärte ein Sprecher von Tuifly auf Anfrage.

Die auf den ersten Blick rigide erscheinende Regel hat einen triftigen Grund. Tuifly steuert die Urlaubsziele nicht mehrmals am Tag an, Umbuchungen sind also nicht so einfach möglich. Hinzu kommt: Einige Ziele werden sogar nur von Tuifly angesteuert, es fliegt keine andere Airline die Strecke. Eine Umbuchung ist in manchen Fällen gar nicht möglich.

Tuifly empfiehlt deshalb im Zweifel einen großen Zeitpuffer für die Anreise einzuplanen. Die Zugtickets würden genau aus diesem Grund ab 24 Stunden vor Abflug gelten. Grundsätzlich ist die Anreise zum Flughafen trotz der gesperrten Hochgeschwindigkeitstrasse weiter möglich. Nur dauert sie wegen der Umleitung bis zu 90 Minuten länger.

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