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Bahnverkehr global Kein Zug wird kommen

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Mexiko: Von 25 Millionen auf null
In Mexiko gibt es praktisch keinen Personenschienenverkehr mehr, es rollt stattdessen Fracht. Quelle: Reuters
Nur noch Güterzüge

In Mexiko gibt es praktisch keinen Personenschienenverkehr mehr, es rollt stattdessen Fracht.

(Foto: Reuters)

Lokführerstreik in Mexiko? Gibt es nicht, weil geht nicht. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas hat schon vor fast zwei Jahrzehnten den Personenfernverkehr auf der Schiene eingemottet. Der letzte Personenzug zwischen Mexiko-Stadt und Veracruz am Golf von Mexiko fuhr 1997. Seither dominieren Buskartelle den Fernverkehr in dem großen Land, das von Nord nach Süd locker Strecken von über 2000 Kilometer zu überwinden hat. Lokführer gibt es nur auf den wenigen Touristenzügen wie dem „Tequila-Express“ in Guadalajara und sonst im Güterverkehr – schließlich werden Autos, Fernseher, T-Shirts und sonstiges Stückgut zum großen Teil auf Zügen in die USA transportiert.

Mexiko war mal ein echtes Zugland, aber dann kamen die Privatisierungen, als man das noch für die Lösung aller Probleme hielt. Unter Präsident Ernesto Zedillo (1994 bis 2000) wurde faktisch die gesamte Zugindustrie entstaatlicht. Dabei fuhren 1983 noch mehr als 25 Millionen Passagiere in Mexiko mit der Eisenbahn. Aber die Pflege der Infrastruktur war dem Staat zu teuer. Also wurde den privaten Buslinien der lukrative Fernverkehr-Markt überlassen.

Seither hat es mindestens zehn Versuche gegeben, dem Personenfernverkehr auf der Schiene wieder Leben einzuhauchen. Alle wurden aus Kostenerwägungen wieder abgesagt. Zuletzt das umstrittene Projekt eines Hochgeschwindigkeitszugs zwischen der Hauptstadt Mexico City und der Wirtschaftsmetropole Querétaro. Dieses Projekt war eines der Prestigevorhaben von Präsident Enrique Peña Nieto und in einer ersten Ausschreibung bereits an ein chinesisches Konsortium vergeben worden. Später wurde der Zuschlag wegen des Verdachts der Korruption zurückgezogen. Nun ist das Projekt beerdigt, weil Mexiko dieses Jahr die Staatsausgaben um 0,7 Prozent kürzen muss.

Der einzige Personenzug im weitesten Sinne, ist, so zynisch es klingt, die so genannte „Bestie“. Jene elend langen Güterzüge, die von der mexikanischen Südgrenze zu Guatemala auf einer wochenlangen Reise in die USA fahren und auf den Dächern der Waggons jedes Jahr zehntausende zentralamerikanische Migranten transportieren. Diese verlieren auf der langen und gefährlichen Reise nicht selten ihr Leben, wenn sie nachts müde vom Zug fallen oder von Verbrecherbanden heruntergestoßen werden. Klaus Ehringfeld

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2 Kommentare zu "Bahnverkehr global: Kein Zug wird kommen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich bin begeisterter Bahnfahrer. Wer einmal von der deutschen Bundesbahn auf die Schweizer Bahn umgestiegen ist, erlebt einen Kulturschock. Nun, beim ICE sind die Unterschiede noch nicht groß, aber im Reginalzug trennen uns Welten. Auch die Pünktlichkeit ist vorbildlich.
    Wer jetzt behauptet, das läge daran, weil die Schweiz kleiner ist, der sollte in Betracht ziehen, daß die Taktungen und Entfernungen viel kleiner sind. Da können sich Störungen leichter ausbreiten. Die deutsche Bahn kann oft Verspätungen durch schnelleres Fahren ausgleichen.
    Das ist insgesamt auch leicht zu erklären, denn in der Schweiz hat die Bahn eine andere Priorität als in Deutschland. Da muß kein Geld an einen gierigen Aktionär ausgeschüttet werden sondern kann sinnvoll investiert werden. Auch Deutschland könnte wieder mehr Bahnland werden - das Potential dafür ist da. Das würde aber bedeuten, daß das Personal besser bezahlt werden müßte und auch mehr für die Infrastruktur gemacht wird. Und, wenn die Preise im Nahverkehr deutlich sinken würden, würden vielleicht auch mehr Menschen fahren. Und, viele Orte werden Abends überhaupt nicht mehr bedient. Bei mir ist ab ca. 22:00Uhr Schluß.
    Ich würde gern mehr mit der Bahn fahren.

  • für mich sind diese Streiks eine sehr angenehme Sache. Denn das alles fördert den Automobil- und Busverkehr.

    Gerade für die junge Generation sind Busse eine herrliche Sache. Denn es geht einfach nicht günstiger. Geschäftlich ist das Auto auch nicht zu toppen, besonders auf Geschäftsreiser.

    Als Mitarbeiter von einer Auto-Firma sehe ich das alles sehjr positiv.