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Bain-Studie Die neue Lust auf Luxus

Die Luxusbranche hat ihre Krise überwunden. Vor allem Chinesen und Europäer kaufen wieder mehr Hochpreisiges. Eine exklusive Studie zeigt: In den kommenden drei Jahren soll das Geschäft weiter zulegen.
2 Kommentare
Luxus: Luxusbranche hat ihre Krise laut Bain-Studie überwunden Quelle: Reuters
Louis Vuitton in Paris

Die Nachfrage in Europa nach Luxusartikel wächst - auch wenn die Chinesen weniger einkaufen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Kleider mit riesigen Blumenmustern oder mit einem großen Mädchenkopf oder Hosen mit Flower-Power-Mustern aus den 70er-Jahren: Seit CEO Marco Bizzari Anfang 2015 den Stil von Gucci verändert hat, geht es beim italienischen Luxuslabel aufwärts. Auch im dritten Quartal stieg der Umsatz der Marke, die zur französischen Kering-Gruppe gehört, um 43 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro.

Dass es Gucci wieder besser geht, liegt zum großen Teil an der radikalen Stilwende Bizzaris. Doch auch die Luxusbranche insgesamt hat ihre Krise überwunden. Im laufenden Jahr wird sie mit Kleidung, Lederwaren, Kosmetik und Schmuck einen neuen Rekordumsatz von 262 Milliarden Euro erreichen, hat die Unternehmensberatung Bain & Company zusammen mit dem italienischen Luxusgüterverband Altagamma ausgerechnet. In ihrer neuen Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, erwarten die Unternehmensberater dieses Jahr einen Umsatzanstieg von fünf Prozent.

„Wir haben ein sehr robustes Wachstum im Luxusmarkt“, sagt Bain-Partner und Luxusgüterexperte Serge Hoffmann. Er begründet das nicht mit Preissteigerungen, sondern mit einem höheren Absatz. „Das Verhältnis von Inlandskonsum zu den frenetischen Einkäufen vornehmlich chinesischer Touristen ist wieder ausgeglichener“, sagt Hoffmann. Chinesen hatten von 2010 bis 2014 das Geschäft in Europa dominiert, weil sie bei ihren Reisen fleißig Luxuriöses einkauften.

So beliebt sind Luxusgüter bei Investoren
Platz 10: Kunst
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Kunst ist kaum gefragt. Die Kapitalanlage sinkt laut Knight Frank Luxury Investment Index um 14 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Im Langzeitvergleich über zehn Jahre liegen Kunstwerke mit einem Plus von 139 Prozent noch im soliden Mittelfeld bei den alternativen Geldanlagen. Für die Gewichtung des Indizes werden jeweils Experten oder Branchendienste befragt. Erstellt wird er jährlich von dem Londoner Luxusimmobilienmakler Knight Frank. Der Renditeindex für Luxusgüter wird für die vergangenen zwölf Monate und im Langzeitvergleich über zehn Jahre ausgewertet.

(Foto: dpa)
Platz 9: Chinesische Keramik
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Die Verkaufserlöse für chinesisches Keramik gingen ebenfalls um 14 Prozent zurück. Das wertvolle Geschirr unterliegt wie andere Sektoren den aktuellen Modetrends und dem Geschmack der Sammler.

(Foto: dpa)
Platz 8: Möbel
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Auch schicke Luxusmöbel werden nicht mehr so stark nachgefragt, wie noch im vergangenen Jahr. Die Erlöse gingen um fünf Prozent zurück. Das ist kaum überraschend, denn es bestätigt den Negativ-Trend der vergangenen zehn Jahre: um 31 Prozent fiel der Wert seit den Erhebungen des KFLII.

Platz 7: Diamanten
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Der Oppenheimer Blue ist das teuerste Juwel, das je bei einer Auktion verkauft wurde: Für 57,6 Millionen Dollar ging der Diamant nach einer zwanzig minütigen Versteigerung an seinen neuen Besitzer. Die Verkaufspreise für Diamanten stiegen dennoch nur wenig an – um 0,4 Prozent.

(Foto: AFP)
Platz 6: Briefmarken
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Briefmarken – ein Luxusgut, dass wohl nie aus der Mode kommen wird. Die Verkaufspreise stiegen in den letzten zwölf Monaten um ein Prozent. Rückblickend ist das eine Erlössteigerung von 133 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

(Foto: dpa)
Platz 5: Schmuck
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Luxuriöser Schmuck ist weiterhin beliebt: Der Preis stieg um 3 Prozent im vergangenen Jahr. Eine Überraschung war der Verkauf eines 14,13 Karat schweren Rings für 1,4 Million Pfund im Dezember, ursprünglich wurde der Wert auf 800.000 britischen Pfund geschätzt.

(Foto: dpa)
Platz 4: Uhren
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Eine seltene Armbanduhr des Herstellers Patek Philippe brach den Rekord im vergangenen Jahr, sie ging für 11 Millionen unter den Hammer. Mit vier Prozent stieg der Preis für die Luxus Kapitalanlage.

(Foto: AFP)

Inzwischen zeigen die Chinesen aber mehr Selbstbewusstsein und kaufen verstärkt im eigenen Land ein. Da ist es für die Branche gut, dass die eigenen Kunden in den wichtigen Ländern Europas wieder mehr Geld für Hochwertiges ausgeben und so die nachlassende Begeisterung der Chinesen bei ihren Auslandstrips kompensieren. Im laufenden Jahr ist der Umsatz der Luxusbranche in Europa um sechs Prozent auf 87 Milliarden Euro angewachsen. Dennoch bleiben die Chinesen insgesamt auf dem Weltmarkt eine wichtige Kundengruppe. Sie haben laut Bain inzwischen einen Anteil von einem Drittel am weltweiten Umsatz.

In diesem Jahr profitieren auch wieder mehr Unternehmen vom Aufschwung in der Luxusbranche. Konnte im vergangenen Jahr nur die Hälfte der Topmarken ihr Geschäft ausbauen, sind es in diesem Jahr schon zwei Drittel. Doch nicht bei allen blieb deshalb unter dem Strich mehr übrig. Nur einem Drittel gelang es, auch ihren Gewinn zu erhöhen. Die durchschnittliche Umsatzrendite von 19 Prozent kann sich sehen lassen.

Und in den nächsten drei Jahren soll es laut Bain in der Branche von Louis Vuitton bis Hermès weiter aufwärtsgehen. So erwarten die Berater jährlich ein Plus von vier bis fünf Prozent. So dürfte der Weltumsatz bis zum Jahr 2020 auf 300 Milliarden Euro steigen.

Auch Armani verändert sich
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2 Kommentare zu "Bain-Studie: Die neue Lust auf Luxus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Annette Bollmohr19.12.2017, 13:40 Uhr

    "Doch doch, das ginge schon. Vor allem, wenn man bedenkt, dass darunter jeder etwas anderes versteht. Gerade dieser Umstand macht ja echte „Exklusivität“ aus."

    Für viele in diesem Land ist einmal die Woche Fleisch schon Luxus... :-(

  • Luxus ist wirklich was Feines. Und kurbelt die Wirtschaft ganz nebenbei auch kräftig an.

    Vorausgesetzt, es ist so, wie es sein sollte: Dass jeder sich ihn leisten kann.

    Doch doch, das ginge schon. Vor allem, wenn man bedenkt, dass darunter jeder etwas anderes versteht. Gerade dieser Umstand macht ja echte „Exklusivität“ aus.

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