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Baselworld Porsche Design will mehr Uhren verkaufen

Der neue Chef von Porsche Design will das Unternehmen stärker auf Männer und Technik ausrichten. Neben Brillen setzt Christian Kurtzke vor allem auf Uhren. Wie er deren Umsatz in diesem Jahr mehr als verdoppeln will.
20.03.2016 - 13:10 Uhr

So tief steckt die Uhrenindustrie in der Krise

Düsseldorf Christian Kurtzke will es wissen. Für den ersten Auftritt von Porsche Design auf der weltgrößten Uhrenmesse Baselworld hat der Chef der Designschmiede den Stand in der wichtigsten Halle 1 platziert. Dort, gleich neben der italienischen Luxusmarke Gucci, steht der dreistöckige Stand im Porsche typischen mattschwarz. Denn Kurtzke, der erst im vergangenen Jahr an die Spitze von Porsche Design rückte, hat sich viel vorgenommen. „Wir wollen unser Uhrengeschäft in diesem Jahr mehr als verdoppeln“, sagte er dem Handelsblatt.

Es ist ein Neustart für die Uhrensparte der Designtochter des Sportwagenherstellers. Denn bislang ließ Porsche Design aus Zuffenhausen bei Stuttgart seine Zeitmesser in Lizenz fertigen. Das soll sich ändern. Vor gut einem Jahr hat das Unternehmen eine eigene Tochtergesellschaft für Uhren im schweizerischen Solothurn gegründet.

„Wir wollen stärker im Fachhandel wachsen.“ Quelle: PR
Uhr von Porsche Design

„Wir wollen stärker im Fachhandel wachsen.“

(Foto: PR)

„Wir kontrollieren da alle wichtigen Prozesse vom Design bis zum Qualitäts- und Fehlermanagement selbst“, sagte Kurtzke. Aber ein eigenes Uhrwerk will er nicht fertigen. „Die aktuellen Entwicklungen in der Schweizer Uhrenindustrie bestätigen unsere Strategie“, kommentiert er, dass Konzerne wie Richemont in ihren Uhrenwerken in der Schweiz kräftig Stellen abbauen. Mit dem Wechsel des Geschäftsmodells in der Uhrensparte hatte Porsche Design allerdings seine Stückzahlen deutlich heruntergefahren.

Über konkrete Stückzahlen redet Kurtzke nicht. Da verweist er auf die Gepflogenheiten im Autokonzern. Er verweist aber auf Wettbewerber, die jährlich 60.000 bis 90.000 Uhren produzieren. „Da sehen wir uns langfristig auch“, gibt er das Ziel für die nächsten Jahre vor. Der frühere Chef von Meissner Porzellan sieht gute Chancen, dass Porsche als Marke, die von den Uhrenkonzernen unabhängig ist, in der Preislage von 3000 bis 6000 Euro punkten kann.

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Standort erkennen

    Kurtzke hat seit seinem Amtsantritt die Devise ausgegeben, die Marke stärker auf Technikthemen und die Kernzielgruppe Männer auszurichten. Sein Vorgänger Jürgen Geßler hatte andere Ambitionen: Er wollte Porsche Design zu einer Luxusmarke auch in der Modewelt machen. Dazu gehörte eine Kollektion mit Mode für Frauen. Geßlers Strategie ging jedoch nicht auf. Denn in der Modewelt ist die Konkurrenz mit den Luxuslabels zu groß.

    Sein Nachfolger will diesen Ausflug des Unternehmens korrigieren, das zu 65 Prozent der Porsche AG und zu 35 Prozent der Familie F.A. Porsche gehört. Dazu gehört auch, dass die Design-Tochter wieder stärker von der Autowelt der Mutter profitieren will. So stellte Kurtzke etwa Ende letzten Jahres eine Hifi-Anlage vor, die in einen Endschalldämpfer eines Porsches integriert ist.

    Die Rückbesinnung der Marke halten Experten für sinnvoll. „Ich finde es gut, dass erfolgserprobte Motto "Back to the root" zu beherzigen und sich auf Automotive, Technik und Engineering zu fokussieren“, findet Sabine Meister von der gleichnamigen M&A-Beratung aus München.

    Kurtzke baut den Uhrenvertrieb jetzt aus. „Wir wollen stärker im Fachhandel wachsen, vor allem im Geschäft mit Juwelieren“, betonte er. Das heißt, stärker als in den eigenen Geschäften. Denn die sind wegen der hohen Ladenmieten und der regelmäßigen Investitionen in die Ladeneinrichtung teuer. Das bekommen gerade Unternehmen wie Hugo Boss zu spüren, die ihre Läden derzeit auf den Prüfstand stellen.

    Die Neuheiten der Uhrenmesse
    Tudor Black Bay Bronze
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    Die Marke Tudor, die zu Rolex gehört und ihre Verwandtschaft optisch auch nicht verhehlt, setzt auf ein Textilarmband an einem Gehäuse aus Bronze und Aluminium. Die "Black Bay Bronze" lehnt sich an frühe Taucheruhren der Marke an.

    (Foto: PR)
    Hublot Bing Band Unico Sapphire
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    In den Achtzigern hatte Swatch mit der Jellyfish ein durchsichtiges Gehäuse auf den Markt gebracht. Die Marke Hublot macht nun mit der Bing Band Unico Sapphire fast das gleiche. Nur ist das Gehäuse aus Saphirglas. Und die Uhr mit rund 53.000 Euro etwas teurer als damals die Swatch.

    (Foto: PR)
    Patek Philippe
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    Die Genfer Manufaktur Patek Philippe fügt das hauseigene Chronographen-Uhrwerk zusammen mit der Funktion Weltzeituhr, auf der 24 Orte der Welt angezeigt werden.

    (Foto: PR)
    Glashütte Nomos
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    „Neomatik“ steht in Rot auf dem Zifferblatt und ist der Hinweis auf das von Nomos in Glashütte entwickelte Automatikwerk, das eine eigene Schwingspule, dem Herzstück einer Uhr, enthält. Ein Bauteil, das nur sehr wenige Marken selber herstellen können.

    (Foto: PR)
    Breitling Avenger Hurricane
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    Die Avenger Hurricane von Breitling hat einen Durchmesser von fünf Zentimetern. Damit das Tragen ob der Größe nicht zur Belastung wird, ist das Gehäuse aus dem „Breitleight“ genannten Material, das Breitling hier verwendet. Leichter als Titan, härter als Stahl. Zerkratzt nicht, rostet nicht, soll unkaputtbar sein.

    (Foto: PR)
    Bill & Ross Desert Type
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    Das Unternehmen Bell & Ross setzt seit jeher auf eine unverkennbare Optik, die an Fluginstrumente gemahnen soll. Dieses Jahr stellt das Unternehmen mit Desert Type eine schlichte Farbvariante vor.

    (Foto: PR)
    Glashütte Senator
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    Klassisch, schlicht in dunkelblau: Senator von Glashütte. Die obere kleine Anzeige informiert über die Gangreserve. Der unsichtbare Mehrwert der Uhr: Als zertifizierter Chronometer geht sie besonders genau.

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