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Baumärkte Mit Erich Harsch kommt Hornbach erstaunlich gut durch turbulente Zeiten

Die Baumarkt-Gruppe trotzt der Coronakrise. Sie traut sich im harten Wettbewerb sogar deutliches Wachstum und einen höheren Gewinn zu.
11.08.2020 - 15:00 Uhr Kommentieren
Die bei dm gesammelten Erfahrungen helfen ihm bei Hornbach. Quelle: Hornbach
Erich Harsch

Die bei dm gesammelten Erfahrungen helfen ihm bei Hornbach.

(Foto: Hornbach )

Düsseldorf Es schien jahrzehntelang wie eine perfekte Symbiose: Erich Harsch und die Drogeriemarktkette dm. Als 20-Jähriger hatte er dort angefangen, sich vom EDV-Projektleiter zum Chef hochgearbeitet. Er war quasi der verlängerte Arm des Firmengründers Götz Werner, mit dem er sich lange blind verstand.

Deshalb war die Überraschung umso größer, als der 58-Jährige vor einem Jahr verkündete, dass er noch mal ein neues Abenteuer wagt – in einem Alter, in dem manche anderen Topmanager anfangen, über den langsamen Ausstieg nachzudenken. Harsch wechselte auf den Chefposten des Baumarktbetreibers Hornbach.

Jetzt zeigt sich, dass er mit dem Wechsel nicht viel falsch gemacht haben dürfte. Denn die Hornbach-Gruppe kommt erstaunlich gut durch die Coronakrise. Die allgemeine Kaufzurückhaltung scheint dort nicht wirklich durchzuschlagen.

So hat das Unternehmen nun bekanntgegeben, dass es mit einem deutlichen Ertragsanstieg im zweiten Quartal rechnet, und die Jahresprognose angehoben. Der Umsatz im ersten Halbjahr, das bei Hornbach am 31. August endet, soll voraussichtlich um ein Fünftel steigen. Das hatte sich im ersten Quartal schon abgezeichnet.

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    Das Familienunternehmen räumt in seiner Mitteilung jedoch ein, „dass die mit der Coronakrise verbundenen Chancen und Risiken nach wie vor erheblich und schwer abschätzbar sind“. Deshalb wird die Jahresprognose in einem breiten Korridor angegeben. Der Umsatz, der im Vorjahr bei 4,7 Milliarden Euro lag, soll zwischen fünf und 15 Prozent zulegen. Der operative Gewinn (Ebit) soll in einer Bandbreite zwischen 230 und 330 Millionen Euro liegen.

    Konsolidierung als Aufgabe

    Das Baumarktgeschäft, für das Harsch verantwortlich ist, ist das Herz der Hornbach-Gruppe – neben dem Baustoffhandel und der Immobilien AG. Und sie trägt nicht nur den allergrößten Teil des Umsatzes bei, sie soll auch für einen Gutteil des erwarteten Gewinns sorgen. Doch der Wettbewerb dort ist hart, die Margen sind nicht üppig. Das aber ist eine Situation, die Harsch vom Drogeriegeschäft her kennt.

    Hornbach hat in den zurückliegenden Jahren stark in die Digitalisierung des Geschäfts investiert. Das aber ging auch auf Kosten des Gewinns. Im Geschäftsjahr 2018/19 war er auf 135 Millionen Euro abgesackt. Die Aufgabe von Harsch ist es jetzt, das Geschäft zu konsolidieren – und so auch der Gesellschafterfamilie wieder höhere Erlöse zu bescheren.

    Branchenkenner sehen Harsch mit seiner bedächtigen, ruhigen Art und seiner großen Einzelhandelserfahrung dafür als gute Besetzung. Wegbegleiter beschreiben ihn nicht als großen Innovator, aber als durchsetzungsstarken Manager mit großen operativen Fähigkeiten.

    Dass er die Praxis liebt, zeigte sich bei Harsch schon früh. Mit 20 Jahren brach er das Jurastudium in Wien ab, um zu dm zu gehen. Schritt für Schritt arbeitete er sich dort nach oben und erwarb sich so sehr das Vertrauen des Gründers Werner, dass der ihn 2008 zu seinem Nachfolger an der Firmenspitze machte.

    Ein großes Verdienst von Harsch war es, dass er die Herausforderung, den Posten vom streitbaren und populären Götz Werner zu übernehmen, ohne Verwerfungen bewältigte. Und dass er im vergangenen Jahr genauso geräuschlos die Übergabe an den Gründersohn Christoph Werner vollzog.

    Genau diese Erfahrung hilft ihm jetzt bei Hornbach, das ähnlich wie dm von einer starken Familie geprägt ist. Gründersohn Albrecht Hornbach ist Vorstandsvorsitzender der Hornbach Holding, die über den drei Sparten sitzt. Den Spitzenposten der Baumarktsparte übernahm Harsch von Albrecht Hornbachs Bruder Steffen, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden musste.

    „Er ist die ideale Besetzung“

    Harsch kenne sich gut aus in Familienunternehmen, „und deshalb wird es auch bei Hornbach gut funktionieren“, sagt ein langjähriger Wegbegleiter. Albrecht Hornbach bezeichnete Harsch sogar als „echten Glücksfall“ für das Unternehmen und schwärmte: „Er ist für uns die ideale Besetzung.“

    Dazu kommt: Harsch sei mit dem Geschäftsmodell und den Strukturen des börsennotierten Baumarktkonzerns sowie den Herausforderungen der Baumarktbranche eng vertraut, betont Albrecht Hornbach. Denn so ganz branchenfremd, wie es auf den ersten Blick scheint, ist er nicht. Seit 2013 hatte Harsch neben seinem Amt bei dm auch im Aufsichtsrat von Hornbach gesessen. Er wusste also sehr genau, worauf er sich einließ.

    Mit seinen 58 Jahren und seiner Herkunft aus der „alten Handelswelt“, wie es ein Branchenexperte beschreibt, ist Harsch für Hornbach sicherlich nur ein Chef für eine gewisse Übergangszeit. Gerade für das Onlinegeschäft, das für die Baumärkte immer wichtiger wird, gilt er nicht gerade als Experte.

    Aber auf jeden Fall ist er mit seiner ruhigen, unspektakulären Art einer, den das Unternehmen in dieser turbulenten Zeit für den Handel gut gebrauchen kann.

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