Baumarktkonzern Praktiker verfünffacht Nettoverlust

Darf's ein bisschen weniger sein? Die angeschlagene Baumarktkette ist durch ihre Rabattaktionen in Schieflage geraten - und hat den Nettoverlust verfünffacht. Jetzt muss kräftig saniert werden.
Update: 26.04.2012 - 08:56 Uhr 5 Kommentare
Die Baumarktkette Praktiker sieht erste Zeichen der Stabilisierung. Quelle: dpa

Die Baumarktkette Praktiker sieht erste Zeichen der Stabilisierung.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker kämpft ums Überleben. Immerhin: Dank anziehender Geschäfte hat der Konzern im Inland seinen Betriebsverlust unerwartet deutlich verringert. Der operative Verlust (Ebita) vor Sanierungskosten im ersten Quartal sank um 19,3 Prozent auf 53,8 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem bereinigten Ebita-Verlust von 60,4 Millionen Euro gerechnet.

Der unbereinigte Ebita-Verlust ging um 13,3 Prozent auf 62,1 Millionen Euro zurück und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Der Nettoverlust verfünffachte sich allerdings auf 76,1 Millionen Euro, ohne dass das Unternehmen zunächst eine Begründung nannte. Der Konzernumsatz stabilisierte sich bei 663 Millionen Euro. Im Inlandsgeschäft verbuchte der Konzern einen Anstieg der Erlöse um 3,7 Prozent auf 507,8 Millionen Euro. Zugleich baute Praktiker 1.000 Stellen ab.

Die größten Baumarktketten Deutschlands
Bilanz-Pk Baumarktkette Praktiker
1 von 11

Das schlechte Wetter hat seinen Teil zur Pleite der Praktiker-Baumärkte beigetragen: im regnerischen Frühling verkauften sich besonders Gartenartikel schlecht, die Branche setzte bis Mai sechs Prozent weniger um als noch im Vorjahr, so eine Analyse des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten.

emv-profi
2 von 11

Platz 9 - EMV-Profi (BBM)

Der Zusammenschluss von 320 Baumärkten, darunter die BBM-Gruppe, bewirtschaftet in Deutschland 527 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. So setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 774 Millionen Euro um und bewegt sich damit ungefähr auf Vorjahresniveau.

platz 10 eurobaustoff
3 von 11

Platz 10 - Eurobaustoff (I&M Bauzentren)

Die Baustoffhändler ist das Ergebnis einer Fusion von Interpares-Mobau und Interbaustoff im Jahr 2003. Inzwischen ist die Verkaufsfläche auf 525000 Quadratmeter angewachsen. 2012 kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 960 Millionen Euro, das sind gut 4 Prozent mehr als 2011.

hellweg
4 von 11

Platz 8 - Hellweg

Ende 2011 trennte sich die Baywa-Gruppe von ihrer Baumarktsparte und verkaufte an den Konkurrenten Hellweg. Im vergangenen Jahr wuchs bei Hellweg sowohl die Verkaufsfläche - um 5 Prozent auf 647000 Quadratmeter - wie auch der Umsatz: 680 Millionen Euro bedeuten ein Plus von knapp 5 Prozent.

globus
5 von 11

Platz 7 - Globus

Groß geworden ist das saarländische Unternehmen im Lebensmittelgeschäft. Heute ist Globus - Slogan: „Wer baut, braucht Globus“ - auch beim Verkauf von Blumenerde und Bohrmaschinen unter den Top Ten: Globus betreibt 80 Märkte mit 654500 Quadratmetern Verkaufsfläche. 2012 setzten die Baumärkte 1,38 Milliarden Euro um.

toom
6 von 11

Platz 6 - Hornbach

Auf 980000 Quadratmetern verkauft Hornbach in Deutschland Bau- und Gartenbedarf - schließlich gibt es immer was zu tun. Das reicht für Platz 6 unter den größten Baumarkt-Ketten. Hornbach ist unter anderem auch in Tschechien, Rumänien und der Slowakei aktiv. Im Geschäftsjahr 2012/2013 setzte das Unternehmen 3,2 Milliarden Euro um. Das war knapp 1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

bauhaus
7 von 11

Platz 4 - Zeus (Hagebaumarkt)

Die bekannteste Marke der Zeus sind die Hagebaumärkte („Hier hilft man sich“). 2 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche betrieb die Zeus im vergangenen Jahr. Das reicht für Platz 4 und die Holzmedaille im Baumarkt-Ranking. Auch Werkers Welt und Floraland gehören zur Zeus, die 2012 2,7 Milliarden Euro umsetzte.

„Der positive Verlauf des Inlandsgeschäfts bestätigt uns in der Einschätzung, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Thomas Fox. Praktiker hatte 2011 rund eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht. Die Kosten für die Sanierung werden auf rund 300 Millionen Euro geschätzt. Für das laufende Jahr rechnet Praktiker mit Sonderkosten, etwa für Personalabbau oder Marktschließungen, von 100 Millionen Euro. Der Umsatz soll um ein bis zwei Prozent steigen. Spätestens 2013 will Praktiker wieder einen Gewinn vor Steuern ausweisen. 2014 will Fox dann die Sanierung abgeschlossen haben und unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben, wie er vor einigen Woche sagte.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Praktiker steckt weiter tief in den roten Zahlen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Baumarktkonzern - Praktiker verfünffacht Nettoverlust

5 Kommentare zu "Baumarktkonzern: Praktiker verfünffacht Nettoverlust"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich kenne eine Reihe von Profi-Handwerkern, die im Bauhaus kaufen, weil die in den großen Filialen z.B. sogar Dinge wie Stahlträger haben.

    Da kommt Praktiker mit seinem "Boris-Becker-der-loser-Heimwerker" nicht ran.

  • Wenn ich die Preise mit denen von Hagebaumarkt vergleiche fällt auf, bei fast allen Produkten ist Praktiker etwas teurer.

  • Praktiker ist preiswert und hat sich toll verbessert. Weiter so! Ich kauf dort wieder gerne ein.

  • Dieser Herr Fox meldet der Verlust von 76 mio im ersten Quartal als Erfolg, unglaublich, oder?

  • Also ich kaufe nur noch bei Bauhaus. Viel größere Auswahl, bessere Qualität und preislich nach dem Ende der "20% auf alles" ist Bauhaus auch nicht mehr teurer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%