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Bauprojekt in Kanada Ein „Monstertunnel“ für das Klima

Wasser statt Kohle: Die kanadische Region Ontario steigt auf erneuerbare Energien um – mit Hilfe der Niagarafälle. In hundert Meter Tiefe gräbt der Baukonzern Strabag einen Tunnel, der Wasserkraft in Strom wandeln soll.
01.09.2012 - 14:42 Uhr 2 Kommentare
Die Niagarafälle sollen der Stromerzeugung dienen. Quelle: AFP

Die Niagarafälle sollen der Stromerzeugung dienen.

(Foto: AFP)

Niagara Falls Die Tunnelröhre ist gewaltig: Zehn Kilometer lang mit einem Durchmesser von 12,7 Metern. Es ist warm in hundert Meter Tiefe im Felsgestein an den Niagarafällen. Die Lampen im Tunnel geben nur ein spärliches Licht. Bernhard Mitis, Ingenieur des österreichischen Baukonzerns Strabag, ist zufrieden. „Wir sind im Zeitplan. In einem Jahr wird durch diesen Tunnel Wasser zur Stromerzeugung fließen, pro Sekunde 500 Kubikmeter. Dafür garantieren wir“, erklärt der 36 Jahre alte österreichische Ingenieur. Er trägt einen Schutzhelm mit einer auffallenden Flaggenkombination: Die rot-weiße kanadische Fahne mit dem Ahornblatt geht in die rot-weiße Flagge Österreichs über.

Mitis ist Bauleiter des Milliardenprojekts, das die Strabag im Auftrag der Provinz Ontario und des Stromerzeugers Ontario Power Generation (OPG) baut: Ein Tunnel, der oberhalb der Niagarafälle Wasser des Niagara-Flusses aufnimmt und es um die Fälle herum und unter der Stadt Niagara Falls zum Sir-Adam-Beck-Kraftwerk leitet. Die Wassermenge soll pro Jahr 1,6 Milliarden Kilowatt- oder 1600 Gigawattstunden Energie liefern und den Strombedarf von 160.000 Haushalten decken.

In Kanada liegt die Verantwortung für Energiepolitik bei den Provinzen. Kanada verfügt über einen Energiemix mit Wasser, Kernkraft, Kohle, Öl und Erdgas als Hauptquellen. Erneuerbare Energien gewinnen aber an Gewicht. Ontario ist einer der Vorreiter. 2009 hatte die Provinz mit dem Green Energy Act, der an das deutsche Gesetz über erneuerbare Energien angelehnt ist, attraktive Einspeisetarife geschaffen und einen Solarboom gefördert. In Quebec ist Wasserkraft ein bedeutender Energielieferant.

Für die bevölkerungsstärkste kanadische Provinz Ontario, die aus der Kohlestromversorgung aussteigen will, ist das Projekt ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur „grünen, sauberen Energieversorgung“, so ein Vertreter von OPG und spricht zugleich von einem „Monstertunnel“: Menge und Geschwindigkeit des Wasserdurchlaufs würden ein olympisches Schwimmbecken in wenigen Sekunden füllen. „Das Niagaratunnelprojekt ist ein Beispiel für den Umbau des Elektrizitätssystems Ontarios. Wir sichern damit eine saubere, moderne, verlässliche und kostengünstige Energieversorgung“, erklärt Ontarios Energieminister Chris Bentley.

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    Bisher zweigt Kanada durch zwei Tunnel, die unter Niagara Falls verlaufen, etwa 1800 Kubikmeter pro Sekunde ab. Nun kommen 500 Kubikmeter hinzu. Der tiefste Punkt des neuen Tunnels liegt 150 Meter unter der Erdoberfläche. „Der gesamte Wasserfluss erfolgt durch Schwerkraft und Höhenunterschied“, erläutert Ingenieur Mitis. Zehn Kilometer flussabwärts wird das Wasser den Tunnel verlassen und die Wasserbecken des Kraftwerks speisen.

    Vor acht Jahren schrieb die OPG das Projekt aus, im August 2005 erhielt die Strabag den Zuschlag. Als Kostenziel sind 985 Millionen Dollar für den Tunnel festgelegt – nach jetzigem Wechselkurs etwa 790 Millionen Euro. Die Gesamtkosten inklusive Umbau des Kraftwerks liegen bei 1,6 Milliarden Dollar, rund 1,3 Milliarden Euro. Als Termin der Fertigstellung wurde Juni 2013 vereinbart. „Der Tunnel wird so gebaut, dass er 90 Jahre wartungsfrei betrieben werden kann“, erklärt Mitis. Ununterbrochen soll das Wasser fließen. Der Stromverkauf bringt täglich einen Umsatz von 440.000 Dollar.

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    2 Kommentare zu "Bauprojekt in Kanada: Ein „Monstertunnel“ für das Klima"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Danke für de Warnung. Dann sollte ich wohl lieber versuchen, mir die Niagara Fälle anzusehen, bevor so viel Wasser darunter durch fliesst...

    • Ein Wasserkraftwerk dass 1600 GWh pro Jahr leistet und 1,6 Mrd.$ kostet ist für Nordamerikanische Verhältnisse sehr teuer. Anstatt die hohen Kosten zu thematisieren macht der Journalist aus diesem Sachverhalt einen Klimaschwindelartikel.

      Hintergrund: Kanada ist aus dem Kyoto Protokoll zum "Klimawandel" ausgetreten. In der vorrausgegangenen Parlamentsdiskussion und der Regierungserklärung wurde die Theorie des "Klimawandels" in Frage gestellt.

      Kanada baut seine natürlichen Wasserkraftresourcen seit Jahrzehnten aus. Insbesondere in Quebec und British Columbria wurden in den vergenganen Jahrzehnten gewaltige Dämme errichtet. Der preiswerte Strom wird für Aluminiumschmelzen, den Export in die USA genutzt. Die Kanadier gehen mit dem preiswerten Strom sehr grosszügig um.

      Es mag sein, dass auch Kanada wie die meisten Altindustriestaaten Subventionsgesetze für Ökostrom hat. So teuer wie die Deutschen Regeln sind diese offensichtlich nicht.

      Vandale

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