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Beiersdorf in Hamburg Nivea-Hersteller baut neue Konzernzentrale

Beiersdorf gehört zu den Opfern der Cyberattacke: Noch immer stehen Teile der Produktion still. Das hält den Konsumgüterriese nicht ab, die Pläne der neuen Zentrale in Hamburg vorzustellen. Welcher Konflikt jetzt droht.
29.06.2017 - 16:17 Uhr Kommentieren
Entwurf der neuen Konzernzentrale. „Die Zentrumslage ist für viele ein Grund, sich für uns zu entscheiden“, sagt Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich.
Beiersdorf

Entwurf der neuen Konzernzentrale. „Die Zentrumslage ist für viele ein Grund, sich für uns zu entscheiden“, sagt Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich.

Hamburg Weiß und rot – der Dax-Konzern Beiersdorf baut seine neue Hamburger Konzernzentrale in den klassischen Farben der Hansestadt. Konzernchef Stefan Heidenreich lüftete am Donnerstag das Geheimnis um den Neubau. Schließlich hatte das bekannte Architektenbüro Hadi Teherani schon vor zwei Jahren einen Wettbewerb gewonnen – doch die Pläne waren sogleich aus der Öffentlichkeit genommen worden. Ein bereits veröffentlichtes Bild, das schemenhaft ein Architekturmodell zeigte, wurde nachträglich verpixelt.

Denn: Beiersdorf hat nachgebessert – und das Bauvorhaben vergrößert. Nun bekommt auch das Forschungszentrum eine Erweiterung. Das allerdings könnte zu Konflikten mit Kleingärtnern führen, die möglicherweise bei erneuten Ausbauten weichen müssen.

„Wir bauen etwas, das weit über unsere Generation hinaus Bestand hat“, sagte Heidenreich. Daher lasse er sich auch von einem Hackerangriff nicht davon abhalten, die Pläne vorzustellen. Seit Dienstag sind bei Beiersdorf die komplette Telefonanlage und viele Computer weltweit ausgefallen, die Produktion steht teilweise still.

Ungerührt schaute Heidenreich in die Zukunft. Der Bau sei hanseatisch-zurückhaltend und sehr funktional. „Alles andere würde nicht dem Haus und der Familie Herz als Haupteigentümer entsprechen“, sagte er. Der Bau biete die Chance, mit neuen Arbeitsplatzkonzepten Produktivität und Arbeitsfreude zu steigern. Dazu sollen Kleinigkeiten wie die Erweiterung des Kantinenangebots um mehr internationale Gerichte helfen.

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    Warum nur Nivea blau sein darf
    Nivea darf sein Blau behalten
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    Beiersdorf hat für seine Marke Nivea einen wichtigen Etappensieg vor dem Bundesgerichtshof errungen. Die blauen Dosen dürfen auch weiterhin exklusiv den blauten Farbton „Pantone 280 C“ verwenden. Konkurrent Unilever mit der Marke Dove wollte die Löschung der Marke durchsetzen, 2013 hatte das Bundespatentgericht noch für Unilever entschieden. Von den rund 800.000 beim Deutschen Patentamt geschützten Marken sind weniger als 300 Farbmarken.

    (Foto: dpa)
    Nivea
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    2013 hatte Nivea-Mutter Beiersdorf in der Vorinstanz eine Niederlage erlitten: Das Bundespatentgericht bestätigte die vom Konkurrenten Unilever verlangte Löschung der Farbmarke Blau für Nivea. Die Richter urteilten, dass im Fall Nivea-Blau die in einem Gutachten festgestellte Unterscheidungskraft von 58 Prozent der Verbraucher bei Weitem nicht ausreiche. Das Markenamt forderte eine Quote von 75 Prozent. Auch andere Unternehmen stritten sich bereits um ihren Farbton vor Gericht...

    (Foto: dpa)
    Das Rot der Sparkasse
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    Traditionell setzt die Sparkasse auf den roten Farbton HKS 13 – und ließ sich diesen schützen. Deswegen hat die Sparkasse bereits seit Jahren Streit mit der spanischen Bank Santander, die ebenfalls auf die Farbe Rot setzt...

    (Foto: dpa)
    Santander Bank
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    Das Bundespatentgericht gab einem Antrag des spanischen Konkurrenten Santander statt, den als Sparkasse-Marke eingetragenen Farbton zu löschen. Der Streit hat bereits das Deutsche Patent- und Markenamt und den Europäischen Gerichtshof beschäftigt. Der Sparkassen-Verband DSGV wird in die nächste Instanz gehen, damit ist das Urteil des Patentgerichts noch nicht rechtskräftig.

    (Foto: ap)
    Langenscheidt- Gelb
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    Im September 2014 siegte der Wörterbuchverlag Langenscheidt vor dem Bundesgerichtshof gegen den US-Konkurrenten Rosetta Stone. Die Farbe Gelb darf in Deutschland damit nur von Langenscheidt verwendet werden. Die obersten deutschen Zivilrichter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Verbraucher die beiden Marken aufgrund der Farbe verwechseln könnte. Rosetta Stone ist einer der weltweit führenden Anbieter webbasierter Sprachlernprogramme. Weil das US-Unternehmen beim Internetauftritt, in der Werbung und für Kartonverpackungen ebenfalls einen gelben Farbton verwendet, hatte Langenscheidt eine Verletzung seiner Markenrechte geltend gemacht.

    (Foto: dpa)
    Milka-Lila
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    Bereits vor zehn Jahren siegte Milka-Hersteller Kraft Foods gegen die Verdener Keks- und Waffelfabrik. Grund: Auch der Konkurrenz brachte eine 500-Gramm-Gebäckmischung mit einem lilafarbenen Untergrundton auf den Markt. Nach dem Urteil darf nur Milka seit 1998 bereits den Farbton Lila verwenden. Der Anwalt der Verdener Fabrik hatte kritisiert, dass mit der Möglichkeit des Eintragens von Farbmarken ein paar Großkonzerne die Regenbogenfarben unter sich aufteilen könnten.

    (Foto: ap)
    Telekom-Magenta
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    Immer wieder zieht die Deutsche Telekom vor Gericht, um ihren Farbton Magenta zu schützen. Unter der Nummer 39552630 ließ sich das Unternehmen den Farbton bereits 1995 im Markenregister als RAL 4010 Telemagenta schützen. Streit gab es oft: 1999 nutzte Konkurrent Mobilcom in Anzeigen extra Magenta, um gegen den Kommunikationsriesen zu stänkern. Es folgte eine Unterlassungsklage der Telekom und viel Aufmerksamkeit für Mobilcom. Auch der US-Blog Engadget Mobile musste im Jahr 2008 das Magenta aus dem Logo nehmen, nachdem die Telekom die Amerikaner dazu „freundlich aufforderten“.

    (Foto: dpa)

    Der Nivea-Hersteller investiert 230 Millionen Euro in das Projekt. Damit ist es nur wenig kleiner als der spektakuläre Neubau des Industriekonzerns Thyssen-Krupp vor wenigen Jahren in Essen, der mit 300 Millionen Euro veranschlagt worden war.

    Fertigstellung bei Beiersdorf soll 2021 sein, erster Spatenstich im Februar 2018. Es entstehen drei neue Gebäude mit 95.000 Quadratmetern Platz für 3.000 Menschen auf sechs Stockwerken – davon eine Konferenzetage. Unterirdisch soll eine Tiefgarage die Gebäude verbinden.

    Oberirdisch entsteht zudem eine Grünanlage. Bei dem Architektenwettbewerb hatte sich der Hamburger Hadi Teherani unter anderem gegen den zweitplatzierten Kadawittfeld aus Aachen durchgesetzt. Das funktionalere Laborgebäude planen Brechensbauer Weinhart und Partner, die bereits die neue Zentrale der Beiersdorf-Tochter Tesa entworfen hatten. Der Umzug des Klebeband-Spezialisten nach Norderstedt am Hamburger Flughafen machte den Platz für den Neubau frei.

    Von dem neuen Campus versprechen sich die Beiersdorf-Manager kürzere Wege in Hamburg und ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl. Bislang liegen die Beiersdorf-Immobilien zwar fußläufig, aber im Stadtteil verteilt. Die aktuelle Zentrale besteht aus Bauten, die teils vor und teils nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut worden sind. Das jüngste zentrale Gebäude, in dem auch der Vorstand sitzt, ist von 1988.

    Diese Konzerne versorgen die Welt
    Platz 41 – Henkel
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    Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

    Quelle: OC&C

    (Foto: dpa)
    Platz 10 – L'Oréal
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    L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

    (Foto: Reuters)
    Platz 9 – Mondelez
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    Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

    (Foto: ap)
    Platz 8 – Tyson Foods
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    Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Platz 7 – AB Inbev
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    Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

    (Foto: Reuters)
    Platz 6 – Coca Cola
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    Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

    (Foto: dapd)
    Platz 5 – JBS
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    JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

    (Foto: dpa)

    Beiersdorfs Kerngeschäft mit Kosmetik bleibt durch die Neubaupläne mitten in dem verdichteten Wohnstadtteil Eimsbüttel. Das könnte noch zu Konflikten führen: Der Konzern kauft der Stadt ein Grundstück ab, auf dem jetzt noch Kleingärten stehen. Es soll als Baureserve für die nächsten Jahrzehnte dienen. Bis dahin dürfen die Kleingärtner auf dem zwölf Hektar großen Grund bleiben – ihre Perspektive ist aber unsicher.

    In der Vergangenheit gab es einige Konflikte um Neubauten auf Kleingartengelände in Hamburg. An anderer Stelle gab es gegen den Neubau des Werbeagentur-Konzern WPP sogar einen erfolgreichen Bürgerentscheid auf Bezirksebene, den erst die Stadtpolitik kippte. Auch Beiersdorf hatte bereits Ärger mit Nachbarn, als es um den Abriss eine Weltkriegsbunkers am Rande des Konzerngeländes ging.

    Keine „Hühnerzellen“ für Beiersdorf-Mitarbeiter
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