Beim Ticketverkauf Deutsche Bahn unter Kartellverdacht

Das Bundeskartellamt untersucht, ob die Deutsche Bahn ihre Wettbewerber beim Ticketverkauf systematisch benachteiligt. Der Kartellverdacht ist für das Unternehmen gleich doppelt peinlich.
Update: 30.01.2014 - 17:35 Uhr 9 Kommentare
Fahrkartenautomaten: Die Deutsche Bahn missbraucht, so der Vorwurf, ihre Marktmacht beim Ticketverkauf. Quelle: dpa

Fahrkartenautomaten: Die Deutsche Bahn missbraucht, so der Vorwurf, ihre Marktmacht beim Ticketverkauf.

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Bonn/ BerlinDas Bundeskartellamt nimmt den Fahrkartenverkauf der Deutschen Bahn ins Visier und prüft eine mögliche Benachteiligung von Konkurrenten. Sie leitete deshalb am Donnerstag gegen den Staatskonzern ein Verfahren wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung ein, wie das Amt in Bonn mitteilte. Es gehe um die Frage, warum Wettbewerber ihre Fahrkarten nicht an den Bahnhöfen in Deutschland verkaufen könnten. Die bundeseigene Bahn hält die Bedenken für unbegründet.

„Funktionierender Wettbewerb beim Fahrkartenverkauf ist essenziell für den Wettbewerb auf der Schiene“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Konkurrenten des bundeseigenen Unternehmens beklagten, allenfalls einen eingeschränkten Zugang zu den Vertriebskanälen der Bahn zu haben.

Auch der Vertrieb von Fahrkarten, den die Deutsche Bahn für andere Unternehmen vornimmt, ist Gegenstand der Prüfung. Geklärt werden soll, inwieweit unterschiedliche Provisionshöhen beim Fahrkartenvertrieb für Wettbewerber gerechtfertigt seien. Außerdem will das Kartellamt prüfen, ob die Bahn ihre Konkurrenten zur Nutzung von Vertriebsleistungen zwingt. Kartellamtssprecher Kay Weidner sagte, es lägen mehrere Beschwerden vor. Die Namen der Unternehmen nannte er nicht.

Auch im Nahverkehr gibt es nach Ansicht der Bahn einen funktionierenden Wettbewerb. So vertrieben andere Unternehmen ihre Tickets in Eigenregie oder über frei wählbare dritte Dienstleister. An Bahnhöfen stelle die Deutsche Bahn Konkurrenten Flächen für deren Fahrkartenautomaten sogar kostenfrei zur Verfügung.

Bahn hält Bedenken für unbegründet
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9 Kommentare zu "Beim Ticketverkauf: Deutsche Bahn unter Kartellverdacht"

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  • @Finanzmafia
    Subvention ist immer schlecht für den freien Markt. Deshalb plädiere ich für die Abschaffung der Subvention beim Atom-und Ökostrom und auch bei der DB. Das wird dann die Kosten für dem Menschen verdoppeln, aber dennoch gerecht.
    Ganz wichtig: die ganze Lohnsubvention für die Unternehmen (Aufstockung). Das muss auch weg.

  • Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Je schneller man die DB zerreißt und in Einzel-Firmen aufstellt, um so besser. Die DB ist ein brutales EURO-Loch, was schlimmer als ein "schwarzes Licht" im Sternensystem ist. Was man dort investiert ist verloren, auf alle Ewigkeit. Und nichts auf der Welt bringt uns je das verlorene Geld wieder zurück.

    Eigentlich weiß das jeder. Aber was machen wir mit den ganzen DB-Mitarbeitern? Für eine normale Arbeit kann man sie nicht nehmen, denn das Beamten-Denken hat sie verkrüppelt und sie wären ohne jede Chance auf dem normalen Arbeitsmarkt. Und nur da ist das Problem.

  • Liebe Leute,
    Staatsunternehmen wie der DB, die mit ca. 3 Milliarden jährl. Steuergeld subventioniert werden, ist nicht beizukommen.
    Lügen und betrügen ist der Tenor von Politikern, siehe Pofalla.
    Also macht euch keine Sorgen, ihr könnt es sowieso nicht verändern!

  • @pro-d
    Wer könnte die DB bezahlen? Rechnen Sie doch alle Kosten, die die Steuerzahler bisher vorfinanziert haben zsammen (zB. Grundstück, Schienen, Gebäude, Züge/Lokomotive, Personal usw.).
    Ich nehme an, Sie wollen das ganze zum Wohle der Menschen geschenkt haben oder zu einem symbolischen Preis von einem Euro. Das nennt man Enteignung, so wie die Menschen in Sotchi ihre Häuser oder Grundstück abgeben mussten.

  • Stimme Mondahu zu. Ich habe ziemlich viel Mist bei der Bahn erlebt - zum Beispiel Totalausfall von Zügen (ohne höhere Gewalt), falsch ausgestellte Tickets, die mir nicht erstattet wurden (bei sofortigem Protest) - dass ich jetzt trotz mangelnden Komforts auf Busse umsteige. Meine Erfahrungen bisher sind gut, schon jetzt platzen die Busbahnhöfe aus allen Nähten.

    Das ist für mich eine Möglichkeit, einem Monopolkonzern, bei dem die oberen Zehntausend immer noch zu viel verdienen, den Kampf anzusagen. Ich bin seit Jahrzehnten Bahncard-50 Kunde, es tut mir besonders leid für die wirklich außergewöhnlichen Schaffnerinnen, die mit Engelsgeduld ihre Arbeit leisten, aber unter schlechter männlicher Führung, Mehdorn,Eisenbahnbundesamt etc. gelitten haben.

  • jepp, so schaut's aus.
    grad die weniger rentablen Haltestellen sind ja, wenn überhaupt noch geöffnet, komplett verkommen

  • Die DB passt nicht mehr in unsere heutige Zeit. Das erkennt man schon am Namen: DEUTSCHE Bundesbahn.

    Unwirtschaftliche Betriebe sollte man so lange aufspalten, bis man besser erkennen kann, wo das Übel begraben liegt. Fair wäre es, dass man zunächst das Schienennetz in Privat-Hände gibt und danach dann die Bahnhöfe in Privathände übergibt.

    FRAPORT ist ein gutes Beispiel, denn dort werden aich Tickets für ALLE Airlines ausgestellt, die Fraport nutzen. FRAPORT wäre ein gutes Beispiel, wie man die Bahnhöfe in die Hände von ehrlichen Menschen überführen könnte.

    Das Mautsystem könnte eine gute Vorlage sein, wie man das Schienennetz in private Hände übergibt.

    Aber man sollte sich davor hüten, in diese Sachen die Kommunen oder gar den Staat einzubeziehen. Denn ALLES was vom Staat kommt ist schlecht. Der Staat zieht überall das Geld nur ab, um es dann den H4 Projekten zu spenden.

  • Nun, Lufthansa verkauft auch keine tickets für Ryanair oder Easyjet. Aber einmal Spaß beiseite:

    Man muß der Bahn den Betrieb der Bahnhöfe wegnehmen und den entsprechenden Kommunalverwaltungen zuordnen. Bahnhöfe in ihrer jetzigen Form sind meist keine gute Visitenkarte des Ortes, eher das Gegenteil, da oft ziemlich vernachlässigt. Das könnte sich damit schnell ändern. Und dann gäbe es auch eine neutrale Zone, wo alle Zugbetreiber gleiche Rechte und Pflichten hätten.

  • "Wie Begründet die Bahn die Preiserhöhung?"
    -> Höhere Personalkosten?!
    In dem System der Bahn stimmt es Vorne und Hinten nicht.
    Gerade die Strecke Mainz - Saarbrücken. Dort fahren gerade mal ca. 25% der Züge zur normalen Zeiten ab, der Rest hat Verspätung - Bis zu 45min kann es da mal werden.
    Dort hieß es jedoch, dass es aufgrund Personalmangels häufig zu Verspätungen und Ausfällen von Zügen kommt. Dort aber trotzdem die Preiserhöhung durchzuziehen ist eine Frechheit für jeden der auf dieser Strecke tagtäglich mit der Bahn fahren muss. Die Preise müssen auch auf die Leistung die vor Ort geboten wird angepasst werden!

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