Beitrag von Satire-Seite Aldi Süd wirbt mit Nordkorea-Witz

Aldi Süd hat einen Facebook-Post der Satire-Seite Postillon geteilt. Darin ging es um einen Text, in dem behauptet wird, Aldi expandiere nach Süd- und Nordkorea. Bei einigen Facebook-Nutzern warb Aldi sogar mit dem Post.
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Schon häufiger ist das Social-Media-Team von Aldi Süd bei Nutzern mit Reaktionen auf Kritik und Anmerkungen in den sozialen Netzwerken gut angekommen. Quelle: dpa
Aldi Süd

Schon häufiger ist das Social-Media-Team von Aldi Süd bei Nutzern mit Reaktionen auf Kritik und Anmerkungen in den sozialen Netzwerken gut angekommen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Social-Media-Team von Aldi hat Humor. Zumindest sehen das wohl einige Facebook-Nutzer so. Mit einem Werbe-Post in dem sozialen Netzwerk hat das Unternehmen nun versucht, sich auch bei Fans des Humors der Satire-Seite Postillon beliebt zu machen. Der hatte getitelt: „Passende Gebietsstruktur: Aldi expandiert nach Nord- und Südkorea.“.

Aldi Nord solle den Markt in Nord-, Aldi Süd in Südkorea erobern. Im Facebook-Post dazu hieß es schlicht: „Klingt fair.“ Es sei den Chefs der beiden Unternehmen in diesem Fall sehr leicht gefallen, sich zu einigen, heißt es in dem Artikel in fiktiven Zitaten. Zudem seien Nordkoreaner „außerordentlich hungrige Kunden“. Der Artikel verbreitete sich rasant in den Sozialen Netzwerken: Auf den Beitrag hatten bei Facebook bis Dienstagmittag bereits 28.640 Personen reagiert. Er wurde über 3.430 Mal geteilt und über 1.170 Mal kommentiert.

Doch die schlagfertige Antwort von Aldi Süd ließ nicht lange auf sich warten: „Wenn der Postillon schon streng geheimes Insiderwissen veröffentlicht, können wir die Katze ja jetzt auch ganz aus dem Sack lassen...“, hieß es auf der Facebook-Seite von Aldi Süd am Freitag dazu. Mit diesen Worten veröffentlichte das Unternehmen den Postillon-Post auch auf der Aldi-Süd-Facebookseite – und erntete dafür vor allem Lob: „Humor habt ihr ja, Team Aldi!“, kommentierte einer der Facebook-Nutzer etwa. „Grundsätzlich greifen wir auf unserer Facebook-Seite gerne Content auf, der sich auf Aldi Süd bezieht“, sagt Lina Unterbörsch, Aldi-Süd-Sprecherin.

Und Aldi Süd warb sogar bei Facebook-Nutzern mit dem Post des Postillons. Das heißt, er wurde im Newsfeed einiger Nutzer besonders hervorgehoben. „Tatsächlich sponsern wir nicht jeden Beitrag. Wenn wir allerdings feststellen, dass ein Post besonders erfolgreich ist, verlängern wir die Reichweite, in dem wir diesen zusätzlich bewerben“, erklärt Unterbörsch. „Dies war auch der Fall bei unserem Post zum satirischen Artikel von ,Der Postillon’.“ Es sei aber nicht der erste von Aldi Süd beworbene Beitrag, der ursprünglich von einer anderen Website stammt.

„Nein, Aldi Süd hat dafür nicht Kontakt mit uns aufgenommen und wir wussten nichts davon“, sagt Postillon-Gründer Stefan Sichermann. Das sei aber auch gar nicht nötig, da Aldi Süd den Post ja korrekt eingebettet und geteilt habe. Ihm war vor der Handelsblatt-Anfrage noch gar nicht aufgefallen, dass Aldi Süd den Beitrag geteilt hatte. Auch, dagegen, dass der Post beworben wurde, hat Sichermann keine Einwände: „Insgesamt haben wir in der Regel nichts dagegen, wenn Konzerne unsere Artikel verbreiten. Das kommt immer wieder mal vor und es ist allemal besser, als uns zu verklagen.“

Bei Facebook können sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen je nach gewünschter Reichweite beliebig hohe Summen dafür ausgeben, Beiträge zu bewerben. Je nach Einstellung werden diese dann bestimmten Personen besonders im Newsfeed angezeigt. Zu erkennen ist dies am Hinweis „gesponsert“ unter dem Namen der Seite, wo üblicherweise angezeigt wird, wie lange der Post bereits online ist. Im hier beschriebenen Fall scheint der Post besonders für Personen hervorgehoben worden zu sein, die den Facebook-Auftritt von Aldi Süd bereits verfolgen.

Transparent ist nicht, bei wem mit welchem Beitrag geworben wird und wie viel Geld dafür gezahlt worden ist. Das will Facebook bald ändern. Als Reaktion auf Kritik an russischer Propaganda zum US-Wahlkampf auf Facebook kündigte das Unternehmen dies an. Ziel sei es, ein Tool zu entwickeln, mit dem Nutzer nachverfolgen können, wer welche Anzeigen für welche Zielgruppe geschaltet hat. Zuerst wird dies allerdings in Kanada und den USA getestet.

Schon häufiger ist das Social-Media-Team von Aldi Süd bei Nutzern mit Reaktionen auf Kritik und Anmerkungen in den sozialen Netzwerken gut angekommen. Als in einem Werbeprospekt auf einer Doppelseite über ein Dutzend Fotos von Moderator Daniel Aminati zu sehen waren, der damit auch für sein Fitness-Programm warb, konterte Aldi Kritik darauf mit einem Post auf Facebook. „Also das ist jetzt wirklich unheimlich!“, hieß es in dem Post. „Hier ein kleiner Einblick in unsere Redaktionssitzung vor drei Wochen.“ Dazu präsentierte Aldi Süd ein Foto von einem Mann, der ein Bier für seinen Kollegen hält und eine Strichliste über Fotos von Daniel Aminati im Werbeprospekt führt.

Anfang Januar waren Nutzer von der Reaktion auf andere Kritik aber eher enttäuscht. Über ein Bild aus einem Prospekt, das zwei Männer zeigt, die mit Olivenöl anstoßen, gab es viele Witze. „Was genau muss ich vorher einschmeißen, um mich mit Essig und Öl genauso betrinken zu können?“, fragte eine Nutzerin. Eine Mitarbeiterin von Aldi Süd antwortete: „Die beiden haben einfach Spaß am Kochen!“

  • nos
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