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Benjamin Kremer und Noel Bollmann YFood-Gründer wagen mit frischem Geld die Expansion ins Ausland

Benjamin Kremer und Noel Bollmann haben in der Krise 15 Millionen Euro eingesammelt. Nun wollen sie ihre flüssigen Mahlzeiten europaweit vertreiben.
21.04.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren
Die YFood-Gründer haben in der zweiten Finanzierungsrunde 15 Millionen Euro erhalten. Quelle: YFood
Benjamin Kremer (links im Bild) und Noel Bollmann

Die YFood-Gründer haben in der zweiten Finanzierungsrunde 15 Millionen Euro erhalten.

(Foto: YFood)

Hamburg Benjamin Kremer und Noel Bollmann sind überzeugt, dass sie das perfekte Produkt zum Hamstern anbieten: ein Milchmischgetränk, das eine ganze Mahlzeit ersetzen soll. Trotz der Coronakrise haben die Gründer des Start-ups YFood daher vor zwei Wochen die Expansion nach Großbritannien gewagt – mit frischem Geld.

Die Gründer haben 15 Millionen Euro bekommen, um mit ihren Getränken und Riegeln in weitere europäische Länder vorzustoßen. Neben Risikokapitalgebern gehört die neuseeländische Molkerei Fonterra zu den Geldgebern von YFood, die bereits einem anderen bekannten Start-up in Deutschland geholfen hat. Fonterra verkauften im vergangenen Jahr die Berliner Sportlernahrungs-Spezialisten Foodspring an den Weltkonzern Mars.

YFood wurde 2018 durch die Vox-Sendung „Höhle der Löwen“. Wie Foodspring, das zunächst Eiweißshakes zu einer starken Online-Marke entwickelt hatte, hat sich das Unternehmen auf das Thema Ernährung fokussiert. Zu ihrer Zielgruppe gehören vor allem Digital Natives.

Vor wenigen Jahren war die Komplett-Nahrung aus der Trinkflasche ein Hype um Marken wie Soylent aus den USA und Huel aus Großbritannien. Anders als bei den beiden Produkt-Vorbildern sind allerdings nicht pflanzliche Proteine, sondern Milch Grundstoff bei YFood, dazu kommen unter anderem Pflanzenöl, Vitamine und Süßstoff.

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Standort erkennen

    Die beiden Gründer Kremer und Bollmann hätten nach dem Studium in ihrer stressigen Zeit bei einer Bank gemerkt, wie ungesund Fast Food ist. Die Produkte von YFood sollen eine ausgewogene Alternative dazu sein.

    Die Botschaft bringen die Gründer auch über Influencer-Marketing unter die Leute – und über den eigenen Online-Shop. Im deutschsprachigen Raum verkauft YFood seine Produkte auch über den stationären Handel, etwa über Rewe und Lekkerland. „Wir setzen auf den Mainstream-Markt“, sagt Bollmann dem Handelsblatt.

    Seit Anfang des Jahres operativ profitabel

    Die Positionierung der Marke als innovatives Start-up ermöglicht den Gründern, hohe Preise durchzusetzen – im eigenen Online-Shop kostet das Milchmischgetränk stolze 5,93 Euro je Liter, die Riegel gibt es im Dutzend für knapp 35 Euro.

    Damit kamen die Gründer nach eigenen Angaben mit knapp 70 Mitarbeitern zuletzt auf 2,5 Millionen Euro Monatsumsatz, seit Anfang des Jahres arbeitet das Unternehmen den Gründern zufolge operativ profitabel. „Wir hätten das Geld daher nicht unbedingt gebraucht, wollen aber die Geschwindigkeit erhöhen“, sagt Kremer.

    Die aktuelle, zweite größere Finanzierungsrunde wird angeführt vom britischen Risikokapitalgeber Felix Capital, der auch Anteile etwa am Tiefkühlkost-Lieferanten All Plant und an Deliveroo hält. Auch frühere Investoren wie der italienische Food-Investor Five Seasons haben mitgezogen. „Höhle der Löwen“-Investor Frank Thelen, der für 200.000 Euro Start-Finanzierung 20 Prozent der Anteile erhalten hatte, gibt dagegen kein weiteres Geld. Er sei aber ein wertvoller Berater, betonen die Gründer, die weiterhin die Mehrheit halten.

    Die aktuelle Runde haben die 27 und 30 Jahre alten Unternehmer bereits kurz vor der Corona-Krise angebahnt, das Closing ist jedoch erst danach erfolgt. Sie hoffen darauf, dass der Boom der Online-Lebensmittel ihrem Start in sieben weiteren europäischen Ländern bis zum Spätsommer hilft.

    Stationären Handel im Ausland überzeugen

    Zudem müssen sie auch in Großbritannien noch stationäre Händler finden, die ihre Produkte aufnehmen. Emilie Spire vom Investor Felix Capital sagt, dass sie besonders beeindruckt davon sei, wie es YFood gelungen sei, sowohl im Netz als auch im Supermarkt zu verkaufen. Das verbindet die Münchner nicht nur mit Foodspring, sondern auch mit frühen Lebensmittel-Start-ups wie MyMüsli.

    Künftig will YFood zusammen mit dem neuseeländischen Partner Fonterra, der bislang schon Zulieferer für die Auftragsproduktion ist, weitere Produkte entwickeln. Fonterra wolle mit der „strategischen Partnerschaft“ seine Position als Hersteller von Milchprodukten für Nahrungsergänzungsmittel stärken, teilte das Unternehmen mit.

    Ziel der YFood-Gründer ist es, mit dem frischen Geld zwölf bis 18 Monate auszukommen, um etwa im Oktober 2021 die nächste Finanzierungsrunde in Angriff zu nehmen. Perspektivisch könnte YFood ein interessantes Investment für einen großen Lebensmittelkonzern sein – wie Foodspring.

    Mehr: Steakhaus-Gründer Block attackiert Politik: „Die Herrschaften machen angstgetrieben Panik.“

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