Bierabsatz geht zurück Deutsche Brauer auf Durststrecke

Der Bierabsatz deutscher Brauereien ist im ersten Halbjahr 2017 um 2,1 Prozent zurückgegangen. Aber nicht nur in Deutschland geht der Bierdurst zurück. Auch ins Ausland exportierten die Brauer deutlich weniger.
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Schon 2016 wurde im Inland so wenig Bier getrunken wie noch nie zuvor. Quelle: dpa
Bierkonsum geht zurück

Schon 2016 wurde im Inland so wenig Bier getrunken wie noch nie zuvor.

(Foto: dpa)

WiesbadenNach einigen stabilen Jahren müssen die deutschen Brauer 2017 eine Durststrecke bewältigen. Im ersten Halbjahr ging der Bierabsatz der Brauereien um 2,1 Prozent auf 46,8 Millionen Hektoliter zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Im Gegensatz zu früheren Jahren schwächelt nun auch der Export in die EU (-5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und nach Übersee (-7,3 Prozent).

In Deutschland geht der Bierdurst schon seit Jahren zurück. Die im Inland abgesetzte Menge nahm im ersten Halbjahr auch wegen des wechselhaften Wetters und fehlender Fußball-Großereignisse um 1,2 Prozent ab. Die Produktion für den heimischen Markt macht gut vier Fünftel des Gesamtabsatzes aus.

Wo das Bier in Deutschland boomt
Baden-Württemberg
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Im Gesamtjahr 2016 lief die Entwicklung in den Bundesländern unterschiedlich. Bundesweit allerdings nivellierte sich der Effekt bei einer Änderung um nur 0,1 Prozent. In Baden-Württemberg legte der Absatz um 3,4 Prozent zu. Hier schreibt die staatliche Tannenzäpfle-Brauerei seit Jahren eine Erfolgsgeschichte in der Szene-Gastronomie.

Bayern
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Im Bierland Bayern schrumpfte der Absatz leicht um 1,1 Prozent. Weißbier hat sich schon lange bundesweit etabliert, gerade in der alkoholfreien Variante. Riesensprünge sind da nicht mehr drin. Aus Bayern stammt auch Deutschlands absatzstärkste Brauerei Oettinger, die preisberühmt ist.

Berlin & Brandenburg
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In Berlin und Brandenburg stagniert der Absatz mit minus 0,9 Prozent. Traditionalisten beklagen, dass das typische Sauerbier Berliner Weiße auf dem Rückzug ist. Stattdessen kommen Marken wie Berliner Pilsener mit regionalem Anstrich.

Hessen
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In Hessen verzeichneten die Brauer ein Minus von 3,5 Prozent. Vielleicht liegt es am Wiedererstarken des Apfelweins im Rahmen des allgemeinen Cider-Booms? Formel-1-Weltmeister Rosberg gefällt's.

Mecklenburg-Vorpommern
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In Mecklenburg-Vorpommern stieg der Absatz um 6,3 Prozent. Erfolgreich ist die Störtebeker-Brauerei, die ein Mitglied der Hamburger Bierdynastie Nordmann ist. Jürgen Nordmann hat das ehemalige Stralsunder Bier-Kombinat als Spezialitäten-Brauerei neu erfunden und kam damit gerade recht zum Craftbeer-Boom. Er beliefert nun unter anderem die Hamburger Elbphilharmonie. Daneben kommt Lübzer Bier aus Mecklenburg. Die Brauerei gehört zur Carlsberg-Gruppe. Entsprechend spottet der Kabarettist Rainald Grebe in seinem Lied „Doreen aus Mecklenburg“: „Das Bier von hier heißt Lübzer Lemon.“

Niedersachsen & Bremen
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Den größten Ausreißer gibt es in Niedersachsen und Bremen. Hier stieg der Absatz um 11,3 Prozent nach einigen Rückgängen in den Vorjahren. Zum einen hat die Bremer Weltmarke Beck’s von AB Inbev um 3,5 Prozent zugelegt. Zum anderen hat der Konzern die Gilde-Brauerei an den Investor TBCB verkauft, die seitdem auch für Handelsmarken braut und so ihre Menge mehr als versechsfacht hat.

Nordrhein-Westfalen
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In Nordrhein-Westfalen gab es mit einem Minus von 0,4 Prozent kaum Veränderungen. Von hier kommen die dauerschwächelnde Marke Warsteiner, das Schalke-Bier Veltins, die traditionsreichen Dortmunder Bierspezialitäten, das vorzügliche Düsseldorfer Alt und das Dünnbier Kölsch.

Schon 2016 wurde im Inland so wenig Bier getrunken wie noch nie zuvor. Mögliche Gründe: Die Bevölkerung in Deutschland wird im Schnitt immer älter und im hohen Alter trinken Menschen mitunter weniger Alkohol. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken auch junge Menschen in der Tendenz weniger Alkohol als noch vor einigen Jahren.

Die amtlichen Absatzzahlen basieren auf der Biersteuer-Statistik. Die steuerfreien Biere ohne Alkohol werden davon nicht erfasst – wohl aber bierhaltige Mischgetränke. Sie legten gegen den Trend zu und erzielten in den ersten sechs Monaten einen Zuwachs von 5,3 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter.

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  • dpa
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