Bilanz 2010 Lufthansa-Chef in "großer Sorge" um Japan

Für Christoph Franz ist die heutige Bilanzvorlage der erste große Auftritt als Chef der Lufthansa. Da verbreitet man natürlich Optimismus: Der Gewinn soll steigern. Allerdings macht das Drama in Japan große Sorge.
Update: 17.03.2011 - 12:13 Uhr 1 Kommentar
Christoph Franz hat heute seinen ersten großen Auftritt als Lufthansa-Chef. Quelle: Reuters

Christoph Franz hat heute seinen ersten großen Auftritt als Lufthansa-Chef.

(Foto: Reuters)

FrankfurtAngesichts der Lage in Japan stellt sich die Lufthansa auf weitere Veränderungen im Flugplan ein. "Wir sind in großer Sorge über das Ausmaß der Katastrophe", sagte der Vorstandschef von Deutschlands größter Airline, Christoph Franz, am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Nach dem Sonderflugplan, der zunächst bis zum Wochenende gelte, leite der Konzern die Tokio-Flüge von Frankfurt und München über Seoul nach Osaka und Nagoya um. Man stehe in „ständigem Kontakt mit dem Krisenstab des Auswärtigen Amts“, sagte Franz. Aus Sicherheitsgründen lasse der Konzern derweil alle aus Japan zurückkehrenden Maschinen auf Radioaktivität überprüfen, „bislang ohne Befund“.

Die Preise lägen ebenfalls Momentan auf normalem Niveau, sagte Franz weiter. Auch die Nachfrage sei stabil. Es gebe derzeit keine verstärkte Nachfrage nach Abflügen aus Japan. Eher im Gegenteil: Japaner, die rund die Hälfte der Passagiere ausmachten, „wollen eher nach Hause und bei ihren Familien sein“. Sollte aber zusätzlicher Bedarf nach Abflügen aufkommen, werde man zur Not die Kapazitäten erhöhen.

Wie sich die Ereignisse in Japan auf die Bilanz der Lufthansa auswirken könnten, wollte Franz nicht beziffern. Immerhin hat das Japan-Geschäft einen Anteil von vier bis fünf Prozent am Gesamtumsatz des Konzerns. Allerdings könnte die Krise die geplante engere Zusammenarbeit mit der Partner-Airline All Nippon Airways (ANA) verzögern.

„Die Katastrophe in Japan hat uns alle tief erschüttert“, sagte Franz weiter. Man stehe im engen Kontakt zu den Mitarbeitern vor Ort. Franz selbst hatte seine erste Auslandsreise als Lufthansa-Chef nach Tokio angetreten.

Die Lage in Japan gehöre unterdessen „auf die Liste der Unwägbarkeiten für 2011“, sagte Franz, neben den Unruhen in Afrika und der Entwicklung des Ölpreises. Trotzdem will der Konzern im laufenden Jahr Umsatz und Gewinn weiter steigern.

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1 Kommentar zu "Bilanz 2010: Lufthansa-Chef in "großer Sorge" um Japan"

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  • ...so "erschüttert", dass man für ein One-Way Ticket am 21.03.11 Osaka-München (Economy)bei LH über 5.000 EURO zahlen muss. Shame on you!

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