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Bilanzanalyse Delivery Hero ist zum Wachsen verdammt

Der Verlust stieg im ersten Halbjahr im Gleichklang mit dem Umsatz. Das muss sich bis zum Jahresende ändern, sonst verfehlt der Konzern seine Ziele.
27.08.2020 - 18:21 Uhr Kommentieren
Lieferdienst Delivery Hero verzeichnet Millionenverlust Quelle: dpa
Essenlieferdienst Delivery Hero

Steigender Umsatz soll zur Profitabilität des Geschäftsmodells des Lieferdiensts führen.

(Foto: dpa)

Hamburg Bislang hat der Einstieg in den Dax zum Wochenbeginn der Aktie von Delivery Hero nicht viel genutzt. Vom Allzeithoch bei 108,65 Euro ist das Papier derzeit ein ganzes Stück entfernt. Am Donnerstag gab es nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen einen weiteren spürbaren Rücksetzer.

Dabei kam der hohe Vorsteuerverlust von 460 Millionen Euro bei 958 Millionen Euro Umsatz wenig überraschend. Konzernchef Niklas Östberg hat mehrfach betont, sein Konzern verzichte für das hohe Wachstumstempo von zuletzt 87 Prozent auf Profite. Analysten erwarten frühestens für 2022 einen Gewinn – allerdings auf Ebitda-Basis, also bereinigt um Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Die Beobachter teilen dabei eine These mit Östberg: Steigender Umsatz führe zur Profitabilität des Geschäftsmodells des Lieferdiensts. Mehr Bestellungen sollen zum einen bewirken, dass die Fahrer besser ausgelastet sind und jeweils in einem kleineren Umkreis unterwegs sein können. Zudem soll sich die Werbung besser auszahlen.

Zumindest der letzte Punkt ist bereits an den aktuellen Geschäftszahlen ablesbar: Die Marketingausgaben stiegen nur um ein Viertel, also deutlich weniger stark als der Umsatz.

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    Bei den übrigen Kosten zeigt sich der Größeneffekt noch nicht. Die Umsatzkosten, also vor allem die Kosten für die Fahrer, stiegen um deutlich mehr als das Doppelte. Die Ausgaben für IT und Verwaltung wuchsen proportional zum Umsatz.

    Analysten sind optimistisch

    Der operative Verlust stieg daher insgesamt etwas stärker als der Umsatz, nämlich um 90 Prozent. Der Konzern konnte also beim Gewinn im ersten Halbjahr nicht vom steigenden Umsatz profitieren, sondern zahlt weiterhin ungefähr 50 Cent je Euro Umsatz obendrauf.

    Corona ist dafür keine Entschuldigung: Die Krise beeinflusst das Ergebnis nur um 50 Millionen Euro. Das betrifft die Region Naher Osten mit besonders strengen Shutdowns. Immerhin: Nahost bleibt die einzige Region, die auch im ersten Halbjahr 2020 auf Basis des angepassten Ebitda profitabel war – wenn auch knapp.

    Grafik

    Dennoch steht der Konzern finanziell stabil da. Dank Kapitalerhöhungen stieg das Eigenkapital um eine gute halbe Milliarde Euro auf rund 2,3 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Konzern weiterhin ein leicht verbessertes angepasstes Ebitda im Vergleich zu 2019. Damals lag die Kennzahl, die die Ertragskraft des Geschäfts spiegelt, bei minus 430 Millionen Euro.

    Bei verdoppeltem Umsatz würde das eine deutlich verbesserte Ergebnisqualität bedeuten. Dafür muss im zweiten Halbjahr der Verlust bereits deutlich sinken. So soll etwa das Europa-Geschäft auf bereinigter Ebitda-Basis profitabel werden.
    Die Analysten sind optimistisch, dass Delivery Hero diese Ziele erreicht, und empfehlen die Aktie überwiegend zum Kauf. Bis 2022 könnte der Umsatz ihrer Prognose nach auf über vier Milliarden Euro wachsen und damit für ein positives Ebitda ausreichen. Für das Wachstum und die Abwehr der Konkurrenz reserviert Östberg derzeit 150 Millionen Euro für Extra-Investitionen – etwa für den Aufbau des Japan-Geschäfts und eigene Lager für Supermarktartikel und deren schnelle Lieferung.

    Dabei experimentiert der Konzern: Der nun zugekaufte Anbieter Instashop aus Dubai kommt – anders als das angestammte Modell des Konzerns – ohne eigene Fahrer aus und vermittelt als Marktplatz lediglich Aufträge an lokale Händler. Damit ist er in Nahost bereits auf Ebitda-Basis profitabel, denn er spart die hohen Kosten für die Fahrer. „Das Modell ist deutlich besser als das aller anderen Konkurrenten, die wir angeschaut haben“, sagte Östberg am Donnerstag. Davon wolle er lernen.

    Mehr: Dax-Neuling mit Schattenseiten: Weltweit wächst die Kritik an Delivery Hero

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